Diplomarbeit, 2001
142 Seiten, Note: Sehr Gut (1,0)
Geschichte Deutschlands - Erster Weltkrieg, Weimarer Republik
1. DER NATIONSBEGRIFF
2. ÖSTERREICH UND DAS ENDE DER MONARCHIE
3. DIE GRÜNDUNG DER REPUBLIK DEUTSCHÖSTERREICH
4. DIE WIRTSCHAFTLICHE SITUATION DER REPUBLIK ÖSTERREICH
4.1 Die Strukturkrise der österreichischen Wirtschaft
4.2 Die Frage der Lebensfähigkeit von Österreich
5. DIE UNTERSCHIEDLICHEN ANSCHLUßPHASEN DER REPUBLIK ÖSTERREICH AN DEUTSCHLAND
6. DIE PARTEIEN DER ERSTEN REPUBLIK
6.1 Die Sozialdemokraten
6.2 Die Christlichsozialen
6.3 Die Deutschnationalen
6.3.1 Die Großdeutsche Volkspartei
6.3.2 Der Landbund für Österreich
6.3.3. Die Nationalsozialisten
6.4. Die Kommunisten
7. STÄNDESTAAT - DER ZWEITE DEUTSCHE STAAT
8. SCHLUßBETRACHTUNGEN
Die Arbeit untersucht den Wandel und die Unterschiede im Nationsverständnis der österreichischen Parteien zwischen 1918 und 1938, wobei insbesondere der Einfluss der wirtschaftlichen Situation und der Anschlussdebatte im Fokus steht.
Die Sozialdemokraten
Die Geschichte der Sozialdemokratie beginnt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die ersten Versuche zur Gründung einer „Arbeiterpartei” gehen auf das Jahr 1867 zurück, seit ein liberales Staatsgrundgesetz in Kraft gesetzt wurde. Durch die rigiden Bestimmungen des Vereinsgesetzes konnte sich die Sozialdemokratie nur in Organisationen wie den bürgerlich-liberalen Bildungsvereinen formieren.
Am gesamtösterreichischen Parteitag in Neudörfl 1874 wurde ein Status beschlossen, das grundsätzlich Perspektiven zu einer Massenpartei eröffnet, in den Anfangsjahren waren aber die Mitgliederzahlen auf wenige 100 beschränkt. Karl Renner meinte rückblickend, „es sei ein wahres Wunder gewesen, daß die österreichische Arbeiterbewegung nicht die Beute aller erdenklichen Sekten geworden sei, denn am Anfang habe sie sich so angelassen”. Mit der wachsenden Industrialisierung und der steigenden Bedeutung der Industriearbeiter wurde unter dem Psychiater und Armenarzt Viktor Adler die Partei neu formiert und trat mit neuen politischen Konzepten auf: „Massenorganisation und Massenpartei, demokratisch-konstituionelle Strategie, gesellschaftliche Modernisierung”.
1. DER NATIONSBEGRIFF: Dieses Kapitel erläutert die etymologischen und politischen Wurzeln des Nationsbegriffs und diskutiert verschiedene nationstheoretische Ansätze.
2. ÖSTERREICH UND DAS ENDE DER MONARCHIE: Das Kapitel beleuchtet die enge politische und wirtschaftliche Bindung Österreich-Ungarns an Deutschland sowie die Konflikte, die zum Zusammenbruch der Monarchie führten.
3. DIE GRÜNDUNG DER REPUBLIK DEUTSCHÖSTERREICH: Hier wird die Gründung der Republik und das Fehlen eines eigenständigen nationalen Bewusstseins nach dem Zerfall der Donaumonarchie beschrieben.
4. DIE WIRTSCHAFTLICHE SITUATION DER REPUBLIK ÖSTERREICH: Es wird die ökonomische Lage der Ersten Republik analysiert, die stark durch Strukturprobleme und die Infragestellung der staatlichen Lebensfähigkeit geprägt war.
5. DIE UNTERSCHIEDLICHEN ANSCHLUßPHASEN DER REPUBLIK ÖSTERREICH AN DEUTSCHLAND: Das Kapitel dokumentiert die verschiedenen Phasen und Motive des Strebens nach einem Anschluss an Deutschland bis 1938.
6. DIE PARTEIEN DER ERSTEN REPUBLIK: Die politischen Lager und ihre ideologischen sowie nationalen Standpunkte in Bezug auf die staatliche Unabhängigkeit werden detailliert dargestellt.
7. STÄNDESTAAT - DER ZWEITE DEUTSCHE STAAT: Die Entwicklungen im Ständestaat unter Dollfuß und Schuschnigg sowie deren Versuche, eine österreichische Identität als "bessere Deutsche" zu etablieren, werden analysiert.
8. SCHLUßBETRACHTUNGEN: Das Fazit fasst zusammen, wie nationale und ökonomische Motive die politische Landschaft der Ersten Republik prägten und warum ein österreichisches Nationalbewusstsein erst verzögert entstand.
Österreichische Parteien, Erste Republik, Nationsbegriff, Nationalbewusstsein, Anschlussbewegung, Wirtschaftsstruktur, Dollfuß, Sozialdemokratie, Christlichsoziale, Deutschnationale, Kommunisten, Ständestaat, Nationalsozialismus, politische Ideologie.
Die Arbeit analysiert das komplexe Verhältnis zwischen dem Streben nach nationaler Identität und dem Wunsch nach einem Anschluss an Deutschland in den Parteien der österreichischen Ersten Republik von 1918 bis 1938.
Zentrale Themen sind die ökonomische Lebensfähigkeit des jungen österreichischen Staates, die theoretischen Debatten um den Nationsbegriff und die Rolle der drei politischen Lager (SDAP, Christlichsoziale, Deutschnationale) bei der Identitätsbildung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche politische Lager auf die vermeintliche wirtschaftliche Lebensunfähigkeit des Staates reagierten und wie diese Einschätzung die Entwicklung eines eigenständigen österreichischen Nationalbewusstseins massiv behinderte.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Quellenanalyse, unter anderem durch die Auswertung von Parteiprogrammen, stenographischen Protokollen, Telegrammen führender Politiker sowie der zeitgenössischen wissenschaftlichen Literatur.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Nationsbegriffs, die ökonomische Analyse, die verschiedenen Phasen der Anschlussbestrebungen und die spezifische Darstellung der Parteien und des Ständestaates.
Die Untersuchung wird durch Begriffe wie "Anschluss", "nationale Identität", "Lebensfähigkeit" und "Ständestaat" charakterisiert, die den Kern der inhaltlichen Auseinandersetzung beschreiben.
Sie gilt als das zentrale ökonomische Hauptmotiv der Zeit. Nahezu alle politischen Parteien nutzten die These einer vermeintlichen Lebensunfähigkeit als Argument für einen Anschluss an Deutschland, um die eigene politische Agenda zu stützen.
Die Arbeit zeigt auf, dass der Anschluss anfangs ideologisch begründet war, da sich die Sozialdemokraten ein größeres, sozialistisches Deutschland erhofften, wovon sie sich erst nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten distanzierten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

