Masterarbeit, 2012
285 Seiten, Note: 1,7
1. Wie man behindert wird
1.1 Modelle von Behinderung
1.2 Definitionen von Behinderung
1.3 Begriffserklärungen
1.3.1 Lernbehinderung
1.3.2 Geistige Behinderung
1.3.3 Menschen mit Lernschwierigkeiten
2. Selbstbestimmung und Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Lernschwierigkeiten
2.1 Begriffsbestimmung und Entwicklung von Selbstbestimmung und Teilhabe
2.1.1 Selbstbestimmung
2.1.2 Teilhabe
2.2 Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen
2.3 Das Sozialgesetzbuch IX
3. Das System der beruflichen Rehabilitation und Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben im Übergang Schule / Beruf
3.1 Kompetenzfeststellungsverfahren im System der beruflichen Rehabilitation
3.1.1 Begriffserklärungen
3.1.2 Kompetenzfeststellungsverfahren
3.2 Aufbau des Systems der beruflichen Rehabilitation
3.2.1 Berufsorientierung
3.2.2 Berufsvorbereitung
3.2.3 Berufsausbildung
3.2.4 Berufstätigkeit
3.3 Schlussfolgerungen
4. Der Ansatz der Unterstützten Beschäftigung
4.1 Definition und Entstehung
4.2 Grundsätze und Ziele
4.3 Phasen und Methoden
4.4 Die Maßnahme
4.5 Darstellung des Forschungsstands
5. Praxisbezogene Forschung
5.1 Qualitative Forschung
5.2 Qualitative Interviews
5.2.1 Leitfaden-Interview
5.2.2 Experteninterview
5.2.3 Leitfaden
5.3 Durchführung der praxisbezogenen Forschung
5.3.1 Sampling
5.3.2 Beschreibung der untersuchten Fachdienste
5.3.3 Auswahl der Interviewsituationen
5.3.4 Interviewverläufe
5.4 Auswahl der Auswertungsmethode
5.4.1 Qualitative Inhaltsanalyse
5.4.2 Zusammenfassende Inhaltsanalyse
5.4.3 Induktives Kategoriensystem
6. Ergebnis der Forschung
6.1 Zusammenfassung der Interviewergebnisse
6.2 Theoriegeleitete Diskussion
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Kompetenzfeststellungsverfahren im Übergang von der Schule in das Berufsleben für Menschen mit Lernschwierigkeiten. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie diese Verfahren zu einer selbstbestimmten Teilhabe am Arbeitsleben beitragen können und inwiefern sie förderlich oder hinderlich wirken.
1.1 Modelle von Behinderung
Im deutschsprachigen Raum haben sich bislang vor allem Rehabilitationswissenschaften wie Medizin, Psychologie, Heil- und Sonderpädagogik mit dem Phänomen der Behinderung befasst. Behinderung wird aus Sicht dieser Professionen unter dem Fokus der körperlichen Schädigung bzw. Anomalie betrachtet, welche es zu therapieren, zu lindern und zu beseitigen gilt. (vgl. Waldschmidt 2005: 9) Eine Alternative zu dieser Herangehensweise lässt sich in den Disability Studies finden, einer interdisziplinären Forschungsrichtung, welche in den 1980er Jahren unter dem Einfluss behinderter Wissenschaftler_innen in den USA und Großbritannien entstanden ist. Seit Anfang 2000 gewinnen die Disability Studies auch in Deutschland zunehmend an Bedeutung und bieten die Möglichkeit, Behinderung unter einer veränderten Sichtweise, die von Geistes- Sozial- und Kulturwissenschaften geprägt ist, zu betrachten (vgl. Waldschmidt 2005: 10ff.). In diesem Rahmen sind drei Modelle von Behinderung entstanden, welche im Folgenden skizziert werden.
Das individuelle Modell von Behinderung ist in den 1970er und 1980er Jahren im Zuge eines Ausbaus des Rehabilitations- und Gesundheitswesens entstanden. Man ging davon aus, dass Menschen mit Behinderung durch medizinische und psychiatrische Behandlung soweit wie möglich an ihre Umwelt angepasst und in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden könnten. „Rehabilitationsparadigma“ (Waldschmidt 2005: 15) verbreitete sich weltweit und ist bis heute noch die vorherrschende Perspektive. Auf der Basis dieses Ansatzes entwickelte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1980 die Classification of Impairments, Disabilities and Handicaps (ICIDH). Hier wurde zwischen Schädigung (impairment), Beeinträchtigung (disability) und Benachteiligung (handicap) unterschieden.
1. Wie man behindert wird: Dieses Kapitel stellt verschiedene theoretische Modelle von Behinderung dar und analysiert die historische Entwicklung der Begrifflichkeiten in Deutschland.
2. Selbstbestimmung und Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Lernschwierigkeiten: Das Kapitel erläutert die Begriffe Selbstbestimmung und Teilhabe sowie deren rechtliche Verankerung durch die UN-Konvention und das SGB IX.
3. Das System der beruflichen Rehabilitation und Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben im Übergang Schule / Beruf: Hier werden die Struktur der beruflichen Rehabilitation, verschiedene Kompetenzfeststellungsverfahren und der Aufbau der Rehabilitationsbereiche detailliert beschrieben.
4. Der Ansatz der Unterstützten Beschäftigung: Dieses Kapitel widmet sich dem innovativen Konzept der Unterstützten Beschäftigung, dessen Entstehung, Ziele und spezifische Methoden (wie die Persönliche Zukunftsplanung).
5. Praxisbezogene Forschung: Hier wird das methodische Vorgehen der qualitativen Studie erläutert, inklusive der Interviewgestaltung, Sampling-Strategien und der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.
6. Ergebnis der Forschung: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse aus den Experteninterviews und diskutiert diese auf Basis der theoretischen Grundlagen.
7. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt Ausblicke auf notwendige Entwicklungen in der Praxis und Forschung.
Berufliche Rehabilitation, Kompetenzfeststellung, Selbstbestimmung, Teilhabe, Unterstützte Beschäftigung, Lernschwierigkeiten, Inklusion, Arbeitsmarkt, Qualitative Forschung, Menschen mit Behinderung, Übergang Schule Beruf, Integrationsfachdienste, Berufsorientierung, Diagnose, Arbeitsassistenz
Die Arbeit analysiert die Rolle von Kompetenzfeststellungsverfahren beim Übergang junger Erwachsener mit Lernschwierigkeiten von der Schule in das Berufsleben und deren Auswirkungen auf die selbstbestimmte Teilhabe.
Die Arbeit verknüpft theoretische Konzepte von Behinderung mit den praktischen Strukturen der beruflichen Rehabilitation in Deutschland und untersucht den Ansatz der Unterstützten Beschäftigung als Alternative zur Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM).
Die zentrale Frage ist, welche Rolle Kompetenzfeststellungsverfahren im Übergangsbereich Schule/Beruf für Menschen mit Lernschwierigkeiten spielen und inwieweit diese Verfahren förderlich für eine selbstbestimmte Teilhabe am Arbeitsleben sind.
Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Forschungsmethode, bei der Experteninterviews mit Mitarbeitern von Integrationsfachdiensten und deren Klienten geführt und mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil erstreckt sich von der theoretischen Modellbildung über die Beschreibung der Rehabilitationssysteme (inklusive Kompetenzdiagnostik) bis hin zur empirischen Untersuchung des Ansatzes der Unterstützten Beschäftigung und der Darstellung der Forschungsergebnisse.
Zu den Kernbegriffen gehören Berufliche Rehabilitation, Kompetenzfeststellung, Selbstbestimmung, Unterstützte Beschäftigung und Teilhabe am Arbeitsleben.
Während klassische Werkstattmodelle oft in segregierten Strukturen stattfinden, zielt die Unterstützte Beschäftigung auf eine individuelle betriebliche Qualifizierung und Integration direkt auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt unter Nutzung von Unterstützungsleistungen wie Arbeitsassistenz ab.
Die Kompetenzdiagnostik wird genutzt, um Stärken und Förderbedarfe zu ermitteln und potenzielle Arbeitsbereiche zu identifizieren, wobei in der Praxis ein Spannungsfeld zwischen standardisierten Testverfahren und individuell-praxisorientierten Erprobungsphasen besteht.
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