Bachelorarbeit, 2013
48 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Traditionelle Gesundheitskommunikation
2.1.1 Protection Motivation Theory
2.1.2 Selbstwirksamkeit
2.2 Interpersonale Kommunikation
2.2.1 Begriffsspezifikation und Funktionen
2.2.2 Sozialer Einfluss und Umdenkprozesse
2.2.3 Elemente des Kommunikationsprozesses
2.2.4 Theorien computervermittelter Kommunikation
2.3 Online-Gesundheitskommunikation
2.3.1 Das Internet in der Gesundheitskommunikation
2.3.2 Onlineforen
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Qualitatives Forschungsdesign
3.2 Untersuchungsgegenstand und Stichprobenauswahl
3.3 Datenerhebung
3.3.1 Leitfadeninterview
3.3.2 Entwicklung des Leitfadens
3.3.3 Durchführung der Interviews
3.4 Datenaufbereitung und -auswertung
4 Ergebnisse
4.1 Handlungsmuster und Strukturen
4.2 Umdenkprozesse
4.3 Soziale Einflussgrößen
4.3.1 Schlüsselkategorie
4.3.2 Weitere Einflussgrößen
4.4 Auswirkungen der Forenkommunikation
5 Methodendiskussion
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die interpersonale Kommunikation in Gesundheitsforen, um soziale Einflussgrößen zu identifizieren, die bei Forenteilnehmern Umdenkprozesse bezüglich ihres Gesundheitsverhaltens oder ihrer Einstellungen initiieren können. Ziel ist es, das Phänomen des sozialen Einflusses mit seinen Bedingungen und Konsequenzen in diesem spezifischen Online-Kontext zu erfassen.
4.3.1 Schlüsselkategorie
Die Kern- oder Schlüsselkategorie „stellvertretende Erfahrungen“ ist als ein zentraler Prozess der Forenkommunikation zwischen den Einflussgrößen und den Umdenkprozessen zu sehen. Die Kategorie des Erfahrungsaustausches ist dabei sehr eng mit anderen Kategorien verbunden, die sich um sie herum anordnen lassen. Diese Anordnung wird in Abbildung 4 dargestellt (eigene Darstellung). Die Kategorie ist auch eng mit der sozialen Unterstützung verbunden, da soziale Unterstützung im Austausch von Erfahrungen mitschwingen kann.
Die Wichtigkeit des Erfahrungsaustausches wurde mehrfach als zentrales Element in der Forenkommunikation genannt. Ein Befragter sagte, „am besten ist immer ein Erfahrungsaustausch“ ((4) #00:09:55-5#, S. 4f.). Dadurch, dass andere von ihren eigenen Erfahrungen im Forum berichten, wird das Vertrauen in die Aussage derjenigen gestärkt ((3) #00:31:27-6#, S. 14). So kann soziale Unterstützung im Forum stattfinden. Besonders wertgeschätzt wird dabei der Austausch von Erfahrungen mit Gleichgesinnten, bei denen man weiß „ja, mir geht es genauso“ ((4) #00:10:02-4#, S. 5) und „aha der hat das selbe Problem“ ((2) #00:26:38-6#, S. 12f.). Dadurch fühlt man sich weniger alleine ((2) #00:23:16-6#, S. 11).
Der Erfahrungsaustausch im Forum wird von vielen anstelle eines Arztbesuchs oder wegen fehlender Ansprechpartner bevorzugt und stellt damit einen großen Vorteil des Forums dar. Dadurch, „dass die Leute wirklich von ihrer Sicht aus sprechen können, die selbst betroffen sind“ ((2) #00:06:49-1#, S. 4) kann der Austausch von Symptomen und Begleiterscheinungen auch dazu führen, dass die Ursachenfindung für ein Problem durch andere Teilnehmer mit denselben Erfahrungen, unterstützt wird ((3) #00:31:54-2#, S. 13).
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Internetnutzung für Gesundheitsfragen ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach den sozialen Einflussgrößen in Gesundheitsforen.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel verknüpft traditionelle Gesundheitstheorien, wie die Protection Motivation Theory, mit Ansätzen der interpersonalen und computervermittelten Kommunikation.
3 Methodisches Vorgehen: Hier wird das qualitative Forschungsdesign dargelegt, welches auf Leitfadeninterviews basiert und die Auswertung mittels der Grounded Theory beschreibt.
4 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren das induktiv entwickelte Kategoriengefüge, wobei die „stellvertretenden Erfahrungen“ als Kernkategorie für Umdenkprozesse identifiziert werden.
5 Methodendiskussion: Das Kapitel reflektiert kritisch den Forschungsprozess und bewertet die Studie anhand qualitativer Gütekriterien.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont das Potenzial von Online-Gesundheitsforen für die Unterstützung bei gesundheitlichen Entscheidungen.
Gesundheitskommunikation, Onlineforen, interpersonale Kommunikation, soziale Einflussgrößen, Umdenkprozesse, Grounded Theory, soziale Unterstützung, Erfahrungsaustausch, Selbstwirksamkeit, Internet, Gesundheitsverhalten, Patienteninformation, Online-Community, qualitative Forschung, E-Health.
Die Arbeit untersucht, wie die Kommunikation in Gesundheitsforen funktioniert und welche sozialen Faktoren dazu führen können, dass Forenteilnehmer ihre Einstellungen oder ihr Verhalten zu Gesundheitsthemen ändern.
Die zentralen Felder sind die traditionelle und digitale Gesundheitskommunikation, Konzepte der interpersonalen Beeinflussung, Online-Sozialisation sowie die methodische Auswertung von Nutzererfahrungen in Internetforen.
Das Hauptziel besteht darin, soziale Einflussgrößen zu identifizieren, die bei Forennutzern Umdenkprozesse in Bezug auf ihre Gesundheit initiieren oder fördern.
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign mit Leitfadeninterviews gewählt, wobei die Datenauswertung methodisch streng nach dem Forschungsstil der Grounded Theory erfolgte.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die detaillierte Beschreibung des methodischen Vorgehens und die Darstellung der empirischen Ergebnisse samt der daraus abgeleiteten Kernkategorien.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Gesundheitskommunikation, Onlineforen, soziale Einflussgrößen, Umdenkprozesse, Erfahrungsaustausch und Grounded Theory.
Anonymität senkt laut der Studie die Hemmschwelle der Teilnehmer, wodurch offen über diskrete oder unangenehme Gesundheitsthemen gesprochen werden kann, was wiederum den Austausch fördert.
Durch das Lesen der Geschichten und Erfahrungen anderer Nutzer lernen die Teilnehmer, können ihre eigene Situation besser einordnen und entwickeln oft mehr Vertrauen, ihre eigenen gesundheitlichen Entscheidungen zu treffen.
Die Problemlösung stößt an ihre Grenzen, wenn psychische Ängste zu stark ausgeprägt sind und professionelle psychiatrische Hilfe erfordern, die ein Laienforum nicht ersetzen kann.
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