Bachelorarbeit, 2014
80 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Begriffsabgrenzung
2.1 Das Konzept der Nachhaltigkeit
2.2 Konsum
2.3 Nachhaltiger Konsum
2.4 Nachhaltige Produkte
2.5 Ökostrom
3 Der Ökostrommarkt in Deutschland
3.1 Rahmenbedingungen
3.1.1 Strommarkt vor der Liberalisierung
3.1.2 Energiewirtschaftsgesetz 1998
3.1.3 Energiewirtschaftsgesetz 2005
3.1.4 Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG)
3.1.5 Energiekonzept 2050
3.2 Die Besonderheiten von Strom als Produkt
3.3 Marktstruktur
3.3.1 Anbieter
3.3.2 Preisstruktur
4 Nachhaltiges Konsumentenverhalten
4.1 Umweltbewusstsein und Umweltverhalten in der Bundesrepublik Deutschland
4.1.1 Abweichung zwischen Umweltbewusstsein und Umweltverhalten
4.1.2 Die ökologische Verhaltenslücke
4.1.3 Das Dilemma nachhaltigen Konsumentenverhaltens
4.2 Ökonomische und sozialpsychologische Erklärungsansätze
4.2.1 Rational Choice-Theorie
4.2.2 Low-Cost-Hypothese des Umweltbewusstseins
4.2.3 Theorie des geplanten Verhaltens
4.2.4 Schlussfolgerung aus der theoretischen Betrachtung
5 Möglichkeiten und Grenzen der Vermarktung von Ökostrom
5.1 Produktpolitik
5.2 Preispolitik
5.3 Distributionspolitik
5.4 Kommunikationspolitik
5.5 Zusammenfassung des Marketing-Mix für Ökostrom
6 Empirische Studie
6.1 Stichprobe
6.2 Fragebogendesign
6.3 Untersuchungsverlauf
6.4 Ergebnisse der Untersuchung
7 Zusammenfassung und Handlungsempfehlungen für die Praxis
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Divergenz zwischen dem bekundeten Umweltbewusstsein von Konsumenten und deren tatsächlichem Kaufverhalten am Beispiel des Ökostrommarktes in Deutschland, um daraus Strategien für eine effektivere Vermarktung abzuleiten.
3.2 Die Besonderheiten von Strom als Produkt
Trotz der Liberalisierung und den damit verbundenen Veränderungen bleiben andere Charakteristika des Strommarktes bestehen. Eine weiterhin bestehende Besonderheit ist, dass Strom die Eigenschaften eines homogenen Guts besitzt. Die Homogenität zeichnet sich dadurch aus, dass Strom technisch genormt ist und somit die Leistungserstellung von jedem Versorgungsunternehmen erbracht werden kann (Vgl. Kloubert 2001, S. 7). Darüber hinaus erfolgt der Transport über Hochspannungsleitungen und die Verteilung über Leitungsnetze und Hausanschlüsse. Dadurch besteht eine Leitungsgebundenheit und eine nicht wirtschaftliche Lagerbarkeit, was eine physikalische Distribution und Speicherung in einer großen Menge, beispielsweise durch Verpackungen, ausschließt (vgl. Laker 2001, S. 101; Schikarski 2005, S. 9).
Weiterhin ist Strom immateriell und aufgrund der fehlenden Produkteigenschaften wie Form, Farbe, Duft, Geschmack oder Portionierbarkeit kaum wahrnehmbar. Erst mit der Inbetriebnahme von technischen Geräten stiftet Strom dem Verbraucher einen Nutzen und erzielt eine Bedürfnisbefriedigung. Folglich stiftet Strom einen indirekten Nutzen, was zur Konsequenz hat, dass der Verbraucher sich mit dem Produkt nicht befasst. In diesem Zusammenhang wird Strom als ein Low-Interest bzw. Low-Involvement-Produkt kategorisiert (Keller/Matzke 2001, S. 55; Bakay 2003, S. 7). Trommsdorff definiert Involvement als den „Aktivierungsgrad bzw. die Motivstärke zur objektgerichteten Informationssuche, -aufnahme, -verarbeitung und -speicherung“ (Trommsdorff 2004, S. 56).
Die mangelnde Informiertheit, die geringe Bereitschaft zur Informationsaufnahme und die nur leicht steigende Wechselbereitschaft der Verbraucher lassen sich auf die fehlenden Wahrnehmungskriterien von Strom zurückführen. Dieses geringe Interesse an dem Produkt spiegelt beispielsweise die Umfrage von TNS Infratest (2009, S. 1) wider, in der 84,5 Prozent der Befragten angaben, den eigenen Strompreis nicht zu kennen.
1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die Problematik des Klimawandels und definiert das Ziel der Arbeit, Möglichkeiten und Grenzen der Vermarktung von Ökostrom aufzuzeigen.
2 Begriffsabgrenzung: Dieses Kapitel erarbeitet die theoretischen Grundlagen zu Nachhaltigkeit, Konsum, nachhaltigen Produkten und definiert den Begriff Ökostrom.
3 Der Ökostrommarkt in Deutschland: Hier werden die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Marktstruktur sowie die besonderen Eigenschaften von Strom als homogenes Low-Involvement-Produkt analysiert.
4 Nachhaltiges Konsumentenverhalten: Das Kapitel befasst sich mit der Diskrepanz zwischen Umweltbewusstsein und tatsächlichem Verhalten sowie mit verschiedenen wissenschaftlichen Erklärungsmodellen für diese Lücke.
5 Möglichkeiten und Grenzen der Vermarktung von Ökostrom: Es wird untersucht, wie die klassischen Marketing-Instrumente (Produkt-, Preis-, Distributions- und Kommunikationspolitik) gezielt für Ökostrom eingesetzt werden können.
6 Empirische Studie: In diesem Kapitel wird das methodische Vorgehen der Online-Umfrage beschrieben und die Ergebnisse zur Einstellung und Wechselbereitschaft der Konsumenten vorgestellt.
7 Zusammenfassung und Handlungsempfehlungen für die Praxis: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und leitet konkrete Handlungsempfehlungen für Ökostromanbieter ab, um die Vermarktung zu optimieren.
Ökostrom, Nachhaltigkeit, Konsumentenverhalten, Marketing-Mix, Umweltbewusstsein, Verhaltenslücke, Liberalisierung, Strommarkt, Low-Involvement, Preispolitik, Distributionspolitik, Zertifizierung, Öko-Label, Wechselbereitschaft, Klimaschutz.
Die Arbeit untersucht das Vermarktungspotenzial von Ökostrom in Deutschland vor dem Hintergrund, dass sich ökologisches Bewusstsein oft nicht in einem tatsächlichen Anbieterwechsel niederschlägt.
Die Arbeit verknüpft ökonomische und psychologische Theorien zum Konsumverhalten mit den praktischen Herausforderungen des liberalisierten Strommarktes und modernen Marketinginstrumenten.
Ziel ist es, die Gründe für die Divergenz zwischen dem bekundeten Umweltbewusstsein und dem realen Kaufverhalten (die "ökologische Verhaltenslücke") zu verstehen und daraus Handlungsempfehlungen für Unternehmen abzuleiten.
Neben einer theoretischen Literaturanalyse wurde eine empirische Online-Umfrage unter Stromkonsumenten durchgeführt und mittels SPSS statistisch ausgewertet.
Der Hauptteil analysiert die Rahmenbedingungen des Strommarktes, theoretische Erklärungsansätze für das Verbraucherverhalten und die spezifischen Marketing-Optionen für Strom als immaterielles Gut.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Ökostrom, Low-Involvement-Produkt, ökologische Verhaltenslücke, Rational Choice-Theorie und Marketing-Mix.
Die Studie identifiziert primär Bequemlichkeit, mangelndes Vertrauen in Anbieter, die Komplexität des Wechsels sowie Zweifel am tatsächlichen ökologischen Zusatznutzen als Hürden.
Die Studie zeigt, dass Zertifikate für das Vertrauen entscheidend sind, jedoch eine geringe Bekanntheit bei vielen Verbrauchern herrscht, was die Kommunikationspolitik vor Herausforderungen stellt.
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