Examensarbeit, 2012
65 Seiten, Note: 1,0
ZEITLISTE
INHALTSVERZEICHNIS
EINLEITUNG
I. TEIL: HINTERGRÜNDE UND QUELLENLAGE
1. Historische und philosophische Rahmenbedingungen
1.1 Die Annäherung an Sokrates über Sokratesbilder
1.2 Die Vorsokratik
1.3 Die Sophisten
1.4 Die Person des Sokrates
2. Quellenlage
2.1 Die Wolken des Aristophanes
2.2 Die Memorabilien des Xenophon
2.3 Platons Sokrates in den Frühdialogen
2.4 Aristoteles über Sokrates
2.5 Die „kleinen“ Sokratiker und andere Komödiendichter
2.6 Die Apologie Platons und der Prozess des Sokrates
II. TEIL: DIE EINHEIT VON THEORIE UND PRAXIS
1.1 Sokrates und seine Abgrenzung von der Sophistik
1.2 Der Begriff Arete bei Sokrates
1.3 Sokratische Paradoxien
1.4 Die Seelenvorstellung von Sokrates in der platonischen Apologie
1.5 Die Einschränkung des Wissensbereichs auf menschliches Wissen
1.6 Das Prüfverfahren in der Apologie
III. TEIL: DIE SOKRATISCHE ARETOLOGIE
1.1 Das Induktionsproblem und die Einheit der Tugenden
1.2 Die sokratische Tugendlehre als Aretologie
SCHLUSSBEMERKUNGEN UND RESÜMEE
LITERATUR
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den historischen Sokrates und die Kernsubstanz seiner Lehre zu rekonstruieren. Angesichts der schwierigen Quellenlage und der stark divergierenden Sokratesbilder in der Philosophiegeschichte untersucht die Autorin das Verhältnis zwischen den verschiedenen antiken Überlieferungen, um ein möglichst authentisches Bild des Philosophen zu gewinnen, das sich insbesondere auf die platonischen Frühdialoge, die Apologie und die Aussagen des Aristoteles stützt.
1.2 Die Vorsokratik
Die Vorsokratiker stellen eine breite intellektuelle Bewegung im Griechenland des 6. Jh. v. Chr. dar. Ihren Ausgangspunkt nahm sie in Milet mit der Denkertriade Thales, Anaximander und Anaximenes, bis sie auch auf andere Polei in ganz Griechenland übergriff. Der gemeinsame Grundgedanke aller Vorsokratiker ist den Aufbau der Welt, des Kosmos bzw. des Seins mittels natürlicher letzter Ursachen zu erklären. Während nämlich Homer (ca. 750 v. Chr.) in seiner Ilias und Odyssee und sein Zeitgenosse Hesiod in seiner Theogonie (ca. 730 v. Chr.) die Entstehung der Welt und die Ordnung in ihr mittels eines mythischen Weltbildes, in dem sich Götter lieben, streiten und aufeinander folgen, zu erklären versuchen, geben die Vorsokratiker natürliche Ursachen an. Dabei lässt sich zunächst das mythische Denken wie folgt charakterisieren:
• Es handelt sich um zusammenhängende Geschichten, in denen kosmische Kräfte personifiziert durch Götter handeln;
• Es beantwortet die Fragen nach Ursprung, Entstehung und Ende sowie dem Sinn und Zweck der Welt;
• Der Mensch fühlt sich also in eine übergreifende, von den Göttern geschaffene Ordnung eingebettet;
• Damit wird Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft sowie Stagnation und Wandel erklärt;
• Der Mythos kann nicht rational, sondern nur intuitiv erfasst werden.
1. Historische und philosophische Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel skizziert die geistige Umgebung des 5. Jahrhunderts v. Chr. und stellt die Zäsur dar, die Sokrates gegenüber der vorsokratischen Naturphilosophie und der sophistischen Bewegung bedeutet.
2. Quellenlage: Hier erfolgt eine kritische Würdigung der Hauptquellen (Aristophanes, Xenophon, Platon, Aristoteles), wobei deren jeweilige Intentionen und die Verlässlichkeit ihrer Sokratesbilder untersucht werden.
II. TEIL: DIE EINHEIT VON THEORIE UND PRAXIS: Dieser Teil analysiert die ethische Kernlehre des Sokrates, insbesondere die Arete, die sokratischen Paradoxien und die Bedeutung seiner Gesprächsmethodik.
III. TEIL: DIE SOKRATISCHE ARETOLOGIE: Der abschließende Teil befasst sich mit dem Induktionsproblem und der Tugendlehre, wobei Sokrates als Vorläufer einer ethisch fundierten Einheitslehre positioniert wird.
Sokrates, Historischer Sokrates, Platon, Frühdialoge, Quellenlage, Arete, Sokratische Tugendlehre, Aporie, Sophistik, Vorsokratiker, Philosophiegeschichte, Erkenntnistheorie, Ethische Paradoxien, Dialogmethode, Aristoteles.
Die Arbeit befasst sich mit der Rekonstruktion des historischen Sokrates unter Berücksichtigung der kritischen Quellenlage und der Differenzierung zu platonischen und aristotelischen Überlieferungen.
Die Themen umfassen die philosophischen Rahmenbedingungen des antiken Athens, die Quellenanalyse, die ethische Lehre des Sokrates sowie seine methodische Vorgehensweise.
Ziel ist es, den historischen Kern von Sokrates' Lehre von den literarischen Überlagerungen durch spätere Autoren abzugrenzen und die philosophische Substanz seines Denkens freizulegen.
Die Arbeit nutzt eine historisch-kritische Analyse der antiken Quellen, indem sie die verschiedenen Zeugnisse miteinander vergleicht und deren philosophische Implikationen prüft.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Einheit von Theorie und Praxis in der sokratischen Philosophie sowie auf die Aretologie, also seine spezifische Lehre von der Tugend.
Begriffe wie Arete, Aporie, Sokratischer Intellektualismus, Mäeutik, Logos und das Daimonion stehen im Zentrum der begrifflichen Untersuchung.
Aristoteles wird als wesentlicher Kronzeuge geschätzt, der – trotz eigener terminologischer Färbung – eine klare Linie zwischen Sokrates und Platon zieht, was für die Suche nach dem historischen Sokrates von entscheidender Bedeutung ist.
Sie gilt als das authentischste Zeugnis der Haltung des Sokrates und als Fundament für seine Wirkungsmächtigkeit, da sie Debatten über Erkenntnisfähigkeit widerspiegelt, die bei anderen Sokratikern nur in Fragmenten existieren.
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