Masterarbeit, 2010
117 Seiten, Note: Summa cum laude
1. Einleitung
2. Burckhardt und Nietzsche: Die Elemente
2.1. Jacob Burckhardt
2.1.1. Leben und Werk
2.1.2. Das Geschichtsverständnis Burckhardts
2.1.3. Die Idee der drei Potenzen
2.1.4. Die Begriffe „Krise“ und „Grösse“
2.1.5. Der Begriff der Renaissance
2.2. Friedrich Nietzsche
2.2.1. Leben und Werk
2.2.2. Grundzüge seines Denkens
2.2.3. Die Bedeutung menschlicher Wahrheiten
2.2.4. Gottes Tod und die Folgen
2.2.5. Ursprung und Wesen der Moral
2.2.6. Der Immoralismus
2.2.7. Darüber hinaus
3. Burckhardt und Nietzsche: Die Synthese
3.1. Professionelle und persönliche Beziehung
3.1.1. 1869-1879: Basler Jahre
3.1.2. 1879-1897: Distanz und Entfremdung
3.2. Nietzsches Begriff der Renaissance
3.2.1. Frühe Phase: Der Begriff des Individualismus
3.2.1.1. Zwischen Wagner und Burckhardt
3.2.1.2. „Historical turn“: Individualismus und schöpferische Kraft
3.2.2. Mittlere Phase: Konsolidierung und Befreiung
3.2.2.1. Krise und Konsolidierung
3.2.2.2. Aufklärung und Befreiung
3.2.3. Späte Phase: Radikalisierung der Thesen
3.2.3.1. Radikalisierung und Personifizierung
3.2.3.2. Die Apotheose Cesare Borgias
3.2.3.3. Implikationen und Bedingungen des Renaissance-Individualismus
3.3. Über Nietzsche hinaus: Der Renaissancismus
3.3.1. Verklärung und Überwindung
3.3.2. Das Problem der Dekadenz
4. Fazit
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen dem Renaissanceverständnis des Kulturhistorikers Jacob Burckhardt und der Philosophie Friedrich Nietzsches. Ziel ist es, inhaltliche Schnittmengen, Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in ihren jeweiligen Deutungen der italienischen Renaissance herauszuarbeiten und den Einfluss Burckhardts auf die Entwicklung des Renaissancebegriffs bei Nietzsche nachzuzeichnen.
2.1.4. Die Begriffe „Krise“ und „Grösse“
Burckhardt unterschied eine Vielzahl von unterschiedlich gewichteten geschichtlichen Krisen, und erkannte „echte Krisen“ als „selten“34. Der Niedergang der Antike, die historische Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit und das mit der französischen Revolution eingeläutete Revolutionszeitalter galten ihm wohl als die tiefgreifendsten und entscheidendsten Epochenübergänge. In den geschichtlichen Krisen erkannte Burckhardt keine Abweichung vom gewohnten Lauf der Geschichte, sondern nur deren Beschleunigung: Wie weiter oben bereits erläutert wurde, betrachtete er den steten historischen Wandel der menschlichen Lebensformen als unabdingbar – der menschliche Geist erschafft in seiner Kontinuität aus den Ruinen des Niedergegangen immer wieder Neues. Während einer historischen Krise wird dieses „Hauptphänomen“ daher weniger ausgehebelt als vielmehr beschleunigt:
„Der Weltprozess gerät plötzlich in furchtbare Schnelligkeit, Entwicklungen, die sonst Jahrhunderte brauchen, scheinen in Monaten und Wochen wie flüchtige Phänomene vorüberzugehen und damit erledigt zu sein.“35
1. Einleitung: Die Einleitung legt den Grundstein für die Untersuchung der inhaltlichen Bezüge zwischen Burckhardts Geschichtsbild und Nietzsches Weltanschauung, insbesondere im Hinblick auf die italienische Renaissance.
2. Burckhardt und Nietzsche: Die Elemente: Dieses Kapitel definiert die Grundlagen, indem es Leben, Werk und die zentralen Konzepte der beiden Denker jeweils separat betrachtet.
3. Burckhardt und Nietzsche: Die Synthese: Hier erfolgt die Zusammenführung, in der die persönliche Beziehung und die Entwicklung von Nietzsches Renaissance-Begriff in seinen drei Schaffensphasen analysiert werden.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt den maßgeblichen Einfluss Burckhardts auf Nietzsches Renaissance-Verständnis trotz ihrer inhaltlichen Divergenzen.
Jacob Burckhardt, Friedrich Nietzsche, Renaissance, italienische Renaissance, Geschichtsphilosophie, Individualismus, Kultur, drei Potenzen, historische Grösse, Cesare Borgia, Umwertung der Werte, Wille zur Macht, Renaissancismus, Dekadenz, Historismus
Die Arbeit untersucht, wie Friedrich Nietzsche die italienische Renaissance wahrgenommen und interpretiert hat, insbesondere unter dem Einfluss der kulturhistorischen Schriften von Jacob Burckhardt.
Die zentralen Themen sind das Geschichtsverständnis beider Denker, ihr Begriff des Individualismus, die Bedeutung von Moral und ihre Kritik an der Moderne sowie der Einfluss der Antike.
Das Ziel ist es, Nietzsches historisches Denken und seine „Umwertung der Werte“ vor dem Hintergrund von Burckhardts Renaissance-Konzept zu erfassen und die Entwicklung dieses Begriffs bei Nietzsche zu verdeutlichen.
Die Arbeit nutzt eine chronologisch-lineare Analyse der Schriften beider Autoren, kombiniert mit einer vergleichenden Untersuchung ihrer Korrespondenz und zeitgenössischer Sekundärliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Einzelanalyse der beiden Denker und eine darauffolgende Synthese, die ihre Beziehung sowie die drei Phasen von Nietzsches Auseinandersetzung mit der Renaissance detailliert nachzeichnet.
Neben den Namen der beiden Protagonisten sind „Individualismus“, „Historische Grösse“, „Umwertung der Werte“, „Dekadenz“ und „Renaissancismus“ zentrale Begriffe.
Für den späten Nietzsche wird Cesare Borgia zur historischen Personifizierung des „Übermenschen“ und zum Symbol einer moralisch nicht gebundenen, lebensbejahenden Kraft, die er der christlichen Moral gegenüberstellt.
Der Autor zeichnet eine von anfangs gegenseitigem Respekt geprägte Beziehung nach, die zunehmend von weltanschaulicher Distanz und tragischer Entfremdung bestimmt war, da Nietzsche Burckhardts konservative Haltung nicht mit seinem eigenen radikalen Aufbruch vereinen konnte.
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