Bachelorarbeit, 2014
29 Seiten, Note: 1,7
1 Schutz der Unternehmenssouveränität
2 Akquisition eines Unternehmens
2.1 Motive für Unternehmensübernahmen
2.2 Interessenkonflikte und Übernahmetechniken
2.3 Möglichkeiten der Abwehr
2.3.1 Rechtlicher Rahmen
2.3.2 Gestaltung der Präventivmaßnahmen
2.3.3 Maßnahmen im Übernahmeverfahren
2.4 Handlungsmöglichkeiten optimal nutzen
3 Probleme und Abwehr der Münchner Rück
3.1 Kaufanreize für die Münchener Rück
3.2 Problematik des hohen Streubesitzes
3.3 Die Abwehrmaßnahmen der Münchener Rück
3.3.1 Rahmenbedingungen des Unternehmens
3.3.2 Abwehr durch präventive und reaktive Maßnahmen
4 Gibt es die eine Abwehrstrategie?
Die Bachelorarbeit untersucht die Möglichkeiten und rechtlichen Rahmenbedingungen zur Abwehr feindlicher Übernahmen am Beispiel der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG. Dabei wird analysiert, wie Unternehmen sich präventiv und reaktiv gegen unerwünschte Akquisitionsversuche positionieren können, um ihre unternehmerische Souveränität zu wahren.
3.2 Problematik des hohen Streubesitzes
Verschiedene Faktoren spielen bei der Entscheidung, ob ein Übernahmeversuch freundlich oder feindlich aufgenommen wird, eine wichtige Rolle. Entscheidend sind die Minderung der Informationsasymmetrie und die Steigerung der Verbundenheit zum Unternehmen, um in einer Übernahmesituation optimal zu handeln.
Die Hauptversammlung der Munich Re setzt sich in ihrer Aktionärsstruktur aus 88,8% Streubesitz und 11,2% Festbesitz zusammen. Dabei hält Warren Buffett und das ihm zugehörige Unternehmen National Indemnity Company den gesamten Festbesitz. BlackRock Inc. wird von Munich Re in der Auswertung nicht erwähnt. Innerhalb der fast 89% sind der Großteil der Aktionäre als sonstige institutionelle Anleger mit 68,4% und private Anleger mit 12,4% gelistet. Die restlichen 8% stellen Banken, Versicherungen und Investmentgesellschaften dar. Weitgehend haben sich diese Positionen seit 2010 nicht verändert. Die regionale Struktur zeigt, dass die Mehrheit der Aktionäre mit 35,1% aus dem nordamerikanischen Raum kommt, weitere 27,1% sind in Deutschland ansässig. Großbritannien sowie Länder aus weiteren Teilen Europas und der Welt halten 37,8% der Stimmrechte. Trotz der großen Streuung der Anteile existiert eine hohe Teilnahmequote an den Hauptversammlungen. So waren von 2008 bis 2012 hier jährlich mehr als 40% der Stimmrechte vertreten. 2013 dagegen nahmen nur noch 34% teil.
Würde es nun zu einem Übernahmeversuch kommen, stellt sich die Problematik der Interessengleichheit. Institutionelle Anleger, Banken, Versicherungen und Investmentgesellschaften haben meist eine geringe Verbundenheit mit dem Unternehmen. Zusätzlich haben sie eine höhere Performance Erwartung, was sich bei schlechten Ergebnissen negativ auf die ohnehin schon geringe Verbundenheit auswirkt. Aufgrund des hohen Anlagevolumens erwarten sie stetige und umfangreiche Informationen über das Unternehmen. Damit sich die institutionellen Anleger bei einer Akquisition nicht für die zu zahlende Prämie entscheiden, kann die Munich Re die Verbundenheit dahingehend stärken, dass sie den Kontakt eng hält. Ziel ist, neben der Verringerung der Informationsasymmetrie, eine bessere Bindung zum Unternehmen zu schaffen. Ganz anders hingegen ist es bei den privaten Anlegern. Sie erwerben die Anteile nicht mit der Absicht, kurzfristig Gewinne zu erwirtschaften, sondern verfolgen eine Buy and Hold Strategie.
1 Schutz der Unternehmenssouveränität: Einleitung in die Problematik des Souveränitätsschutzes bei Übernahmen und Definition des Untersuchungsrahmens.
2 Akquisition eines Unternehmens: Theoretische Auseinandersetzung mit Übernahmemotiven, Stakeholder-Interessen und dem rechtlichen Rahmen für Abwehrmaßnahmen.
3 Probleme und Abwehr der Münchner Rück: Empirische Analyse der Münchener Rück hinsichtlich ihrer Attraktivität für Bieter und ihrer spezifischen Verteidigungsmechanismen.
4 Gibt es die eine Abwehrstrategie?: Synthese der theoretischen und empirischen Ergebnisse mit dem Fazit, dass keine universelle Abwehrstrategie existiert.
Unternehmensübernahme, Feindliche Übernahme, Abwehrmaßnahmen, Münchener Rück, WpÜG, Aktiengesetz, Unternehmenssouveränität, Finanzinvestoren, Strategische Investoren, Aktionärsstruktur, Streubesitz, Kapitalmanagement, Aktienrückkauf, Neutralitätspflicht, Stakeholder-Interessen
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten, wie sich Aktiengesellschaften gegen feindliche Übernahmeversuche wehren können, wobei ein besonderer Fokus auf dem deutschen Rechtsrahmen und einem Praxisbeispiel liegt.
Zentrale Themen sind die Motive von Bietern, der rechtliche Rahmen (WpÜG/AktG), die Vorbereitung auf Übernahmesituationen sowie spezifische Abwehrstrategien.
Das primäre Ziel ist die Identifikation von Abwehrmöglichkeiten und die Beantwortung der Frage, ob es eine „eine richtige“ Abwehrstrategie gegen feindliche Übernahmen gibt.
Es handelt sich um eine theoretische Fundierung durch Literaturanalyse, die anschließend auf ein konkretes Fallbeispiel (Münchener Rück) angewendet wird.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Übernahmetheorie, rechtliche Rahmenbedingungen) und den empirischen Teil, der Kaufanreize sowie konkrete Abwehrmaßnahmen der Münchener Rück analysiert.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Unternehmenssouveränität, feindliche Übernahme, WpÜG, Abwehrmaßnahmen und Kapitalmanagement charakterisiert.
Der hohe Streubesitz stellt eine Herausforderung für die Unternehmensbindung dar, da institutionelle Anleger eine geringe Verbundenheit zeigen und bei Übernahmeangeboten primär auf kurzfristige Performance achten.
Weil jedes Unternehmen individuell betrachtet werden muss und die Abwehr effektiv nur durch eine spezifische, auf den jeweiligen Bieter und die Situation abgestimmte Reaktion erfolgen kann.
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