Masterarbeit, 1998
78 Seiten, Note: 5 (CH)
1. Biographische Skizze
1.1 Jugend und Ausbildung (1533 – 1567)
1.2 Im Pfarramt (1567-1588)
2. Erkenntnistheorie
2.1 Allgemeine Einführung
2.2 Erkenntnisfähigkeit
2.3 Übernatürliche und natürliche Erkenntnis
2.4 Erkenntnisorgane
2.5 Zwei Weisheiten: Philosophie und Theologie
3. Gotteslehre
3.1 Die Eigenschaften Gottes
3.2 Der Ort der Welt – die Lehre vom Sein
3.3 Christologie
4. Menschenbild
4.1 Mikrokosmos
4.2 Gottebenbildlichkeit
4.3 Der natürliche Mensch –Bestimmung und Ziel
5. Kirchen-, Sakraments-, und Bibelverständnis
5.1 Allgemeines
5.2 Die neue Kirche
5.3 Grundlegendes zum Sakramentsverständnis
5.4 Taufe
5.5 Abendmahl
5.6 Bibel
6. Beschreibung des mystischen Weges
6.1 Die Stufen des mystischen Weges
6.2 Notwendige Entwerdung
6.3 Busse und Opfer
6.4 Gelassenheit und Armut des Geistes
6.5 Das Gebet
6.6 Mystischer Körper und Nachfolge Christi
6.7 Synergismus, Prädestination und freier Wille
6.8 Einheit der Seele mit Gott
Diese Arbeit widmet sich dem protestantischen, mystischen Schriftsteller Valentin Weigel und untersucht seine originelle spirituelle Lehre. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie Erkenntnistheorie und Mystik in seinem Werk verknüpft sind, um eine Neugewinnung der Theologie jenseits konfessioneller Verhärtungen zu ermöglichen.
Die Bedeutung der Selbsterkenntnis
Die Fähigkeit zur Erkenntnis ist darum eingeboren. Es „gibt mir die Farb das Gesicht nicht, es ist zuvor in mir.“ Nur wenn alle notwendigen Vorbedingungen für die Bildung der Vorstellung blaue Wand in mir sind, ehe ich ihr begegne, kann ich sie erkennen. „Das Buch gibt mir die Erkenntnis nicht“, „das ist, die Kunst zu lesen und zu erkennen ist zuvor in mir.“: Besäße ich nicht von vornherein die Fähigkeit zu denken, so wäre verstandesmäßiges Erkennen unmöglich.
Neben dem Erkenntnisvermögen ist auch der Erkenntnisinhalt eingeboren: „Es meinen die Einfältigen, man lerne die Weisheit oder Kunst von aussen zu aus Büchern oder von Menschen. Darum sprechen sie: Ich habe es aus dem Buche gelesen, und von den Lehrmeistern habe ich das Handwerk oder Kunst studieret und gelernet. Diese kennen sich selbst nicht! Alle Weisheit und Kunst lieget zuvor verborgen in uns, und quillet heraus durchs auswendige Erwecken, Erinnern, Ermahnen, Ermuntern. So die Kunst oder Weisheit nicht zuvor in dir wäre, so könntest du deinem äusseren Schulmeister nicht Kundschaft geben, dass die Kunst recht wäre. Es mag dich keiner nichts lehren, es sei denn zuvor in dir; erwecken mag er dich wohl und überzeugen mit stetiger Uebung des Erbteils in dir.“
1. Biographische Skizze: Darstellung der Lebensgeschichte Weigels, seiner Ausbildung und seiner Tätigkeit als Pfarrer in Zschopau unter Berücksichtigung historischer Quellen.
2. Erkenntnistheorie: Erläuterung von Weigels zentraler Auffassung, dass wahre Erkenntnis durch ein inneres Auge und die göttliche Erleuchtung geschieht, statt nur durch äußere Belehrung.
3. Gotteslehre: Untersuchung von Gottes Eigenschaften als unbegreifliches Sein und die besondere Lehre vom Ort, die Gottes Immanenz in der Seele betont.
4. Menschenbild: Analyse der Anthropologie Weigels, die den Menschen als Mikrokosmos und Gottebenbild mit einer vergänglichen und einer ewigen Schicht beschreibt.
5. Kirchen-, Sakraments-, und Bibelverständnis: Kritik an institutionellen und äußerlichen Religionsformen zugunsten einer unsichtbaren Kirche und der inneren Erfahrung.
6. Beschreibung des mystischen Weges: Detaillierte Darstellung des spirituellen Aufstiegs, der notwendigen Entwerdung, der Rolle des Gebets und der unio mystica.
Valentin Weigel, Protestantische Mystik, Erkenntnistheorie, Innerlichkeit, Gotteslehre, Mikrokosmos, Selbsterkenntnis, Wiedergeburt, Sakramentskritik, Gelassenheit, Gebet, Gottebenbildlichkeit, Seelenimmanenz, christliche Spiritualität, Transformation.
Die Arbeit befasst sich mit dem Leben und der Theologie des protestantischen Mystikers Valentin Weigel, wobei der Schwerpunkt auf seiner Erkenntnislehre und dem mystischen Weg zur Vereinigung mit Gott liegt.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Erkenntnisstreben, dem Gottesbild, dem Verständnis der menschlichen Natur, der Kritik an kirchlichen Dogmen und der Praxis der mystischen Askese.
Das Ziel ist es, Weigels originelle mystische Perspektive innerhalb der protestantischen Theologie aufzuzeigen und zu begründen, wie er spirituelle Erfahrung als Grundlage des Glaubens etabliert.
Der Autor führt eine literarkritische Untersuchung durch, bei der er Weigels Werke analysiert, in den Kontext der Zeit stellt und mit der Sekundärliteratur vergleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Erkenntnistheorie, Gotteslehre, Menschenbild, das Verständnis von Kirche und Sakramenten sowie die Beschreibung des konkreten mystischen Weges.
Zentrale Begriffe sind Innerlichkeit, Selbsterkenntnis, Mikrokosmos, Gelassenheit, geistliches Wort und der Verzicht auf den Eigenwillen.
Weigel vertritt einen mystischen Pantheismus, in dem die Welt in Gott existiert, Gott jedoch nicht in der Welt aufgeht; er betont die Immanenz Gottes im Inneren der menschlichen Seele.
Er sah in der erzwungenen Unterzeichnung eine Einengung des Geistes und eine unzulässige Fixierung auf bloße Buchstaben, was dem freien, inneren Glaubensleben widersprach.
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