Diplomarbeit, 2013
114 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Aufbau der Arbeit und Methodik
3. Die Geschichte der Piratenpartei
3.1. Ursprünge in Schweden
3.2. Die Piratenpartei Deutschland
4. Movement Parties nach Herbert Kitschelt
4.1. Begriffsdefinitionen
4.1.1. Partei
4.1.2. Soziale Bewegung
4.2. Die Bewegungspartei nach Herbert Kitschelt
5. Ideologische Strukturierung der Piratenpartei Deutschland
5.1. Parteiprogramme
5.1.1. Grundsatzprogramm
5.1.2. Programm zur Europawahl 2009
5.1.3. Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2013
5.1.4. Entwicklung der Parteiprogramme
5.1.5. Sind die Piraten eine „Ein-Themen-Partei“?
5.2. Verortung im politischen Spektrum der BRD
5.2.1. Anhand des Wordcloud-Verfahrens
5.2.2. Der Vergleich zu den etablierten Parteien am Wahl-O-Mat
5.3. Einführung eines neuen cleavage in die deutsche Parteienlandschaft?
5.3.1. Die cleavage-Theorie nach Lipset und Rokkan
5.3.2. Einführung eines neuen cleavage durch die Piratenpartei?
5.4. Fazit zur ideologischen Strukturierung
6. Akteursbezogene Strukturierung der Piratenpartei Deutschland
6.1. Modell nach Seyd und Whiteley zur Untersuchung der Piratenpartei
6.2. Entwicklung der Mitgliederzahlen unter Beachtung äußerer Einflüsse
6.3. Untersuchung der Zusammensetzung der Parteimitglieder
6.3.1. Alter
6.3.2. Geschlecht
6.3.3. Bildungsniveau
6.3.4. Berufsgruppen
6.4. Junge Piraten – Die Jugendorganisation der Piratenpartei
6.5. Fazit zur akteursbezogenen Strukturierung
7. Organisatorische Strukturierung
7.1. Struktureller Aufbau der Piratenpartei
7.1.1. Bundesebene
7.1.2. Landesebene
7.1.3. Bezirksebene und untergeordnete Strukturen
7.2. Liquid Democracy als Konzept zur innerparteilichen Willensbildung
7.2.1. Innerparteiliche Willensbildung im deutschen Parteiensystem
7.2.2. Begriffserläuterung Liquid Democracy
7.2.3. Liquid Feedback
7.3. Bundesparteitage der Piratenpartei
7.4. Fazit zur organisatorischen Strukturierung
8. Beantwortung der Fragestellung der Arbeit und Schlussbetrachtungen
Diese Arbeit untersucht die Piratenpartei Deutschland auf Grundlage der Theorie der „Movement Parties“ von Herbert Kitschelt, um zu bestimmen, ob es sich um eine links-libertäre Bewegungspartei handelt oder eine neue Ausprägung dieses Idealtypus vorliegt.
3.1. Ursprünge in Schweden
„Politischer Protest organisiert sich heute auch virtuell und verlagert sich zunehmend in den internationalen Raum.“13 Diese Aussage von Manuela Glaab aus dem Jahr 2003 klingt im Bezug auf die Entwicklung der Piratenbewegung nahezu prophetisch.
Die Ursprünge der Piratenbewegung und den damit verbundenen Neugründungen von Parteien weltweit liegen in Schweden. Einer der Gründe für die Entstehung der Piraten in Schweden ist die Infrastruktur. Schon früh verfügte Schweden über ein sehr gut ausgebautes Breitbandnetz, welches den Zugang zu schnellen Internetverbindungen ermöglichte. Während im Jahr 2000 in Schweden beispielsweise bereits 40 % der Bevölkerung Zugang zum Internet hatte, waren es zur gleichen Zeit in Deutschland lediglich 18 %.14 Auch 2011 nahm Schweden mit einer Rate von 86 % eine Spitzenposition im europäischen Vergleich ein. In Deutschland verfügen im selben Zeitraum nur 78 % aller Haushalte über einen Breitbandanschluss.15
Auf der anderen Seite war das Urheberrecht in Schweden zur Jahrtausendwende noch nicht an die neuen Gegebenheiten, die der Siegeszug des Internets mit sich brachte, angepasst. Konkret wirkte sich diese Tatsache so aus, dass viele sogenannte Tauschbörsen ihren Sitz in Schweden hatten, oder von Schweden aus gesteuert wurden. Tauschbörsen ermöglichen es Dateien aller Art – egal ob Foto-, Video-, oder Audiodateien – zwischen verschiedenen privaten Computern zu verschieben und somit unerlaubt zu vervielfältigen. Da die Daten dieser Tauschbörsen der ersten Generation, wie zum Beispiel „Napster“, auf einem zentralen Rechner gespeichert werden mussten und somit das System im Zentrum bekämpft werden konnte, kam es auf Betreiben von Film- und Musikkonzernen zu Prozessen gegen die Betreiber.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Piratenpartei als Forschungsobjekt ein und beleuchtet ihre rasante Entwicklung sowie die Herausforderungen ihrer politischen Etablierung.
2. Aufbau der Arbeit und Methodik: Hier wird der Untersuchungsrahmen erläutert, der die Partei anhand von Kitschelts Kriterien in programmatische, akteursbezogene und organisatorische Felder gliedert.
3. Die Geschichte der Piratenpartei: Dieses Kapitel zeichnet die Ursprünge der Piratenbewegung in Schweden und die nachfolgende Gründung der Piratenpartei Deutschland chronologisch nach.
4. Movement Parties nach Herbert Kitschelt: Hier werden die theoretischen Grundlagen der „Movement Parties“ dargelegt, die als analytischer Rahmen für die Untersuchung der Piratenpartei dienen.
5. Ideologische Strukturierung der Piratenpartei Deutschland: Dieses Kapitel analysiert die Parteiprogramme und verortet die Partei im politischen Spektrum, inklusive der Frage nach der Einführung eines neuen „cleavage“.
6. Akteursbezogene Strukturierung der Piratenpartei Deutschland: Hier liegt der Fokus auf der Zusammensetzung der Mitgliederbasis sowie der Rolle der Jugendorganisation „Junge Piraten“.
7. Organisatorische Strukturierung: Dieses Kapitel beleuchtet den strukturellen Aufbau der Partei und das Konzept der „Liquid Democracy“ als Methode der Willensbildung.
8. Beantwortung der Fragestellung der Arbeit und Schlussbetrachtungen: Das abschließende Kapitel synthetisiert die Ergebnisse und wagt einen Ausblick auf die Zukunft der Piratenpartei im deutschen Parteiensystem.
Piratenpartei, Herbert Kitschelt, Bewegungspartei, Liquid Democracy, Netzpolitik, Urheberrecht, Parteienforschung, Digitale Revolution, Mitgliederentwicklung, Parteiprogramm, politische Soziologie, Basisdemokratie, postmaterialistisch, politische Partizipation, politische Relevanz.
Die Arbeit analysiert die Piratenpartei Deutschland im Kontext der politikwissenschaftlichen Theorie der „Movement Parties“ nach Herbert Kitschelt, um zu verstehen, ob und wie sich die Partei ideologisch, akteursbezogen und organisatorisch von etablierten Parteien unterscheidet.
Die zentralen Felder sind die programmatische Ausrichtung, die Mitgliederstruktur und deren Motivationen sowie die spezifische organisatorische Form der Willensbildung innerhalb der Partei.
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, ob die Piratenpartei Deutschland als links-libertäre Bewegungspartei nach Kitschelt klassifiziert werden kann oder ob sie eine neue Form dieses Idealtypus darstellt.
Der Autor nutzt einen strukturierten Vergleich der Parteistrukturen mit theoretischen Modellen der Parteienforschung sowie empirische Daten zu Mitgliederzahlen und Umfragewerten, um die Entwicklung der Partei einzuordnen.
Der Hauptteil gliedert sich in die ideologische, akteursbezogene und organisatorische Untersuchung, inklusive einer Analyse der Parteiprogramme, der Mitgliederzusammensetzung und des „Liquid Democracy“-Konzepts.
Wichtige Begriffe sind „Movement Party“, „Linksliberalismus“, „Liquid Democracy“, „digitale Revolution“ und „politische Etablierung“.
Die Arbeit verdeutlicht, dass die „Digitale Revolution“ das allbestimmende Kernthema ist, das alle anderen programmatischen Forderungen – wie Transparenz, Datenschutz und direkte Demokratie – miteinander verbindet und motiviert.
Obwohl es als innovatives Mittel zur Basisbeteiligung dient, zeigt die Arbeit, dass das System in der Praxis technische und organisatorische Probleme aufweist und die Erwartungen an eine vollkommene direkte Beteiligung bisher nicht vollständig erfüllen konnte.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

