Examensarbeit, 2007
44 Seiten
1. Vorbemerkung
2. Theoretische Grundlegung
2.1 Einblick in den geschichtlichen Hintergrund
2.2 Methodische und didaktische Vorüberlegungen
3. Unterrichtspraktische Umsetzung
3.1 Lehrplanbezug
3.2 Vorbereitung des Besuchs der Gedenkstätten
3.2.1 Stellung von Behinderten in der Gesellschaft – heute und früher (1. UE)
3.2.2 Das nationalsozialistische Euthanasieprogramm (2. UE)
3.2.3 Lebensspuren in Hartheim (3. UE)
3.2.4 Das Konzentrationslager Mauthausen (4. UE)
3.3 Besuch der Gedenkstätten
3.3.1 Schloss Hartheim
3.3.2 Konzentrationslager Mauthausen
3.4 Nachbereitung
3.4.1 Bischof von Galen (5.UE)
3.4.2 Fächerübergreifende Thematisierung
4. Reflexion und Fazit
4.1 Schülerbeobachtungen
4.2 Persönliche Reflexion
Die Arbeit verfolgt das Ziel, Schülern der 8. Jahrgangsstufe die dunklen Kapitel der nationalsozialistischen Verbrechen in der Euthanasieanstalt Hartheim und im Konzentrationslager Mauthausen durch den Besuch von Originalschauplätzen zugänglich zu machen. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie durch eine fundierte Vor- und Nachbereitung sowie die authentische Begegnung an historischen Orten ein tiefgreifendes Verständnis für diese Geschichte erreicht werden kann.
Originalität, Anschaulichkeit und Imagination
Mit dem Wirklichkeitscharakter hängen weitere Besonderheiten des historischen Ortes zusammen, die über den nur vordergründig formalen Aspekt der lokalen Immobilität hinausreichen. Es geht hierbei um Originalität unter den Aspekten von Ursprünglichkeit und Unmittelbarkeit, um Anschaulichkeit sowie um Nutzung und Förderung der Vorstellungskraft.
Es besteht laut Mayer ein enormer Unterschied zwischen den immobilen Objekten vor Ort und den mobilen Sachquellen. Museale Exponate befinden sich in der Regel nicht mehr an ihrem ursprünglichen Ort und in ihrem ursprünglichen Verwendungszusammenhängen. Dies wird oft künstlich in Museen hergestellt, indem Erläuterungen angebracht werden. Im Gegensatz dazu sind die historischen Orte in der Regel nicht mit Erläuterungen versehen. Sie ermöglichen deshalb eine unmittelbare Begegnung und Auseinandersetzung mit historischen Zeugnissen.
In der Regel werden bei originalen Schauplätzen keine Deutungen vorgegeben. Aufgrund dessen kann der Gegenstand auf ganzheitliche und gleichzeitig differenzierte und individuelle Weise wahrgenommen werden. Dies bedeutet eine „Einlösung des geschichtsdidaktischen Prinzips der Multiperspektivität.“
Historische Stätten, die gut zugänglich sind, regen durch Lage und Beschaffenheit zu entdeckend-erforschendem Lernen an. Sie besitzen eine Anschaulichkeit hinsichtlich originaler Farbe, Form, Größe und Dreidimensionalität. Diese räumliche Erfahrung kann kein Medium vermitteln.
Die Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit betrifft einen wichtigen Faktor im historischen Lernen: die Imagination. Zum einen nutzt die Begegnung vor Ort die von den Lernenden bereits mitgebrachte Vorstellungskraft, um durch Anschauung historischen Begriffen eine sinnliche Kraft zu geben. Andererseits kann die Anschaulichkeit des historischen Orts insgesamt das Vermögen fördern, sich über die Imagination realistische Vorstellungen von früheren Lebensumständen und damals handelnden Menschen zu machen.
1. Vorbemerkung: Einführung in die Relevanz der Thematik durch den respektvollen Umgang mit behinderten Menschen und die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Erbpolitik.
2. Theoretische Grundlegung: Erläuterung des historischen Hintergrunds des Euthanasieprogramms sowie theoretische Begründung der Bedeutung historischer Orte als Lernorte.
3. Unterrichtspraktische Umsetzung: Konkrete Planung und Durchführung der Unterrichtseinheiten zur Vorbereitung, zum Besuch und zur Nachbereitung der Gedenkstätten Hartheim und Mauthausen.
4. Reflexion und Fazit: Analyse der Schülerbeobachtungen während des Projekts sowie eine persönliche Einschätzung des Autors über den Wert des Gedenkstättenbesuchs für die politische Bildung.
Nationalsozialismus, Euthanasie, Hartheim, Mauthausen, Gedenkstätten, Geschichtsunterricht, Rassenideologie, Historische Lernorte, Multiperspektivität, Opferbiografien, Widerstand, Bischof von Galen, Politische Bildung, Erinnerungskultur, Menschenrechte.
Die Arbeit dokumentiert ein schulisches Projekt, in dem das Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten und die Gräueltaten im KZ Mauthausen durch den Besuch der Originalschauplätze aufgearbeitet werden.
Zentrale Themen sind die NS-Rassenideologie, die Vernichtung "unwerten Lebens", der Alltag in Konzentrationslagern und die didaktische Vermittlung dieser Geschichte an Jugendliche.
Das Ziel ist es, durch die authentische Begegnung an historischen Orten ein tieferes Verständnis für historische Zusammenhänge zu schaffen und die Schüler für demokratische Werte zu sensibilisieren.
Es kommen geschichtsdidaktische Ansätze zum Einsatz, insbesondere das entdeckende Lernen vor Ort, die Arbeit mit Outreach-Materialien und die Analyse von Zeitzeugnissen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über historische Lernorte sowie eine detaillierte Ausarbeitung von Unterrichtseinheiten zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Gedenkstättenbesuche.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Euthanasie, Nationalsozialismus, Authentizität, historische Lernorte und Multiperspektivität.
Der Koffer ermöglicht den Schülern durch den direkten Kontakt mit persönlichen Gegenständen von Opfern eine intensivere emotionale Auseinandersetzung, die den historischen Stoff lebendig macht.
Er dient als exemplarisches Beispiel für aktiven Widerstand gegen das Regime und verdeutlicht, dass selbst unter der Diktatur ethische Entscheidungen gegen das Unrecht möglich waren.
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