Bachelorarbeit, 2013
146 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
II. Theorie
1 Uses-and-Gratifications Approach
1.1 Elemente des Ansatzes
1.2 Entwicklung des Ansatzes und Forschungsstand
1.3 Kritik und Weiterentwicklung
2 Computervermittelte Individual- und Gruppenkommunikation im Beruf
2.1 Computervermittele Individual- und Gruppenkommunikation
2.2 Mediennutzungsumfeld Beruf
III. Methodik
1 Forschungsfrage und Hypothesen
2 Quantitative Online-Befragung
3 Grundgesamtheit und Stichprobe
4 Operationalisierung
4.1 Bedürfnistypologie
4.2 Fragebogenkonstruktion
5 Pretest
6 Webbasierte Datenerhebung
7 Darstellung der Auswertungsergebnisse und Interpretation
7.1 Beschreibung des Samples
7.2 Analyse & Interpretation der Hypothesen
7.3 Beantwortung der Forschungsfrage
8 Methodenkritik
IV. Fazit
Die Arbeit untersucht die Übertragbarkeit des Uses-and-Gratifications Approach auf die berufliche webbasierte Individual- und Gruppenkommunikation. Ziel ist es, zu ermitteln, ob und wie berufstätige Mediennutzer digitale Kanäle zur Befriedigung ihrer beruflichen Kommunikationsbedürfnisse einsetzen, wobei insbesondere die Rolle der beruflichen Hierarchie und die Selektionsmechanismen bei der Medienwahl im Fokus stehen.
1 Uses-and-Gratifications Approach
Die kommunikations- und medienwissenschaftliche Forschung beschäftigte sich von Anfang an mit der Frage nach der Wirkung der Medien auf die Menschen. Die damit verbundene Frage „What do the media do to people“ (Katz/ Foulkes 1962: 378) geht von einem passiven Publikum aus, welches den Medien und seinen Inhalten ausgesetzt ist. Mit der berühmten Studie zur Wahlkampfkommunikation The Peoples Choice drehten Berelson, Lazarsfeld und Gaudet in den 1940er Jahren die Perspektive der Beobachtung. Die Frage lautete nun: „What do people do with the media?“ (ebd.). Mit diesem Paradigmenwechsel von dem Stimulus-Response-Modell zu der nutzerzentrierter Perspektive (vgl. Schweiger 2007: 60) erhob sich der passive Rezipient zum aktiven Mediennutzer. Dieser handelt selektiv in seiner Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und Nutzung (Scheufele 2007: 109).
Der prominenteste Ansatz zur Erklärung dieses Mediennutzungsverhaltens ist der Uses-and-Gratifications Approach (vgl. Bonfadelli 2007: 12). Als Gegenmodell zur bis dahin gültigen klassischen Medienwirkungsforschung (vgl. Hugger 2008: 173) geht er von einem aktiven Publikum aus, welches Medien zur Befriedigung der individuellen Bedürfnisse gezielt einsetzt (vgl. Rosengren 2000: 21). Der Ansatz der Publikums- und Gratifikationsforschung (vgl. Schenk 2007: 681) schwächt die Medienwirkung recht stark ab, denn der aktive Nutzer kann in seinem selektiven Nutzungsverhalten bestimmte Medien und deren Inhalte umgehen (vgl. Scheufele 2007: 109).
Hauptentwickler waren neben dem amerikanischen Soziologen Elihu Katz die Forscher Jay Blumer und Michael Gurevitch. Entscheidende Werke zu dem Ansatz stammen außerdem von Karl Erik Rosengren, Lawrence Wenner, Philip Palmgreen und David Foulkes. Katz, Blumer und Gurevitch. Sie definieren die Forschungsrichter als ihre Begründern wie in der nachfolgenden Übersicht veranschaulicht als Prozessmodell (vgl. 1974: 20). So liegen die Ursprünge der individuellen Bedürfnisse in sozialen und psychischen Quellen. Die Bedürfnisse des Individuums haben eine Auswirkung auf die Erwartungshaltung an die Massenmedien und andere, sogenannte funktionale Alternativen als Quellen der Bedürfnisbefriedigung. In dieser eigeninitiativen Position (vgl. Hugger 2008: 173) wendet sich der Nutzer dem Medium nur zu, wenn die Mediennutzung lohnenswert erscheint. Dies ist dann der Fall, wenn er eine Gratifikation, also eine Belohnung seines Verhaltens, erwartet. In diesem zielorientierten und intentionalen Handeln findet eine Abwägung zwischen den verschiedenen Gratifikationsquellen statt. Es findet also eine zielgerichtete Selektion statt. Die Medienzuwendung kann entweder in der Gratifikation, also der Bedürfnisbefriedigung, oder anderen Konsequenzen resultieren (vgl. Katz/ Blumler/ Gurevitch 1974: 20).
I. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Untersuchung durch den Wandel von Massen- zur Individualkommunikation und legt die forschungsleitende Frage zur Anwendung des Uses-and-Gratifications Ansatzes im Berufsleben dar.
II. Theorie: Dieses Kapitel fundiert die Arbeit theoretisch, indem es den Uses-and-Gratifications Approach definiert und die computervermittelte Individual- und Gruppenkommunikation in den beruflichen Kontext einordnet.
III. Methodik: Der Methodenteil beschreibt das Vorgehen der empirischen Online-Befragung, von der Hypothesenbildung über die Operationalisierung beruflicher Bedürfnisse bis hin zur Datenerhebung und Auswertung.
IV. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Bestätigung der Hypothesen und gibt einen Ausblick auf die Relevanz der empirischen Kommunikationsforschung in der Berufswelt.
Uses-and-Gratifications, Mediennutzung, Individualkommunikation, Gruppenkommunikation, Berufskommunikation, CviK, Online-Befragung, Gratifikation, Bedürfnisbefriedigung, Medienwahl, Arbeitswelt, Medienkonvergenz, Publizistik, Medienwissenschaft, Empirische Sozialforschung.
Die Arbeit untersucht die Kommunikationsbedürfnisse berufstätiger Mediennutzer und analysiert, wie diese ihre digitalen Kommunikationsmittel gezielt zur Bedürfnisbefriedigung einsetzen.
Die zentralen Felder sind der Uses-and-Gratifications Approach als theoretisches Modell, die verschiedenen Formen computervermittelter Individual- und Gruppenkommunikation (CviK) und deren Nutzung im beruflichen Alltag.
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob der Uses-and-Gratifications Approach auch in der computervermittelten Kommunikation des Berufslebens Gültigkeit besitzt.
Es wurde eine quantitative Online-Befragung von Erwerbstätigen durchgeführt, um Daten zur Mediennutzung und den damit verbundenen Gratifikationen zu erheben und zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende theoretische Fundierung sowie einen methodischen Teil, der das Forschungsdesign, die Operationalisierung der Begriffe und die anschließende empirische Auswertung detailliert darstellt.
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Uses-and-Gratifications, Mediennutzung, Individualkommunikation, Berufskommunikation und empirische Medienforschung beschreiben.
Die Analyse zeigt, dass Führungskräfte tendenziell andere Arbeitsschwerpunkte setzen, wie etwa Selbstverwirklichung, während Erwerbstätige in unteren Hierarchieebenen stärker den finanziellen Lebensunterhalt und Anerkennung als treibende Faktoren betrachten.
Das Schneeballprinzip wurde gewählt, um über bestehende berufliche Kontakte einer Eventmanagement-Agentur Zugang zu einer zielgruppengenauen Stichprobe von Berufstätigen in Bürotätigkeiten zu erhalten.
Die Selektion ist ein zentraler Aspekt: Die Untersuchung zeigt, dass Berufstätige bei fehlender Gratifikation durch ein bestimmtes Medium dazu neigen, auf funktionale Alternativen auszuweichen, was die aktive Rolle des Rezipienten unterstreicht.
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