Masterarbeit, 2013
155 Seiten, Note: 1
Einleitung
I. Theoretischer Teil
1. Relevanz einer pränatalen Pädagogik
2. Pränatale Psychologie als Wegweiser einer umfassenderen Wahrnehmung vor und nachgeburtlicher Entwicklungszusammenhänge
3. Die Pränatale Beziehung
3.1 Das dialogische Prinzip Martin Bubers bezogen auf die pränatale Beziehung
3.1.1 Urdistanz, Beziehung und die Grundworte Ich-Du und Ich-Es
3.1.2 Ultraschalluntersuchungen pränataler Diagnostik in Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung, Wirkung und Verantwortung in Bubers dialogischem Beziehungsverständnis
3.2 Die erste Beziehung des pränatalen Kindes
3.3 Bindungsforschung und Bindungstheorie
3.4 Forschungsgeschichte der pränatalen Bindung
3.4.1 Frühe Konzepte pränataler Bindung
3.4.1.1 Kritik an den frühen Konzepten pränataler Bindung
3.4.2 Neuere Konzepte pränataler Bindungsforschung
3.5 Begriffsklärung pränataler Beziehung und Bindung
3.5.1 Definitionsversuche pränataler Beziehung und Bindung
3.6 Faktoren pränataler Beziehung
3.6.1 Intrasubjektive Faktoren
3.6.1.1 Persönlichkeitsfaktoren und psychische Gesundheit
3.6.1.2 Einstellungen und Vorstellungen
3.6.1.2.1 Geschlechtserwartungen
3.6.1.3 Identität, Selbstkonzept und Lebensplan
3.6.1.4 Gewolltheit/Ungewolltheit
3.6.1.5 Kindsverlust durch Abtreibung oder Fehlgeburt und Folgeschwangerschaft
3.6.2 Physiologische Faktoren
3.6.2.1 Körperliches Befinden und Risikoschwangerschaft
3.6.3 Intersubjektive Faktoren
3.6.3.1 Soziales Umfeld, soziale Unterstützung
3.6.3.2 Partnerschaft
3.6.4 Die kindliche Entwicklung betreffende und medizinische Faktoren
3.6.4.1 Bewegungen des Kindes
3.6.4.2 Pränataldiagnostik und Ultraschallbilder
3.6.5 Vorbereitende Verhaltensweisen und Gesundheitsverhalten
3.6.5.1 Geburtsvorbereitungskurs und Informationssammlung
3.6.6 Die Lebenssituation betreffende ökonomische Faktoren
3.6.6.1 Ausbildung, Einkommen und Wohnsituation
3.7 Möglichkeiten der pränatalen Beziehungsförderung
3.7.1 Möglichkeiten der direkten Kontaktaufnahme zur Förderung der pränatalen Beziehung nach Theresia Maria de Jong (2004):
3.7.2 Mutter-Kind-Bindungsanalyse nach Raffai und Hidas (1997)
II. Empirischer Teil
4. Begründung einer qualitativen Forschungsmethodik
4.1 Qualitative Grundannahmen
4.2 Vorwissen, Hypothesen und Sampling
4.3 Vertrauen als Basis konstruktiver Begegnung im qualitativen Interview
4.3.1 Vertrauensförderung, Forschungsethik und Datenqualität
5. Begründung eines kombinierten Leitfadeninterviews als Erhebungsinstrument
5.1 Das Tiefeninterview und das Problemzentrierte Leitfadeninterview
5.2 Wahl der Stichprobe
5.3 Aufbau des Interviewleitfadens
6. Darstellung und Begründung der qualitativen Auswertungsmethodik
6.1 Analyse von Leitfadeninterviews nach Christine Schmidt (2004)
6.2. Fallrekonstruktionen durch formulierende Interpretationen und Darstellung der thematisch relevanten Interviewsequenzen
7. Fallrekonstruktionen
7.1 Erster Fall: Mutter 1
7.2 Zweiter Fall: Mutter 2
7.3 Dritter Fall: Mutter 3
7.4 Vierter Fall: Mutter 4
7.5 Fünfter Fall: Mutter 5
8. Quervergleich der Fälle
8.1 Verständnis über die pränatale Beziehung
8.2 Einstellungen
8.3 Geschlechtserwartungen
8.4 Bewegungen spüren
8.5 Kinderwunsch (geplant-ungeplant, gewollt-ungewollt)
8.5.1 Kinderwunschbehandlung
8.6 Ultraschall
8.7 Vorbereitende Verhaltensweisen
8.8 Fürsorgeverhalten
8.9 Kommunikation
8.10 Soziales Umfeld und soziale Unterstützung
8.10.1 Partnerschaft
8.11 Ökonomische Lebenssituation
8.12 Identität, Lebensplan und Selbstkonzept
8.13 Fehlgeburt, Abtreibung und Folgeschwangerschaft
9. Diskussion der Ergebnisse bezugnehmend auf den Definitionsvorschlag
III. Kritischer Rückblick und Fazit
10. Grenzen, Schwierigkeiten und Möglichkeiten der Untersuchung
11. Fazit für Theorie und Praxis
Die Masterarbeit exploriert das Phänomen der pränatalen Beziehung von Müttern zu ihren ungeborenen Kindern. Das zentrale Ziel der Arbeit ist es, die Charakteristika dieser frühen Beziehungsform zu identifizieren, Einflussfaktoren zu bestimmen und aufzuzeigen, wie ein vertieftes Verständnis dieser Prozesse präventive sowie beraterische Interventionen in der Pädagogik unterstützen kann.
3.1 Das dialogische Prinzip Martin Bubers bezogen auf die pränatale Beziehung
Martin Buber, ein österreichisch-jüdischer Religionsphilosoph, setzte sich in seinen philosophischen Werken vor allem mit dem Thema des Dialogs als anthropologisches Prinzip und seinem damit zusammenhängendem Verständnis über den Menschen, die Welt und Gott auseinander. Sein Hauptwerk trägt den Titel „Ich und Du“ und behandelt das Verhältnis des Menschen zu Gott und zum Mitmenschen, aber auch zu den Tieren und Dingen der Welt. Sein Menschenbild wird geprägt durch existentielle, dialogische und religiöse Prinzipien.
Martin Buber (1973) äußert sich auch konkret zum intrauterinen Mensch-Sein: „Das vorgeburtliche Leben des Kindes ist eine reine naturhafte Verbundenheit, Zueinanderfließen, leibliche Wechselwirkung; wobei der Lebenshorizont des werdenden Wesens in einzigartiger Weise in den des tragenden eingezeichnet erscheint; denn es ruht nicht im Schoß der Menschenmutter allein. Diese Verbundenheit ist so welthaft, daß es wie das unvollkommene Ablesen einer urzeitlichen Inschrift anmutet, wenn es in der jüdischen Mythensprache heißt; im Mutterleib wisse der Mensch das All, in der Geburt vergesse er es. (…) Und sie bleibt ihm als geheimes Wunschbild eingetan. (…) die Sehnsucht geht nach der welthaften Verbundenheit des zum Geiste aufgebrochenen Wesens mit seinem wahren Du. (…). Jedes werdende Menschenkind ruht im Schoß der großen Mutter: der ungeschieden vorgestaltigen Urwelt. Von ihr auch löst es sich ins persönliche Leben, (…)“ (Buber, 1973, S.28f.).
Buber (1973, S. 29) beschreibt die Ablösung von der leiblichen Mutter als „plötzlich und katastrophal“, verliert das Kind dadurch doch die naturhafte Verbundenheit. Jedoch eröffnet sich ihm eine neue Möglichkeit, die geisthafte Beziehung des Ich-Du, was als „Beziehungsstreben“ als „wortlose Vorgestalt des Dusagens“ im Kind verwurzelt ist und sich mit dem Geboren-Werden vollzieht (vgl. Buber, 1973, S. 31). Buber (1973) spricht in diesem Zusammenhang vom „Apriori der Beziehung“, dem „eingeborenen Du“.
1. Relevanz einer pränatalen Pädagogik: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung einer pränatalen Pädagogik für die Beratungs- und Interventionspraxis und stellt Methoden zur Schwangerschaftsbegleitung vor.
2. Pränatale Psychologie als Wegweiser einer umfassenderen Wahrnehmung vor und nachgeburtlicher Entwicklungszusammenhänge: Hier wird die Forschungshistorie und die Etablierung der Pränatalen Psychologie als wissenschaftliche Disziplin dargelegt.
3. Die Pränatale Beziehung: Dieses Kapitel betrachtet das pränatale Beziehungsgeschehen aus verschiedenen anthropologischen und psychologischen Perspektiven sowie Einflussfaktoren.
4. Begründung einer qualitativen Forschungsmethodik: Hier werden die methodologischen Grundlagen der Arbeit auf Basis der Grounded Theory und die Prinzipien qualitativer Interviews begründet.
5. Begründung eines kombinierten Leitfadeninterviews als Erhebungsinstrument: Dieses Kapitel führt die Wahl des kombinierten Leitfadeninterviews als spezifisches Erhebungsinstrument für die Untersuchung aus.
6. Darstellung und Begründung der qualitativen Auswertungsmethodik: Hier wird der analytische Prozess zur Kategorienbildung und Fallinterpretation detailliert beschrieben.
7. Fallrekonstruktionen: Dieses Kapitel enthält die empirischen Ergebnisse in Form der detaillierten Rekonstruktion von fünf Einzelfällen.
8. Quervergleich der Fälle: Hier werden die Ergebnisse der Einzelfallanalysen synthetisiert, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Einflussfaktoren herauszuarbeiten.
9. Diskussion der Ergebnisse bezugnehmend auf den Definitionsvorschlag: Dieses Kapitel gleicht die empirischen Erkenntnisse mit dem eingangs formulierten Definitionsvorschlag ab.
10. Grenzen, Schwierigkeiten und Möglichkeiten der Untersuchung: Eine kritische Reflexion des Forschungsdesigns und des Interviewverlaufs.
11. Fazit für Theorie und Praxis: Abschließende Zusammenfassung der wissenschaftlichen und praktischen Relevanz der Ergebnisse sowie ein Ausblick auf zukünftige Forschung.
pränatale Beziehung, pränatale Bindung, pränatale Psychologie, pränatale Pädagogik, Prävention, Beratung, Intervention, Schwangerschaft, Mutter-Kind-Beziehung, Grounded Theory, Bindungsforschung, pränatale Entwicklung, qualitative Forschung, Elternschaft, psychosomatische Zusammenhänge
Die Arbeit untersucht das Phänomen der pränatalen Beziehung von Müttern zu ihren ungeborenen Kindern und analysiert, welche psychischen und ökologischen Aspekte diese Beziehung maßgeblich prägen.
Die Schwerpunkte liegen auf der pränatalen Psychologie, der Bindungsforschung, den Einflussfaktoren der Lebenswelt werdender Mütter sowie den Möglichkeiten zur Beziehungsförderung in der Schwangerschaft.
Ziel ist die Identifikation von Komponenten, die eine pränatale Beziehung ausmachen, sowie die Definition von Faktoren, die das Beziehungsgeschehen positiv oder negativ beeinflussen können, um die pädagogische Praxis zu sensibilisieren.
Die Arbeit basiert auf einem qualitativen Forschungsdesign, angelehnt an die Grounded Theory, und nutzt ein kombiniertes Leitfadeninterview zur Erhebung der Daten von fünf Müttern.
Im Zentrum steht der theoretische Bezugsrahmen zur pränatalen Bindung sowie die empirische Fallrekonstruktion, in der individuelle Erfahrungen von Müttern mit ihrer pränatalen Beziehungsentwicklung analysiert werden.
Zentrale Begriffe sind die pränatale Beziehung und Bindung, der pränatale Beziehungsaufbau, die subjektive Lebenswirklichkeit der Mutter sowie die interdisziplinäre Bedeutung der pränatalen Lebensphase.
Die Arbeit zeigt, dass pränataldiagnostische Untersuchungen wie Ultraschall einerseits beziehungsfördernd wirken und ein frühes "Sich-Verlieben" ermöglichen können, andererseits aber bei medizinischen Auffälligkeiten zu erheblichen Ängsten führen.
Die Unterstützung des Partners wird als wesentlicher protektiver Faktor identifiziert, während eine ablehnende Haltung des Partners als Belastungsfaktor die Beziehungsentwicklung zur Mutter und zum Kind erschweren kann.
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