Bachelorarbeit, 2013
67 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Das Down-Syndrom
2.1 Zum Begriff des Down-Syndroms
2.2 Ursachen und Häufigkeit des Down-Syndroms
2.3 Formen der Trisomie
2.3.1 Freie Trisomie 21
2.3.2. Translokations-Trisomie 21
2.3.3 Mosaikform
2.3.4 Parallele Trisomie
2.4 Merkmale des Down-Syndroms
2.4.1 Äußere Merkmale
2.4.2 Innere Merkmale
2.5 Entwicklung eines Kindes mit Down-Syndrom
2.5.1 Entwicklung der Intelligenz
2.5.2 Soziale Entwicklung
2.5.3 Kommunikationsentwicklung
2.5.4 Entwicklung der Motorik
2.5.5 Entwicklung der Wahrnehmung
3. Typische Sprachentwicklung
3.1 Sprachmodelle
3.2 Funktionsbereiche der Sprache
3.3 Meilensteine der Sprachentwicklung
3.3.1 Pränatale Sprachentwicklung
3.3.2 Postnatale Sprachentwicklung: Nach der Geburt bis zu einem Jahr
3.3.3 Postnatale Sprachentwicklung: Ein Jahr bis zwei Jahre
3.3.4 Postnatale Sprachentwicklung: Zwei Jahre bis vier Jahre
3.3.5 Weitere Sprachentwicklung
3.4 Voraussetzungen und Bedingungen für einen erfolgreichen Spracherwerb
3.4.1 Neurophysiologische Grundlagen
3.4.2 Sprechapparat
3.4.3 Gehör
3.4.4.Kognition
3.4.5 Interaktion zwischen dem Kind und seinen Bezugspersonen
3.5 Sprachererwerbstheorien
3.5.1 Outside-In-Theorien
3.5.2 Inside-out-Theorien
3.5.3 Zusammenfassung
4. Sprachentwicklung bei einem Kind mit Down-Syndrom
4.1 Besonderheiten bei der Sprachentwicklung von Kindern mit Down-Syndrom
4.1.2 Geminderte Kognition
4.1.3 Besonderheiten in der motorischen Entwicklung
4.1.4 Hörschwäche und Missbildungen des Sprechapparats
4.1.5 Beeinträchtigungen im Sehen
4.2 Sprachentwicklung bei Kindern mit Down-Syndrom in Phasen
4.2.1 Präverbale Phase
4.2.2 Lallen
4.2.3 Entwicklung der Objektpermanenz
4.2.4 Erste Wörter
4.2.5 Weiterer Sprachverlauf
4.3 Einsatz von Gebärden
4.4 Sprachverständnis
4.5 Artikulation
4.6 Pragmatische Kompetenz
5. Mehrsprachigkeit
5.1 Theoretische Grundlagen
5.1.1 Arten der Mehrsprachigkeit
5.1.2 Arbeitsdefinition der Mehrsprachigkeit im Rahmen dieser Arbeit
5.1.3 Begrifflichkeiten der Mehrsprachigkeit
5.2 Bilinguale Sprachentwicklung
5.2.1 Sprachentwicklung bei simultan bilingualen Kindern
5.2.2 Sprachentwicklung bei sukzessiv bilingualen Kindern
5.2.3 Psycholinguistische Erkenntnisse zu sukzessiv und simultan bilungualer Sprachentwicklung
5.3 Strategien bei der zweisprachigen Sprachentwicklung
6. Mehrsprachigkeit von Kindern mit Down-Syndrom
6.1 Forschungsstand zur Mehrsprachigkeit bei Kindern mit Down-Syndrom
6.1.1 Studien zur Mehrsprachigkeit bei Kindern mit Down-Syndrom
6.1.2 Artikel zum Thema Mehrsprachigkeit bei Kindern mit Down-Syndrom
7. Diskussion von Chancen und Gefahren der mehrsprachigen Erziehung
7.1 „Mythen“ über die mehrsprachige Erziehung
7.2 Risiken der mehrsprachigen Erziehung
7.3 Chancen der mehrsprachigen Erziehung
8. Zusammenfassung
Diese Bachelorarbeit untersucht die Möglichkeiten und Herausforderungen einer mehrsprachigen Erziehung bei Kindern mit Down-Syndrom. Ziel ist es, auf Basis des aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstands sowie von Elternberichten zu klären, ob die Sorge vor einer Überforderung des Kindes berechtigt ist oder ob Mehrsprachigkeit auch bei Kindern mit geistiger Behinderung als Chance zur Förderung und Integration betrachtet werden kann.
2.1 Zum Begriff des Down-Syndroms
„The hair is not black, as in the real Mongol, but of a brownish colour, straight and scanty. The face is flat and broad, and destitute of prominence. The cheeks are roundish, and extended laterally. The eyes are obliquely placed, and the internal canthi more than normally distant from one another. The palpebral fissure is very narrow. The forehead is wrinkled transversely from the constant assistance which the levatores palpebrarum derive from the occipito-frontalis muscle in the opening of the eyes. The lips are large and thick with transverse fissures. The tongue is long, thick, and is much roughened. The nose is small. The skin has a slight dirty yellowish tinge, and is deficient in elasticity, giving the appearance of being too large for the body” (Down 1866, S. 1)
— So beschrieb im Jahr 1866 der englische Apotheker John Langdon H. Down in seiner Schrift Observations on an ethnic classification of idiots ein Syndrom, das später nach seinem Namen benannt wurde: Das Down-Syndrom. In diesem Aufsatz unternahm Down eine Klassifikation von Behinderungen, die auf die Rassenlehre des Göttinger Anatom Johann Friedrich Blumenbach zurückging. Blumenbach unterteilte Menschen nach physiologischen Merkmalen in fünf Rassen. Nach dem gleichen Prinzip unterteilte Down alle Behinderungen aufgrund von äußerlichen Merkmalen in „Familien“.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Migration und Mehrsprachigkeit in Deutschland und thematisiert die bisherige Vernachlässigung dieser Aspekte bei Kindern mit geistiger Behinderung.
2. Das Down-Syndrom: Dieses Kapitel erläutert die genetischen Ursachen, Formen und körperlichen sowie kognitiven Merkmale des Down-Syndroms und deren Einfluss auf die kindliche Entwicklung.
3. Typische Sprachentwicklung: Hier werden die Grundlagen des Spracherwerbs, verschiedene Sprachmodelle sowie die Meilensteine der Entwicklung vom Säuglingsalter bis zum Schulalter dargestellt.
4. Sprachentwicklung bei einem Kind mit Down-Syndrom: Dieses Kapitel widmet sich den spezifischen Schwierigkeiten und Besonderheiten, die beim Spracherwerb von Kindern mit Down-Syndrom auftreten, einschließlich der Rolle von Gebärden.
5. Mehrsprachigkeit: Es werden theoretische Grundlagen zur Definition und den verschiedenen Arten der Mehrsprachigkeit sowie deren psycholinguistische Auswirkungen behandelt.
6. Mehrsprachigkeit von Kindern mit Down-Syndrom: Ein Überblick über den aktuellen Forschungsstand, inklusive Studien und Berichten, die die Möglichkeiten und Einstellungen zur mehrsprachigen Erziehung dieser Kindergruppe untersuchen.
7. Diskussion von Chancen und Gefahren der mehrsprachigen Erziehung: Eine kritische Auseinandersetzung mit gängigen Mythen sowie den Risiken und Chancen, die eine mehrsprachige Erziehung für Kinder mit Down-Syndrom mit sich bringt.
8. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der Erkenntnisse und dem Fazit, dass Mehrsprachigkeit auch bei Kindern mit Down-Syndrom möglich ist, sofern eine konsequente Unterstützung erfolgt.
Down-Syndrom, Mehrsprachigkeit, Sprachentwicklung, Zweisprachigkeit, Spracherwerb, Inklusion, Kognition, Gebärden, Elternberatung, Sprachförderung, Frühförderung, Kommunikation, Behinderung, Integrationspädagogik
Die Arbeit untersucht, ob und unter welchen Bedingungen Kinder mit Down-Syndrom mehrsprachig aufwachsen können und welche Rolle dabei Chancen und Gefahren spielen.
Zu den Schwerpunkten gehören das Down-Syndrom an sich, die typische sowie die spezifische Sprachentwicklung bei Kindern mit Down-Syndrom und die wissenschaftliche Debatte zur Mehrsprachigkeit.
Das Ziel ist es, herauszufinden, inwieweit Mehrsprachigkeit im Kontext des Down-Syndroms möglich ist und die bisherigen Vorurteile sowie praktischen Empfehlungen kritisch zu hinterfragen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die den aktuellen Forschungsstand, empirische Studien und qualitative Elternberichte analysiert und zusammenführt.
Im Hauptteil werden die körperlichen und kognitiven Merkmale des Down-Syndroms, Modelle des Spracherwerbs sowie spezielle Studien zur Bilinguität bei Kindern mit Down-Syndrom detailliert erörtert.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Down-Syndrom, Mehrsprachigkeit, Sprachentwicklung, Inklusion und Frühförderung geprägt.
Die Autorin stellt fest, dass viele Fachleute die Ansicht vertreten, Mehrsprachigkeit sei bei Menschen mit geistiger Behinderung nicht möglich oder irrelevant, was zu einem Mangel an Literatur führt.
Die Arbeit betont, dass die Motivation der Eltern, eine konsequente Strategie wie „Eine Person – eine Sprache“ und die emotionale Zuwendung in der Muttersprache zentrale Erfolgsfaktoren darstellen.
Nein, die Arbeit zeigt auf, dass es bisher keine fundierten empirischen Nachweise gibt, die belegen, dass Mehrsprachigkeit eine zusätzliche Verzögerung bei Kindern mit Down-Syndrom verursacht.
Der Einsatz von Gebärden wird als unterstützende Maßnahme gesehen, um Kindern zu helfen, Kommunikationsbarrieren abzubauen und den aktiven Wortschatz zu vergrößern, bevor eine stärkere lautsprachliche Produktion einsetzt.
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