Bachelorarbeit, 2013
69 Seiten, Note: 2,5
A. Theoretischer Teil
1. Einleitung
2. Medien – ein Überblick
2.1. Definition: Was sind Medien?
2.2. Funktionen von Medien in Bildungsprozessen
2.3. Filme/Videos im Kontext von Bildung
2.3.1. Begriffsklärung
2.3.2. Spezifika von Filmen/Videos in Bildungsprozessen
3. Empirische Befunde zum Lehren und Lernen mit Videos
3.1. Allgemeine empirische Daten zur Bewegtbildnutzung
3.2. Empirische Studien zum Einsatz von Filmen/Videos im Bildungskontext
4. Theoretische Modelle und Ansätze
4.1. Überblick
4.2. Lerntheoretische Ansätze
4.2.1. Lernparadigmata im Wandel der Zeit
4.2.2. Subjektwissenschaftliche Lerntheorie
4.2.3. Theorie des Modell-Lernens
4.2.4. Situiertes Lernen / Anchored-Instruction-Ansatz
4.3. Kognitive Theorien audiovisueller Informationsverarbeitung
4.4. Formales und informelles Lernen
5. Fazit Teil A
B. Empirischer Teil
6. Methodik der Befragung und Auswertung
6.1. Das leitfadengestützte narrative Interview und die dokumentarische Methode der Interpretation nach Ralf Bohnsack
6.2. Forschungspraktische Umsetzung
7. Ergebnisse der Interviews
7.1. Dominanz privater Lernerfahrungen mit Filmen/Videos
7.2. Bewusstwerdung eigener Lernprozesse mit Filmen/Videos
7.3. Genese von Lernanlässen
7.4. Geeignete Einsatzfelder
7.5. Qualitätsmaßstäbe
7.6. Das narrative Potenzial von Lernfilmen und –videos
7.7. Das didaktische Potenzial von Lernfilmen und –videos
7.8. Lernfilme/-videos auf dem Wachstumspfad
C. Transfer in die Praxis beruflicher Bildung
8. Einordnung und Diskussion der Studienergebnisse
9. Handlungsfelder und Empfehlungen
9.1. Handlungsfeld: Ausweitungspotenziale von Lernfilmen/-videos
9.2. Handlungsfeld: Didaktik und soziale Interaktion
9.3. Handlungsfeld: Qualität
9.4. Handlungsfeld: Strukturierung der Lerninhalte
10. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht aus bildungswissenschaftlicher Perspektive, wie Filme und Videos in einer zunehmend digital vernetzten Gesellschaft für private und berufliche Lernprozesse genutzt werden. Ziel ist es, Praktiken im Umgang bzw. Nicht-Umgang mit diesen Medien zu identifizieren, um Erkenntnisse für die zukünftige mediendidaktische Gestaltung beruflicher Lernprozesse abzuleiten.
2.3.2. Spezifika von Filmen/Videos in Bildungsprozessen
Gibt es nun ergänzend zu den vorn skizzierten Funktionen von Medien im Bildungskontext Spezifika, die ausschließlich für den Einsatz von Filmen und Video gelten?
Niegemann et. al. (2008, S. 265-266) verweisen im Hinblick auf Videos auf die "...fliehende Natur der dargebotenen Informationen und die damit notwendige Lenkung der Aufmerksamkeit der Lernenden..." durch Gestaltungsmittel wie z.B. Kameraführung oder Schnitt, attestieren Videos eine besondere Eignung für die Vermittlung prozeduralen Wissens und benennen drei Einsatzformen von Videos in Unterricht und Weiterbildung:
• Problemorientierte Themeneinführung
• Aufzeichnung von Verhaltenssequenzen oder Einsatz von Beispielvideos
• Produktion von Filmen duch die Lernenden selbst
Kittelberger und Freisleben (1991, S. 22-25) skizzieren in ihrem schon älteren Beitrag fünf Funktionen von Filmen in Lernprozessen:
• Motivation/Problematisierung/Hinführung der Teilnehmer zu den Lerninhalten
• Informationsvermittlung in Form des Darstellens bzw. Anreicherns zentraler Lehr-/Lerninhalte
• Einüben von Arbeitsvorgängen und Bewegungsabläufen
• Vertiefung/Wiederholung/Zusammenfassung der Lerninhalte
• Erfolgskontrolle
Petko und Reusser (2005, S. 2-6) legen ihren Fokus auf Videos im Kontext von E-Learning und heben insbesondere die hohe Qualität bei geringen Produktionskosten, den nonlinearen Zugriff auf die einzelnen Sequnzen, die Interaktivität sowie die Möglichkeit der Einbettung von Zusatzinformationen zur detailgetreuen Darstellung von Abläufen hervor. Aus ihrer Sicht können praktische Interaktionskompetenzen (z.B. Beratung) mit den ihnen innewohnenden dynamischen Prozessen über Videos besser als mit Lerntexten und Bidern aufgebaut werden. Als konkrete Nutzungsformen benennen sie:
• Video als Bildungsmedium (Einsatz von Lehrfilmen)
• Video als Kommunikationsinstrument (Videovorlesung, Videokonferenz)
• Video als Produktionsinstrument (medienpädagogisches Videofilmen, Videoschnitt)
• Videogestützte Selbstreflexion und Feedback (Selbstkonfrontation, Coaching)
• Illustrative und modellhafte Videobeispiele ("training video")
• Problemorientierte und komplexe Videofallbeispiele ("video cases")
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die bildungswissenschaftliche Fragestellung ein, wie Filme und Videos für Lernprozesse in einer digitalisierten Gesellschaft genutzt werden.
2. Medien – ein Überblick: Dieses Kapitel definiert Medien aus medienpädagogischer Sicht und beleuchtet deren Funktionen in Bildungsprozessen sowie die Besonderheiten von Film und Video.
3. Empirische Befunde zum Lehren und Lernen mit Videos: Der Autor stellt aktuelle Daten zur Bewegtbildnutzung (u.a. ARD/ZDF-Onlinestudie) sowie historische und aktuelle Studien zum Einsatz von Videos im Bildungskontext vor.
4. Theoretische Modelle und Ansätze: Hier werden relevante Lerntheorien wie Behaviorismus, Kognitivismus, Konstruktivismus sowie Ansätze wie situiertes Lernen und Modell-Lernen in Bezug auf ihre Relevanz für das Lernen mit Videos diskutiert.
5. Fazit Teil A: Das Kapitel fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und betont die Diskrepanz zwischen der massenhaften Nutzung von Videos im Alltag und der unzureichenden wissenschaftlichen Erforschung in der beruflichen Bildung.
6. Methodik der Befragung und Auswertung: Der Autor erläutert die Wahl des qualitativen Forschungsdesigns (leitfadengestützte narrative Interviews) und die Dokumentarische Methode nach Ralf Bohnsack zur Analyse.
7. Ergebnisse der Interviews: Das Kernkapitel präsentiert die Ergebnisse der drei Interviews, unterteilt in Themenbereiche wie Lernerfahrungen, Bewusstwerdung von Lernprozessen, Genese von Lernanlässen, Einsatzfelder, Qualität und das narrative Potenzial.
8. Einordnung und Diskussion der Studienergebnisse: Die Ergebnisse aus Teil B werden diskutiert und mit den theoretischen Ansätzen aus Teil A in Beziehung gesetzt.
9. Handlungsfelder und Empfehlungen: Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen werden konkrete Empfehlungen für Lehrende und Entscheider in der betrieblichen Bildung formuliert.
10. Fazit und Ausblick: Der Autor schließt die Arbeit ab, bewertet den Erfolg des Forschungsansatzes und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung von Lernvideos.
Lernvideos, berufliche Bildung, informelles Lernen, medienpädagogik, subjektwissenschaftliche lerntheorie, narratives interview, bewegtbildnutzung, didaktische gestaltung, qualitatives forschungsdesign, modell-lernen, situiertes lernen, digitalisierung, arbeitsplatzlernen.
Die Arbeit untersucht, wie Filme und Videos heute in privaten und beruflichen Kontexten für Lernprozesse eingesetzt werden, wobei ein besonderer Fokus auf der Perspektive der Lernenden liegt.
Zentrale Themen sind die Rolle von Bewegtbildern, deren Einfluss auf Lernprozesse, die Unterscheidung zwischen formalem und informellem Lernen sowie die mediendidaktische Gestaltung von Lernvideos.
Das Ziel ist es, Praktiken im Umgang mit Lehr- und Lernvideos zu identifizieren, um fundierte Empfehlungen für die Gestaltung beruflicher Bildungsangebote in einer digitalisierten Gesellschaft zu geben.
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, das aus leitfadengestützten narrativen Interviews besteht, die mit der dokumentarischen Methode nach Ralf Bohnsack ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil (Lerntheorien, empirische Befunde) und einen empirischen Teil, in dem drei Interviews mit Anwendern analysiert werden.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Lernvideos, berufliche Bildung, informelles Lernen, subjektive Laienperspektive und qualitatives Forschungsdesign.
Es beschreibt das aus den Interviews abgeleitete Potenzial von Lernfilmen, durch erzählerische Strukturen (Storytelling) sowie Spannung und Emotionen die Lernmotivation und den Lernerfolg der Anwender zu steigern.
Die Nutzung von Videotutorials ist im Alltag der Befragten so stark habitualisiert und "leicht", dass sie diese informelle Wissensaneignung oft nicht als einen bewussten "Lernprozess" klassifizieren.
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