Magisterarbeit, 2011
106 Seiten, Note: 1,4
I Einleitung
1. Thematische Einführung
2. Quellenkritische Anmerkungen
a) Heike monogatari
b) Chanson de Roland & Rolandslied
II Historischer Abriss
1. Entstehungsgeschichtliche Betrachtung der japanischen Samurai
2. Entstehungsgeschichtliche Betrachtung der abendländischen Ritter
III Grundelemente
1. Genealogische Identität des Kriegertums
2. Symbole des Kriegers
3. Kriegerische Ehre
a) Tat und Leistung
b) Kriegerische Wertkonzepte
IV Spannungsfelder
1. Hof und Kriegertum
a) Der Hof als gedachter Raum
b) Kontrasträume
c) Erkenntnishorizont
2. Herrschaft und Dienst
a) Begrifflichkeiten
a) Kontrasträume
b) Erkenntnishorizont
3. Krieg und Frieden
a) Aspekte des Krieges
b) Kontrasträume
c) Erkenntnishorizont
4. Religion und Gewalt
a) Mittelalterliche Religiosität
b) Kontrasträume
c) Erkenntnishorizont
V Resümee
Die vorliegende Arbeit verfolgt einen vergleichenden, mentalitätsgeschichtlichen Ansatz, um die kriegerischen Identitätskonzepte von „Ritter“ und „Samurai“ zu untersuchen. Ziel ist es, in einer interaktiven Analyse herauszuarbeiten, welche gemeinsamen Strukturen und kontrastierenden Vorstellungen diese Stände entwickelten und inwiefern sie sich in unterschiedlichen kulturellen Kontexten als gesellschaftliche Formationen etablierten.
1. Thematische Einführung
„Samurai“ und „Ritter“ sind Begriffe von großer medialer Popularität, die vielfältige Bedeutungen in sich bündeln. Aus westlicher Sicht ist es zudem bezeichnend, dass „der Samurai“ als Begriff aus dem japanischen Kontext auch hier reichhaltige Assoziationen weckt. Die populäre Literatur beschäftigt sich mindestens ebenso häufig mit diesen Themen wie die wissenschaftliche Forschung. Außerdem werden die Begriffe immer wieder in moderne Zusammenhänge gesetzt. „Warum gelten Yakuza als Erben des Bushidô 武士道(‚Weg des Kriegers‘)?“, heißt es in der Beschreibung zu einer japanischsprachigen Monographie, welche das Männlichkeitsbild von Yakuza (organisierte Kriminalität in Japan) und Samurai einander gegenüberstellt. „Die Rückkehr der Samurai – Japans Wirtschaft nach der Krise“ lautet der Titel einer deutschen Publikation, welche den Begriff in einen ganz anderen Kontext stellt. Eine Monographie zum Nationalsozialismus trägt den Titel „Ritter, Landsknecht, Legionär: militärmythische Leitbilder in der Ideologie der SS“. Ein populärpsychologisches Werk heißt „Die Tyrannei der edlen Ritter: Männer, die Frauen retten wollen“. Schnell wird deutlich, dass beide Begriffe dem Bedarf entsprechend und z.T. sogar semantisch unscharf gebraucht werden; eine Auseinandersetzung mit ihnen muss außerdem vorab klarstellen, aus welcher Perspektive gearbeitet wird.
In der vorliegenden Arbeit wird ein vergleichender Ansatz verfolgt, der zwei historisch gewachsene Phänomene untersucht, nämlich „Ritter“ und „Samurai“ als mentalitätsgeschichtliche Konzepte. Dieser Ansatz ordnet militärhistorische, politische oder feudalrechtliche Blickwinkel der Annäherung an ein (Selbst-) Bild von Ritterstand und Samuraistand unter. Dabei besteht die These, dass beide jeweils als gesellschaftliche Formationen Identitätskonzepte herausbildeten, die sich beispielsweise durch feste Gebräuche, Standeseigentümlichkeiten und eine gemeinsame Moral fassen lassen. Seki Yukihiko sieht bereits in der Vorform des Samurai (bzw. bushi 武士), dem tsuwamono 兵 des japanischen Frühmittelalters, bestimmte Attribute vereint, die dem Krieger über das Realienkundliche hinaus Bedeutung verliehen.
I Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themenstellung ein und erläutert den mentalitätsgeschichtlichen Vergleichsansatz der Arbeit unter Heranziehung literarischer Quellen.
II Historischer Abriss: Hier werden die Entstehungsgeschichten des japanischen Kriegerstandes (Samurai) und des abendländischen Rittertums unter Berücksichtigung politischer und gesellschaftlicher Umbrüche skizziert.
III Grundelemente: Dieses Kapitel definiert die wesentlichen identitätsstiftenden Bausteine: Genealogie, die Symbolik der Ausrüstung sowie Mechanismen der Ehre.
IV Spannungsfelder: Dies ist der Hauptteil der Arbeit, in dem die Grundelemente in komplexe Kontextfelder (Hof, Herrschaft, Krieg und Religion) eingeordnet und in ihrer Wechselwirkung untersucht werden.
V Resümee: Das Resümee fasst die zentralen Erkenntnisse der interkulturellen Gegenüberstellung zusammen und reflektiert über die Transformation und das spätere Wirken dieser Identitätskonzepte.
Samurai, Ritter, Identität, Mentalitätsgeschichte, Ehre, Bushidô, Rittertum, Heike monogatari, Chanson de Roland, Feudalismus, Krieg, Herrschaft, Dienst, Religion, Vergleich
Die Arbeit untersucht vergleichend die kriegerischen Identitätskonzepte von Rittern und Samurai als mentalitätsgeschichtliche Phänomene des Mittelalters.
Die zentralen Felder sind die Genealogie, die Symbolik des Kriegers, die kriegerische Ehre sowie das Spannungsfeld zwischen Kriegertum und höfischer Kultur, Herrschaftsverhältnissen und Religion.
Ziel ist es, die Vielschichtigkeit der Identitätskonzepte aufzuzeigen, ohne dabei in die Falle einer oberflächlichen Gleichsetzung der beiden Kulturkreise zu tappen.
Die Autor verfolgt einen interaktiven, komparativen Ansatz, der literarische Primärquellen wie das Heike monogatari und die Chanson de Roland als Spiegel mentalitätsgeschichtlicher Vorstellungen nutzt.
Der Hauptteil analysiert die "Spannungsfelder", in denen sich der Kriegerstand bewegte, insbesondere die Ambivalenz zwischen dem Leben als Krieger und dem Anspruch auf gesellschaftliche Geltung im höfischen Kontext.
Identitätskonstruktion, kriegerisches Ethos, kulturgeschichtlicher Vergleich, Symbolik und die soziale Organisation des Kriegerstandes.
Das Schwert wird nicht nur als Waffe, sondern als zentrales Herrschaftssymbol und "Sinnformation" analysiert, die Identität stiftet und den sozialen Status legitimiert.
Die Arbeit arbeitet heraus, dass der Freitod (seppuku) als Mittel der Ehrenrettung im japanischen Kontext eine andere religiöse und gesellschaftliche Bedeutung hatte als im christlich-abendländischen Rittertum, wo der Freitod eher als Sünde galt.
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