Bachelorarbeit, 2011
107 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Mündlichkeit und Schriftlichkeit
3. Literarische Mündlichkeit
3.1. Literarische Mündlichkeit zwischen Nähe und Distanz
3.2. Merkmale mundaner Mündlichkeit und deren Verschriftung in der Literatur
3.3. Übersetzung literarischer Mündlichkeit
4. Phonetische und prosodische Mündlichkeitsmerkmale in Harry Potter and the Deathly Hallows und deren Übersetzung ins Schwedische und Norwegische
4.1. Phonetische Ebene
4.1.1. Standard- und diatopisch neutrale Umgangssprache
4.1.2. Dialekte und Soziolekte
4.1.2.1. Rubeus Hagrid
4.1.2.2. Mundungus Fletcher
4.1.2.3. Weitere dialektale und soziolektale Markierungen
4.1.3. Interferenzen
4.1.3.1. Interferenzen französischer Muttersprachler
4.1.3.2. Interferenzen bulgarischer Muttersprachler
4.1.4. Individuelle und situationsbedingte Aussprachefehler
4.1.5. Zusammenfassung
4.2. Prosodische Ebene
4.2.1. Betonung/Satzakzent
4.2.2. Tonhöhe: Intonationsverlauf und Register
4.2.3. Pausen
4.2.4. Lautstärke
4.2.5. Sprechgeschwindigkeit
4.2.6. Stimmqualität und Stimmfärbung
4.2.7. Zusammenfassung
5. Konklusion
Die Arbeit untersucht, wie phonetische und prosodische Mündlichkeitsmerkmale in Joanne K. Rowlings Roman "Harry Potter and the Deathly Hallows" in das schriftliche Medium übertragen werden und wie diese Merkmale in die schwedische sowie norwegische Übersetzung transferiert werden, um die Wirkung "literarischer Mündlichkeit" zu evozieren.
3.1. Literarische Mündlichkeit zwischen Nähe und Distanz
Auf der Basis des Kontinuum-Modells von K./O. (1985; 1994) kann literarische Mündlichkeit als Darstellung von Nähesprache im Distanzsprache-affinen graphischen Code definiert werden. Im Gegensatz zu mundaner Mündlichkeit müssen bei literarischer Mündlichkeit jedoch drei verschiedene Ebenen unterschieden werden: (1) Die produktive Ebene, welche die Produktion des literarischen Texts und somit auch der fiktiven mündlichen Äußerungen durch den Autor berücksichtigt, (2) die fiktionale Ebene, auf der sich die fiktiven Kommunikationsteilnehmer im literarischen Text befinden, (3) die rezeptive Ebene, auf welcher sich die Relation zwischen dem fiktiven Sprecher bzw. der fiktiven Sprechsituation und dem Leser, welche vor allem durch physische, referentielle und soziale Distanz gekennzeichnet ist, abspielt.
Von diesen drei Ebenen ist nur die Kommunikationssituation auf der fiktionalen Ebene mit Kommunikationssituationen vergleichbar, in welchen mundane Mündlichkeit stattfindet. Die fiktionale Ebene existiert jedoch nicht selbständig, sondern nur im Bezug auf den Autor oder auf den Leser.
Die produktive Ebene ist, ebenso wie die rezeptive Ebene, durch eine Distanzsituation gekennzeichnet: Beim Verfassen eines literarischen Textes sind distanzsprachliche Produktionsbedingungen und Versprachlichungsstrategien wie etwa physische Distanz und Reflektiertheit vorherrschend. Literarische Mündlichkeit im Text ist also grundsätzlich fiktiv: sie entsteht durch Nachbildung nähesprachlicher Versprachlichungsstrategien unter distanzsprachlichen Kommunikationsbedingungen (vgl. Blank 1991: 27; K./O. 1985: 24).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema literarische Mündlichkeit im Spannungsfeld von Nähe und Distanz ein und definiert die Forschungsziele der Arbeit.
2. Mündlichkeit und Schriftlichkeit: Dieses Kapitel erläutert das Kontinuum-Modell von Koch und Oesterreicher und stellt die mediale Dimension der Sprache sowie das Verhältnis von Nähe- und Distanzsprache dar.
3. Literarische Mündlichkeit: Hier wird der Begriff der literarischen Mündlichkeit im engeren Sinne definiert und in Abgrenzung zur mundanen Mündlichkeit sowie in fiktionale, fiktive und fingierte Aspekte gegliedert.
4. Phonetische und prosodische Mündlichkeitsmerkmale in Harry Potter and the Deathly Hallows und deren Übersetzung ins Schwedische und Norwegische: Dies ist der Hauptteil der Arbeit, der die Verschriftungsstrategien im Original sowie die entsprechenden Übersetzungsverfahren im Schwedischen und Norwegischen analysiert.
5. Konklusion: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die norwegische Übersetzung häufiger zu einbürgernden Verfahren neigt, während die schwedische Übersetzung eher normorientiert und nivellierend verfährt.
Literarische Mündlichkeit, Nähe, Distanz, Verschriftung, Übersetzung, Koch/Oesterreicher, Harry Potter, Dialekt, Soziolekt, Interferenz, Prosodie, Tonhöhe, Lautstärke, Äquivalenz, Invarianz
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung der "literarischen Mündlichkeit", also dem Phänomen, wie mündliche Sprache in schriftlichen, fiktionalen Texten dargestellt wird.
Die zentralen Felder sind die Definition von Nähesprache im schriftlichen Medium, die linguistische Analyse phonetischer und prosodischer Merkmale sowie die Strategien und Probleme der Übersetzung dieser Mündlichkeitsmerkmale.
Das Ziel ist es, die Verschriftungsstrategien im Originalroman "Harry Potter and the Deathly Hallows" zu ermitteln und zu vergleichen, wie diese Strategien in die schwedische und norwegische Übersetzung übertragen wurden.
Die Arbeit nutzt das Kontinuum-Modell von Koch/Oesterreicher als theoretische Basis für eine kontrastive Analyse der verschiedenen Sprachversionen.
Der Hauptteil analysiert detailliert, wie phonetische Merkmale (Dialekte, Soziolekte, Interferenzen) und prosodische Elemente (Betonung, Intonation, Lautstärke) mittels typographischer und sprachlicher Mittel verschriftlicht werden.
Wichtige Begriffe sind unter anderem "Nähe- und Distanzsprache", "Konnotation", "Evokation", "Nivellierung" und "Einbürgerung".
Lord Voldemorts Sprache zeichnet sich durch das Fehlen von Mündlichkeitsmerkmalen aus, was seinen dämonischen Charakter, seine Autorität und seinen hohen sozialen Status unterstreicht.
Die Übersetzung des eigentlich implizit irischen Dialekts in der norwegischen Fassung zeigt auf, wie durch explizite dialektale Markierungen ein ländlicher Konnotationsgehalt hinzugefügt wird, der im Original so nicht intendiert war.
Da sie weniger stark durch orthographische Regeln kodifiziert sind und oft über keine direkten Äquivalente im graphischen Code verfügen, erfordern sie bei der Übersetzung oft sprachsystembedingte Anpassungen.
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