Wissenschaftliche Studie, 2013
111 Seiten
1. EINLEITUNG
2. THEMENFELD
2.1 Führung
2.1.1 Begriff Führung: Deutungsmuster und Unterscheidungen
2.1.2 Klassische Ansätze der Führungsforschung
2.1.3 Neuere Ansätze der Führungsforschung
2.2 Wandel
2.2.1 Regeln in Organisationen
2.2.2 Regelungsprozesse in Systemen
2.3 Zusammenfassung
3. UNTERSUCHUNGSKONZEPT
3.1 Entwicklung der Fragestellung
3.2 Methoden
3.2.1 Erfassung
3.2.2 Konstruktion des Erhebungsinstruments: Leitfadenentwicklung
3.2.3 Kontext und Durchführung der Untersuchung
3.2.4 Auswertungsmethode
3.2.5 Auswertungsschritte
4. ERGEBNISDARSTELLUNG UND -AUSWERTUNG
4.1 Konstruktkarte
4.2 Heuristisches Untersuchungsmodell
4.3 Einzelergebnisse
4.3.1 Ergebnisse zu Wandelkonzepten
4.3.2 Ergebnisse zu Mitarbeiterkonzepten
4.3.3 Ergebnisse zu Selbstkonzepten
4.3.4 Ergebnisse zu Aufmerksamkeitsfokussierung für erfolgreiche Führung
5. ZUSAMMENFASSUNG, DISKUSSION UND AUSBLICK
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse und inhaltliche Interpretation
5.1.1 Wandelkonzepte
5.1.2 Mitarbeiterkonzepte
5.1.3 Selbstkonzepte
5.1.4 Aufmerksamkeitsfokussierung für erfolgreiche Führung
5.1.5 Zusammenschau der Ergebnisse und Modellentwurf
5.2 Kritische Reflexion der Ergebnisse
5.3 Perspektiven für weitere Forschungsfragen
5.4 Perspektiven der praktischen Nutzung
6. LITERATUR
Die vorliegende Studie untersucht, wie Führungskräfte ihre Führungsaufgaben in Situationen organisationalen Wandels erleben und gestalten. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welchen Einfluss subjektive Führungstheorien – im Zusammenwirken mit äußeren Faktoren wie Unternehmenskultur oder dem Format des Wandels – auf die Wahrnehmung und das tatsächliche Führungsverhalten in solchen dynamischen Phasen haben.
2.1.1 Begriff Führung: Deutungsmuster und Unterscheidungen
Vor dem Hintergrund dieser vielfältigen Facetten und Definitionsmerkmale des Begriffs Führung versucht Aretz (2007, S. 7) einen kleinsten gemeinsamen Nenner für eine Führungsdefinition zu finden und beschreibt Führung zunächst „allgemein als eine absichtliche, zielbezogene Einflussnahme bzw. (Verhaltens-)Beeinflussung“.
Diese dennoch weit gefasste Definition führt direkt zu der Frage: Wer beeinflusst wen auf welche Weise? Lenkt man die Aufmerksamkeit auf diese Frage, so lassen sich in der Führungsliteratur Unterscheidungen finden, welche verschiedene weiter ausdifferenzierte Deutungsmuster von Führung liefern (vgl. Wiendieck & Troyano, 2003): die Unterscheidung nach Subjekten der Führung und nach Objekten der Führung.
2.1.1.1 Unterscheidung nach Subjekten der Führung
So unterscheidet von Rosenstiel (2009, S. 3) nach den Subjekten der Führung: der Führung durch Personen und der Führung durch Strukturen.
Die Führung durch Personen (direkte personale Führung) betrachtet den Einflussanteil, der durch die Person des Vorgesetzten im direkten Kontakt mit den Mitarbeitern erfolgt. „Das Verhalten des Vorgesetzten, seine Art, Ziele zu verdeutlichen, Aufgaben zu koordinieren, Mitarbeiter durch Gespräche zu motivieren, Ergebnisse zu kontrollieren, wird zum zentralen Bestandteil der Führung“ (Rosenstiel, 2009, S. 4). Führung kann dann definiert werden, als ein Versuch der Vorgesetzten, die Mitarbeiter zielbezogen durch die Mittel der Kommunikation zu beeinflussen. In diesem Definitionsansatz, ist die Führungskraft Akteur. Die Beeinflussung erfolgt in persönlicher Kommunikation und Interaktion zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern (vgl. Aretz, 2007, S. 7).
Die Führung durch Strukturen (apersonale oder strukturelle Führung) fügt eine weitere Betrachtungsebene hinzu: sie beschreibt denjenigen Anteil des Einflusses auf die zielgerichteten Handlungen der Stelleninhaber, der ohne direkte Einflussnahme durch eine Person stattfindet. Beispiele dafür sind organisationale Regelungen wie Organigramme, Vorschriften, Stellenbeschreibungen, Anreizsysteme, Statussymbole, Arbeits- und Produktionsprozesse (vgl. Rosenstiel, 2009, S. 5). Diese organisationalen Regelungen können über lange Zeiträume bestehen und gehen daher oft über die Zugehörigkeitsdauer von Führungskräften zu einer Organisation hinaus.
EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Führung im Kontext ständiger Veränderungsprozesse und führt in die theoretischen Grundlagen (Subjektive Theorien und Systemtheorie) ein.
THEMENFELD: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene Führungstheorien, von klassischen Ansätzen bis hin zur symbolischen und systemischen Führung.
UNTERSUCHUNGSKONZEPT: Hier werden die Forschungsfrage entwickelt und das qualitative methodische Vorgehen mittels problemzentrierter Interviews detailliert dargelegt.
ERGEBNISDARSTELLUNG UND -AUSWERTUNG: Dieser Teil präsentiert die Ergebnisse der qualitativen Analyse, strukturiert in vier Hauptkategorien, sowie das entwickelte heuristische Untersuchungsmodell.
ZUSAMMENFASSUNG, DISKUSSION UND AUSBLICK: Das Fazit interpretiert die Ergebnisse in Hinblick auf die untersuchten Wandelkonzepte, Mitarbeiterkonzepte sowie Selbstkonzepte und reflektiert kritisch die Gütekriterien der Studie.
Führung, Organisationaler Wandel, Subjektive Führungstheorien, Systemtheorie, Konstruktivismus, Personenvertrauen, Systemvertrauen, Qualitative Forschung, Grounded Theory, Führungshandeln, Organisationskultur, Veränderungsprozesse, Management, Führungskraft, Mitarbeiterführung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Führungskräfte ihre Rolle in Situationen des organisatorischen Wandels wahrnehmen und gestalten, basierend auf ihren subjektiven Theorien über Führung.
Die zentralen Themen sind Führungstheorien, die Dynamik organisationaler Veränderungsprozesse sowie die Rolle von Vertrauensbildungen (Personen- und Systemvertrauen) im Wandel.
Das Ziel ist es, Erlebensmuster und Handlungsstrategien von Führungskräften zu identifizieren und zu beschreiben, wie deren subjektive Annahmen ihr konkretes Verhalten in Wandelsituationen beeinflussen.
Die Studie nutzt qualitative Methoden, insbesondere leitfadengestützte problemzentrierte Interviews in Anlehnung an die Grounded Theory, um individuelle Konstrukte zu erfassen.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung von Führung und Wandel, der Entwicklung des Untersuchungskonzepts sowie der detaillierten Auswertung der Interviewergebnisse inklusive eines heuristischen Modells für Führung im Wandel.
Wichtige Begriffe sind Führungskraft, organisatorischer Wandel, subjektive Theorien, Vertrauen, systemische Führung und die Handlungsregulation von Führungskräften.
Das Konzept wird genutzt, um die Selbstkonzepte der Führungskräfte zu analysieren, insbesondere welche subjektiven Faktoren ihnen helfen, ihre Führungsaufgaben trotz der Belastungen im Wandel zu bewältigen.
Die Studie identifiziert Prozessklarheit als zentrales Element, um Unsicherheiten im Wandel zu minimieren und das Systemvertrauen der Beteiligten zu stabilisieren.
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