Magisterarbeit, 2008
141 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Sterbekultur in Deutschland
3. Sterben in Institutionen
4. Spezialbereich Intensivstation
4.1. Geschichtliche Entwicklung
4.2. Strukturelle Gegebenheiten
4.3. Intensivmedizinischer Behandlungsprozess
4.4. Ziele und Ergebnisse intensivmedizinischer Maßnahmen
5. Rechtliche Rahmenbedingungen
5.1. Gesetze und andere verbindliche Rechtsnormen
5.2. Rechtsprechung
5.3. Leitlinien und vorsorgliche Erklärungen
5.4. Synopse und aktuelle Entwicklungen
6. Sterbebegleitung auf Intensivstationen
6.1. Ist-Situation der Sterbebegleitung auf Intensivstationen
6.2. Bedürfnisse sterbender PatientInnen und ihrer Angehörigen
6.3. Bedürfnisse und Belastungsfaktoren begleitender Pflegekräfte
6.4. End-of-life Care Konzepte und Maßnahmen
7. Methodik
7.1. Fragestellung und Ziel der Untersuchung
7.2. Instrumente
7.3. Untersuchungsablauf
7.4. Studienpopulation
7.5. Statistische Auswertung
8. Ergebnisse
8.1. Deskriptiv
8.1.1. Stationscharakteristika
8.1.2. Soziodemografischer Hintergrund
8.1.3. Assoziationen
8.1.4. Erinnerte Situationen der Sterbebegleitung
8.1.5. Individuelle Unterstützungs- und Verarbeitungsfaktoren sowie Einstellungen
8.1.6. Wunschvorstellungen von Sterbebegleitung
8.1.7. Einschätzung des Ist-Zustandes
8.1.8. Gegenüberstellung Zufriedenheit und Unzufriedenheit mit der Sterbebegleitung
8.2. Analytisch
8.2.1. Hypothese I: Wenn Pflegkräfte genügend Zeit für die Sterbebegleitung haben, ist die Situation nicht so belastend.
8.2.2. Hypothese II: Je eindeutiger und umfangreicher die Information und Kommunikation zwischen ÄrztInnen, Pflegenden und PatientInnen und/oder deren Angehörigen ist, desto weniger belastend ist die Sterbebegleitung
8.2.3. Hypothese III: Wenn die Entscheidung über Therapie bzw. Therapieverzicht konsequent eingehalten wird und mit dem Patientenwillen übereinstimmt, ist Sterbebegleitung für die Pflegekräfte nicht so belastend
8.2.4. Hypothese IV: Wenn Pflegekräfte Ressourcen nutzen können, ist Sterbebegleitung für sie nicht so belastend
8.3. Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse
9. Diskussion
10. Schlussfolgerungen und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Belastungen und Ressourcen von Intensivpflegekräften bei der Sterbebegleitung (End-of-life Care) unter Berücksichtigung von Rahmenbedingungen wie Zeitbudget, Kommunikation und Therapieentscheidungen, mit dem Ziel, Ansätze für eine qualitativ verbesserte Sterbebegleitung zu identifizieren.
1. Einleitung
In Deutschland sterben zur Zeit pro Jahr ca. 800.000 Menschen. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird diese Zahl in Zukunft ansteigen (Statistische Ämter des Bundes und der Länder, 2007). Trotz des Wunsches der meisten Menschen zu Hause zu sterben, verbringen etwa die Hälfte von ihnen ihre letzten Stunden, Tage oder Wochen in einem Krankenhaus (Ochsmann et al., 1997). Doch gerade in Krankenhäusern scheint die professionelle Betreuung Sterbender die größten Defizite aufzuweisen. Pflegekräfte fühlen sich unsicher im Umgang mit Sterbenden und deren Angehörigen und berichten über Kommunikationsprobleme (Kaluza & Töpferwein, 2005).
Intensivstationen gibt es in den meisten Krankenhäusern. Vieles unterscheidet sich hier von Normalstationen, und alles zielt darauf ab, Menschenleben zu retten. Trotzdem sind deutsche Intensivstationen für ca. 8% ihrer PatientInnen der Ort des endgültigen Abschieds vom Leben (Schuster, 1998). Auf europäischen Intensivstationen wächst die Anzahl der PatientInnen, die kaum Aussicht auf Heilung haben (Carlet et al., 2004).
Betreut werden diese Menschen von Pflegekräften, die vor allem geschult sind im Wiederbeleben, im Umgang mit Geräten und im schnellen Reagieren auf jegliche Art von Notfällen. Doch häufig wissen die Helfenden nicht, ob der/die betreffende PatientIn im Falle eines plötzlichen Herz-Kreislaufstillstandes reanimiert werden möchte (Principal Investigators, 1995, zitiert in Miller, Forbes & Boyle, 2001). Wann die Pflege eines/einer PatientIn zu einer Sterbebegleitung wird, lässt sich aufgrund unklarer Prognosen über Krankheitsverläufe in der Intensivmedizin vielfach erst im Nachhinein bestimmen (Carlet et al., 2004). Wird eine lebenserhaltende Therapie abrupt abgesetzt, kann der Tod sehr schnell eintreten. Stimmt also die Analyse des Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin: "Nirgendwo ist durch die medizinischen Möglichkeiten, den Todeszeitpunkt zu manipulieren, Sterbebegleitung so schwierig wie in der Intensivmedizin." (Müller-Busch, 2001, S. 733)?
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Sterbebegleitung auf Intensivstationen ein und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie das Ziel der Arbeit.
2. Sterbekultur in Deutschland: Dieses Kapitel betrachtet den Wandel der Sterbekultur historisch und soziologisch und analysiert die aktuelle Situation in Deutschland.
3. Sterben in Institutionen: Hier werden statistische Daten zu Sterbeorten analysiert und die unterschiedlichen Rahmenbedingungen verschiedener Institutionen zur Betreuung Sterbender dargestellt.
4. Spezialbereich Intensivstation: Dieses Kapitel richtet den Fokus auf Intensivstationen, beleuchtet deren Entwicklung, Struktur sowie den intensivmedizinischen Behandlungsprozess.
5. Rechtliche Rahmenbedingungen: Dieser Abschnitt widmet sich den rechtlichen Aspekten der Sterbehilfe, einschließlich Gesetzen, Rechtsprechung und berufsethischen Richtlinien.
6. Sterbebegleitung auf Intensivstationen: Der theoretische Kern der Arbeit befasst sich mit der Ist-Situation, den Bedürfnissen von Patienten und Angehörigen sowie den Belastungsfaktoren der Pflegekräfte.
7. Methodik: Hier wird das methodische Vorgehen der empirischen Untersuchung, einschließlich der Fragestellung, Instrumente und Studienpopulation, erläutert.
8. Ergebnisse: In diesem Kapitel werden die deskriptiven und analytischen Ergebnisse der schriftlichen Befragung detailliert dargestellt und zusammengefasst.
9. Diskussion: Dieser Teil ordnet die gewonnenen Ergebnisse kritisch ein und diskutiert sie im Kontext der vorhandenen Literatur.
10. Schlussfolgerungen und Ausblick: Das letzte Kapitel zieht Schlussfolgerungen aus der Untersuchung und zeigt Perspektiven zur Verbesserung der End-of-life Care auf.
Sterbebegleitung, Intensivstation, Pflegekräfte, Belastung, Ressourcen, End-of-life Care, Palliativmedizin, Patientenverfügung, Kommunikation, Sterbehilfe, Ethik, Intensivpflege, Angehörige, Todesfall, Sterbekultur
Die Arbeit untersucht die Bedingungen für die Sterbebegleitung auf Intensivstationen in Deutschland und wie diese die dort tätigen Pflegekräfte belasten oder unterstützen.
Die zentralen Themen sind die Sterbekultur, die Besonderheiten der Intensivmedizin, die rechtlichen Rahmenbedingungen für Sterbehilfe und die Bedürfnisse von Patienten, Angehörigen und Pflegepersonal.
Das primäre Ziel ist es, die Realität der Sterbebegleitung auf deutschen Intensivstationen zu erfassen, Wunschvorstellungen der Pflegekräfte zu eruieren und Faktoren zu identifizieren, die als belastend oder entlastend empfunden werden.
Die Autorin führte eine schriftliche Befragung des Pflegepersonals auf fünf Intensivstationen zweier großer Krankenhäuser durch, deren Daten deskriptiv und mittels statistischer Analysemethoden (u.a. logistische Regression) ausgewertet wurden.
Der Hauptteil analysiert theoretisch die Bedingungen des Sterbens in Institutionen und auf Intensivstationen, klärt rechtliche Grauzonen und präsentiert schließlich die empirischen Ergebnisse der Befragung.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sterbebegleitung, Intensivstation, Pflegebelastung, EOLC, Patientenautonomie und Intensivpflege charakterisieren.
Die Studie zeigt signifikant, dass Zeitmangel in der Sterbephase mit einer höheren psychischen Belastung korreliert, wobei vor allem der unerwartete Tod eines Patienten als besonders belastend empfunden wird.
Eine offene Kommunikation über die Prognose zwischen dem Behandlungsteam, dem Patienten und den Angehörigen trägt wesentlich zur Zufriedenheit der Pflegekräfte bei, wobei in der Praxis häufig Kommunikationsmängel bestehen.
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