Masterarbeit, 2009
117 Seiten, Note: 2,0
1 EINLEITUNG
1.1 Zur Struktur der Arbeit
1.2 Die Quellen und ihre Auswertungsgesichtspunkte
2 DAS KÖNIGREICH SHS (JUGOSLAWIEN)
2.1 Die ideologische Grundlage und die Staatsgründung
2.2 Die Wahlen zur verfassungsgebenden Nationalversammlung
2.3 Die Vidovdan-Verfassung (28.06.1921)
2.4 Die Königsdiktatur
2.5 Das Abkommen Cvetkovi-Maček und die Errichtung der Banschaft Kroatien
3 DER ZWEITE WELTKRIEG UND DER UNABHÄNGIGE STAAT KROATIEN (USK)
3.1 Bosnien-Herzegowina als Bestandteil des Unabhängigen Staates Kroatien
3.2 Genozid des Ustascha-Regimes an Serben und der Widerstand
3.3 Racheaktionen der Tschetniks
3.4 Die Vernichtungspolitik des Ustascha-Regimes und die „Pazifikation“ der aufständischen Gebiete
3.5 Westbosnien als Kerngebiet der jugoslawischen Partisanenbewegung
3.6 Sieg der kommunistischen Bewegung und die Errichtung der jugoslawischen Teilrepublik Bosnien und Herzegowina
4 DAS KOMMUNISTISCHE JUGOSLAWIEN
4.1 Nachkriegsjahre und Aufbau
4.2 Der Bruch zwischen Tito und Stalin und der jugoslawische Sonderweg zum Kommunismus
4.3 Politische und wirtschaftliche Behauptung Bosniens innerhalb Jugoslawiens
4.4 Titos Tod und die Wirtschaftskrise
4.5 Der Zusammenbruch des Sozialismus in Jugoslawien
4.6 Einführung des Mehrparteiensystems und die ersten Wahlen 1990
5 SCHLUSSBEMERKUNGEN
Die Arbeit untersucht die Geschichte von Bosnien-Herzegowina im Zeitraum von 1918 bis 1991, wobei der Schwerpunkt auf der staatsrechtlichen und administrativen Entwicklung innerhalb der verschiedenen jugoslawischen Staaten und des Unabhängigen Staates Kroatien liegt, um die politischen Kausalitäten und die Entwicklung der bosnischen Identität nachzuvollziehen.
2.1 Die ideologische Grundlage und die Staatsgründung
Nach der vierjahrhundert langen osmanischen Herrschaft (1463-1878) folgte eine relativ kurze österreichisch-ungarische Periode (1878-1918), die aber Dynamik in alle gesellschaftlichen Segmente von den politischen, wirtschaftlichen bis zu den kulturellen, bringt. Das Attentat am habsburgischen Thronfolger Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 in Sarajevo, durchgeführt vom jungen bosnischen Serben Gavrilo Princip (1894-1918), gilt in der Historiographie immer noch als ein sehr umstrittenes Ereignis.
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs waren Serbien und Montenegro schon souveräne Staaten, die ihre Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich im Laufe des 19. Jahrhunderts errungen hatten. Im Ersten Balkankrieg 1912 konnten die beiden neugegründeten Staaten im Bund mit zwei weiteren Balkanstaaten, Bulgarien und Griechenland, die osmanischen Truppen von der ganzen Balkanhalbinsel bis auf Ostthrakien zum Rückzug bringen. Im Vielvölkerstaat der Österreichisch-ungarischen Monarchie lebten fast 6 Millionen Südslawen.
Die Tradition des kroatischen Staatsrechts, wonach die kroatische Staatlichkeit nie aufhört hat zu existieren, wurde Jahrhunderte lang gepflegt. Im 17. Jahrhundert setzte sich der katholische Theologe Juraj Križani (1618-1683) für eine Annäherung der Orthodoxie an den Katholizismus durch die Anerkennung des Papstes und die Vereinigung aller Slawen unter der Führung Russlands ein. Seine Ideen kamen erst durch die Veröffentlichung seiner Werke im 19. Jahrhundert ans Tageslicht.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung definiert den zeitlichen Rahmen der Arbeit (1918-1991) und erläutert die methodische Herangehensweise an die synthetische Darstellung der politischen Geschichte Bosniens.
2 DAS KÖNIGREICH SHS (JUGOSLAWIEN): Dieses Kapitel analysiert die staatsrechtliche Einbindung Bosniens in das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen sowie die Auswirkungen der zentralistischen Verfassung und der späteren Königsdiktatur.
3 DER ZWEITE WELTKRIEG UND DER UNABHÄNGIGE STAAT KROATIEN (USK): Das Kapitel behandelt die Zerschlagung des Staates, die Eingliederung Bosniens in den USK sowie die komplexen Konfliktlinien zwischen Ustascha, Tschetniks und der Partisanenbewegung.
4 DAS KOMMUNISTISCHE JUGOSLAWIEN: Es wird die Etablierung des sozialistischen Systems, der Wirtschaftsaufbau und die zunehmende Autonomie Bosniens innerhalb der jugoslawischen Föderation bis zum Zusammenbruch 1990 thematisiert.
5 SCHLUSSBEMERKUNGEN: Die Schlussbetrachtung resümiert die historische Entwicklung und bewertet Bosnien-Herzegowina als ein kompliziertes staatliches Gebilde im Spannungsfeld der ethnischen und politischen Interessen des 20. Jahrhunderts.
Bosnien-Herzegowina, Jugoslawien, Unabhängiger Staat Kroatien, Ustascha, Tschetniks, Partisanen, Kommunismus, Staatsrecht, Nationalismus, ethnische Struktur, Wirtschaftsgeschichte, Zwangskollektivierung, Föderalismus, Selbstverwaltung, Identität.
Die Arbeit analysiert die neuere Geschichte Bosnien-Herzegowinas von 1918 bis 1991 unter besonderer Berücksichtigung seiner staatsrechtlichen und politischen Stellung in den wechselnden Systemen Jugoslawiens und des Unabhängigen Staates Kroatien.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der kroatischen und serbischen Staatsideen, dem Zweiten Weltkrieg im USK, der kommunistischen Ära mit ihren Wirtschaftsreformen und dem Aufstieg einer eigenständigen bosnischen Identität.
Ziel ist eine synthetische Darstellung der administrativen und staatsrechtlichen Entwicklung Bosnien-Herzegowinas, um die Kausalitäten für die politische Entwicklung und die ethnischen Dynamiken des 20. Jahrhunderts aufzuzeigen.
Der Autor verwendet eine historische Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung von Literatur, nationalen Archiven sowie wirtschaftlichen und demographischen statistischen Datenquellen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in drei Epochen: die Zwischenkriegszeit im Königreich SHS/Jugoslawien, den Zweiten Weltkrieg unter dem Ustascha-Regime und die kommunistische Periode bis zum Mehrparteiensystem 1990.
Die Arbeit charakterisiert Begriffe wie den integrativen Jugoslawismus, die administrative Zersplitterung Bosniens durch Banschaften, den Partisanenkampf und die sozialistische Selbstverwaltung.
Es wurde von den Ustaschas als Teil des kroatischen Staates beansprucht, wobei muslimische Eliten versuchten, den Status des Landes durch Autonomieforderungen gegenüber deutschen und italienischen Besatzungsmächten zu sichern.
Das Abkommen von 1939, das die Banschaft Kroatien schuf, zerschnitt historische bosnische Grenzen und integrierte mehrere bosnische Bezirke in die neue kroatische Verwaltungseinheit, was zu einer Schwächung der bosnischen administrativen Einheit führte.
Bosnien-Herzegowina war die einzige Teilrepublik, in der bei den ersten pluralistischen Wahlen 1990 nicht ehemalige Kommunisten die Präsidentenämter übernahmen, sondern neue demokratische Kräfte.
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