Bachelorarbeit, 2013
18 Seiten, Note: Bachelor
1. Theoretischer Hintergrund
1.1 Grundzüge der Bindungstheorie
1.2 Pflegekinder als Hochrisikogruppe
2. Bindung bei Pflegekindern
2.1 Unterbrechung bestehender und Aufbau neuer Bindungsbeziehungen
2.2 Einflussfaktor Alter
3. Psychische Belastung von Pflegekindern
3.1 Grundzüge der Bindungsstörungstheorie und Bindungsstörungen bei Pflegekindern
3.2 Multiple Unterbringungswechsel
3.3 Langzeitprobleme von Pflegekindern
4. Pflegekind - Betreuer Dyade
4.1 Perspektive der Pflegeltern
4.2 Perspektive der Pflegekinder
5. Fazit
Die Arbeit untersucht die Bindungsentwicklung von Pflegekindern, die aufgrund traumatischer Herkunftserfahrungen und mehrfacher Bindungsabbrüche eine besonders belastete Gruppe darstellen, und analysiert die Bedingungen, unter denen trotz dieser Belastungen sichere Bindungen zu Pflegeeltern gelingen können.
2.1 Unterbrechung bestehender und Aufbau neuer Bindungsbeziehungen
Die Unterbringung bei einer Pflegefamilie gibt dem Kind die Möglichkeit neue Bindungen aufzubauen, welche öfters sicher und organisiert sind, als die existierenden Beziehungen zu ihren biologischen Eltern (Stovall & Dozier, 2000). Pflegekinder treten jedoch meist, aufgrund ihrer negativen Herkunftserfahrungen, mit unsicheren oder desorganisierten Bindungserfahrungen in das Pflegesystem ein. Mangelhafte oder misshandelnde Betreuung ist oft verbunden mit der Entwicklung unsicherer Bindungen (Crittenden, 1985). Je schwerwiegender Kinder in ihrer Herkunftsfamilie misshandelt wurden, desto negativer nehmen sie die Beziehung zu ihren Pflegeeltern wahr (Lang, 2010).
Ponciano (2012) vermutete, dass desorganisiert gebundene Kinder versuchen Reaktionen in ihren Ersatzeltern auszulösen, die ihre negativen Pflegeerfahrungen bestätigen und es ihnen möglicherweise an Strategien fehlt, um sensible Pflege hervorzurufen oder entsprechend auf sie zu antworten. Wenn die Kinder Verhaltensweisen einer unsicheren Bindung in eine neue Pfleger- Kind Dyade mitbringen, kann dies für die Ersatzeltern befremdend wirken oder als Last empfunden werden. Simultan bringen Pflegeltern ihre eigenen Bindungsgeschichten in die Interaktion mit dem Ziehkind, welches ihr Pflegeverhalten beeinflusst (Ponciano, 2012; Stovall & Dozier, 2000).
Des Weiteren wäre zu erwähnen, dass Kinder, die fremduntergebracht werden ihre primäre Bezugsperson verlieren und damit auch die originäre Bindungsbeziehung (Stovall & Dozier, 2000). Die Trennung von den leiblichen Eltern ist ein einschneidendes sowie schmerzhaftes Erlebnis für die Kinder, ungeachtet der Qualität der Beziehung. Denn auch nachlässige und misshandelnde Eltern werden von ihren Kindern als Beschützer wahrgenommen (Bowlby, 1969/1982). Kinder zeigen oftmals gravierende kurz- und langfristige Reaktionen auf den Verlust der primären Bezugsperson (Bowlby, 1969/1982). Sie umfassen beispielsweise „depressive withdrawal, resistance to care, inability to be soothed, or excessive clinging behavior“ (Stovall & Dozier, 2000, S. 135). Diese schwierigen Verhaltensweisen des Kindes führen oftmals zu Frustration bei den Ersatzeltern, welche wiederum die Chance des Kindes eine sichere Bindung zu entwickeln, erheblich minimiert. Dem Aufbau einer sicheren Bindung zu den Pflegeeltern stehen somit einige Hindernisse im Weg.
1. Theoretischer Hintergrund: Einführung in die Bindungstheorie nach Bowlby und Einordnung von Pflegekindern als spezielle Hochrisikogruppe.
2. Bindung bei Pflegekindern: Analyse der Prozesse bei der Unterbrechung alter Bindungen und dem Aufbau neuer, sowie der Einfluss des Alters bei Fremdunterbringung.
3. Psychische Belastung von Pflegekindern: Untersuchung von Bindungsstörungen, den Folgen multipler Unterbringungswechsel und langfristigen psychischen Risiken.
4. Pflegekind - Betreuer Dyade: Darstellung der wechselseitigen Erwartungen, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren aus Sicht der Pflegeeltern und der Kinder.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Bedingungen für eine erfolgreiche Bindungsentwicklung und praktische Implikationen für die Kinderwohlfahrt.
Pflegekinder, Bindungstheorie, Bindungsentwicklung, Bindungsstörung, Fremdunterbringung, Pflegeeltern, Bindungssicherheit, Resilienz, Herkunftsfamilie, Kindeswohl, Bindungsabbrüche, Psychische Störungen, Pädagogik, Sozialarbeit, Bindungstypen.
Die Arbeit beleuchtet die Herausforderungen und Chancen der Bindungsentwicklung bei Kindern, die in Pflegefamilien untergebracht werden, unter Berücksichtigung ihrer oft traumatischen Vorgeschichte.
Zentrale Themen sind die Bindungstheorie, die Auswirkungen von Trennungserfahrungen, die Rolle des Unterbringungsalters sowie die Dynamik in der Pflege-Kind-Beziehung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie trotz negativer Vorerfahrungen durch geeignete Rahmenbedingungen und feinfühlige Pflegeeltern sichere Bindungen ermöglicht werden können.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung klinischer Studien basiert.
Der Hauptteil erörtert Bindungstypen, Risikofaktoren wie Unterbringungswechsel, die psychischen Folgen für die Kinder sowie die spezifischen Perspektiven von Pflegeeltern.
Pflegekinder, Bindungstheorie, Bindungsstörungen, Fremdunterbringung, Resilienz und feinfühlige Pflege.
Studien deuten darauf hin, dass eine Unterbringung vor dem zwölften Lebensmonat die Chancen auf die Entwicklung einer sicheren Bindung signifikant erhöht.
Der Geisteszustand der Pflegeeltern, ihre Feinfühligkeit und ihre Fähigkeit, als sicherer Hafen für das Kind zu fungieren, gelten als die stärksten Prädiktoren für den Erfolg der Bindungsentwicklung.
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