Examensarbeit, 2004
29 Seiten, Note: 1,0
Geschichte Deutschlands - Erster Weltkrieg, Weimarer Republik
1 EINLEITUNG
2 HAUPTTEIL
2.1 Schwerpunkte und Verlauf der Fischerkontroverse
2.2 Fritz Fischer
2.2.1 Position
2.2.2 Verteidigung gegen Zechlin
2.2.3 Verteidigung gegen Hillgruber
2.2.4 Analyse
2.3 Immanuel Geiss
2.3.1 Position
2.4 Klaus Hildebrand
2.4.1 Position
2.5 Historische Bedeutung der Fischerkontroverse
3 SCHLUSSBETRACHTUNG
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über den neueren Forschungsstand zur Julikrise 1914. Das primäre Ziel ist es, die sogenannte Fischerkontroverse darzustellen, die Thesen von Fritz Fischer zu analysieren sowie die Positionen seiner maßgeblichen Kritiker, insbesondere Egmont Zechlin, Andreas Hillgruber und Imanuel Geiss, in den wissenschaftlichen Diskurs einzuordnen.
Position
Warum entwickelte ein Historiker, der in seiner „Zunft“ eigentlich ein gutes Renommee genoss, Thesen, die ihm wütende Angriffe und Schmähungen von Seiten der Medien, der Öffentlichkeit, der Politik und auch der eigenen Kollegen einbrachte?
Die Intention des Autors war eine politisch-pädagogische. Er wollte einen Beitrag zur völligen Integration der Bundesrepublik Deutschland in die westliche Welt leisten. Dieser Beitrag sollte den nationalistischen Irrweg der Deutschen, der in zwei Weltkriege geführt hatte, aufzeigen. Nur durch die komplette Aufarbeitung und damit auch mit der Verarbeitung der beiden Kriege könne, so Fischer, ein erneuter deutscher Irrweg vermieden werden.
Fischer sah in zwei Weigerungen des deutschen Volkes nach 1918 den Grund, warum Aufrüstung und neue expansionistische Politik wieder zum Krieg führen konnten. Die erste Weigerung war die Anerkennung des deutschen Anteils an der Verantwortung zum Kriegsausbruch. Der unhaltbaren These eines „Hineinschlitterns“ oder sogar eines Verteidigungskrieges, setzte er seine These des gewollten Krieges gegenüber. Die zweite Weigerung auf die er sich bezog, war die Dolchstoßlegende, die das Bild des „unbesiegten deutschen Recken“ hochhielt und das neue demokratische System per se schwer belastete.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung erläutert den wissenschaftlichen Konsens vor der Fischerkontroverse und führt in Fischers Thesen über die bewusste Kriegsschuld des Deutschen Reiches ein.
2 HAUPTTEIL: Der Hauptteil analysiert die Kernbereiche der Kontroverse, von Fischers Thesen über die Reaktionen seiner Kritiker Zechlin, Hillgruber und Geiss bis hin zur Bedeutung des Sicherheitsdilemmas.
3 SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Schlussbetrachtung vergleicht die unterschiedlichen Forschungspositionen und bewertet die Auswirkungen der Fischerkontroverse auf die deutsche Geschichtswissenschaft.
Julikrise 1914, Fischerkontroverse, Fritz Fischer, Erster Weltkrieg, Kriegsschuldfrage, Weltpolitik, Septemberprogramm, kalkuliertes Risiko, Präventivkrieg, Imanuel Geiss, Klaus Hildebrand, Geschichtswissenschaft, Kontinuität, deutsche Außenpolitik, Bündnisautomatik.
Die Arbeit untersucht den wissenschaftlichen Diskurs über die Ursachen des Ersten Weltkriegs, insbesondere die sogenannte Fischerkontroverse, die das Geschichtsbild über die deutsche Politik im Jahr 1914 grundlegend verändert hat.
Zentrale Themen sind die Kriegszielpolitik des Deutschen Reiches, die Kontinuität deutscher Machtpolitik zwischen 1871 und dem Ende des Nationalsozialismus sowie die verschiedenen Deutungen der diplomatischen Abläufe in der Julikrise 1914.
Das Ziel ist es, einen Überblick über den Forschungsstand zu geben und aufzuzeigen, wie sich verschiedene Historiker durch die Analyse der Fischerkontroverse kritisch mit der deutschen Verantwortung am Kriegsausbruch auseinandergesetzt haben.
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der verschiedene historische Thesen und deren Quellenbasis gegenübergestellt werden, um die Unterschiede in der Argumentation der Historiker herauszuarbeiten.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit Fritz Fischers Thesen, der Reaktion von Kritikern wie Zechlin und Hillgruber, der Perspektive von Immanuel Geiss und dem Konzept des europäischen Sicherheitsdilemmas nach Klaus Hildebrand.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Fischerkontroverse, Kriegsschuldfrage, Weltpolitik, kalkuliertes Risiko und Präventivkrieg geprägt.
Diese Theorie, vertreten durch Kritiker wie Hillgruber, dient dazu, das deutsche Handeln in der Julikrise als Versuch einer machtpolitischen Sicherung in einer bedrohlichen internationalen Lage darzustellen, anstatt als direkten Angriffskrieg.
Die Debatte hat zur Erschließung neuer Aktenbestände geführt, die Methoden der Geschichtswissenschaft erweitert und eine Neubewertung der Rolle Bethmann Hollwegs sowie der Rolle gesellschaftlicher Gruppen im Kaiserreich angestoßen.
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