Bachelorarbeit, 2012
29 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Begrifflichkeiten
3 Der Front National – Entstehung, Aufbau und Ideologie
3.1 Entstehung und Wahlerfolge
3.2 Organisatorischer Aufbau und Strategie
3.3 Die Wählerschaft
4 Theorie: Allgemeine Ansätze zur Erklärung von WählerInnenverhalten
4.1 Soziologische Ansätze
4.2 Sozialpsychologischer Ansatz
4.3 Der Rational-Choice-Ansatz
5 Die „Theorie des Rechtsradikalismus in westlichen Industriegesellschaften“
6 Empirische Überprüfung der Theorie anhand der Präsidentschaftswahlen
6.1 Das Gefühl der Unsicherheit bei den WählerInnen des Front National
6.2 Repräsentation durch politische AkteurInnen und deren „Lösungskompetenz“
7 Fazit
Die Arbeit untersucht die Ursachen für die Wahlerfolge des französischen Front National, indem sie prüft, ob die „Theorie des Rechtsradikalismus in westlichen Industriegesellschaften“ von Scheuch und Klingemann empirisch auf die französischen Präsidentschaftswahlen 2002, 2007 und 2012 anwendbar ist.
3.1 Entstehung und Wahlerfolge
Der Front National wurde 1972 von Mitgliedern des Ordre Nouveau gegründet, einer rechtsextremistischen Aktivisten-Gruppe um Francois Brigneau, die 1969 als „Keimzelle des rechtsradikalen Aktivismus“ (Minkenberg 1998: 273) entstanden war und hauptsächlich aus Nationalrevolutionären und Anhängern des ehemaligen Vichy-Regimes bestand. Ziel der neu gegründeten Partei war die Stärkung und Institutionalisierung der zersplitterten extremen Rechten durch die Vereinigung anti-republikanisch-monarchistischer, autoritärer, konservativ-katholischer, kolonialistischer und rassistischer Strömungen nach dem Vorbild des italienischen Movimento Sociale Italiano. (Loch 1990: 6/ Minkenberg 1998: 273). Der Front National sollte jedoch nicht nur die verschiedenen Strömungen zu einer handlungsfähigen Institution vereinen, sondern auch als „respectable political facade, behind which the more traditional activist and street politics of the Far Right would continue“ (Marcus 1995: 12) fungieren.
Das Amt des Präsidenten übernahm der 1928 in La-Trinité-sur-Mer geborene Jean-Marie Le Pen, der bereits in zwei Kolonialkriegen gekämpft hatte und schon vor der Gründung des Front National in verschiedenen extrem rechten Gruppierungen aktiv gewesen war. Der Aufstieg der Partei, der im Folgenden näher dargelegt werden soll, ist umso bemerkenswerter, wenn man die für rechtsextreme Bewegungen ungünstigen Umstände in Frankreich zur Zeit der Gründung betrachtet. Zum Einen war das rechtsextreme Spektrum in viele Kleinparteien zersplittert, was die geplante Vereinigung durch den Front National erschwerte. Zum Anderen war das rechtsextremistische Umfeld seit den Erfahrungen mit dem autoritären Vichy-Regime stigmatisiert und sehr kritisch betrachtet.
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz des Front National und der zentralen Forschungsfrage basierend auf dem Modell von Scheuch und Klingemann.
2 Begrifflichkeiten: Definition zentraler Termini wie „Rechtsextremismus“ und „Rechtsradikalismus“ im Kontext der französischen Politik.
3 Der Front National – Entstehung, Aufbau und Ideologie: Detaillierte Betrachtung der historischen Entwicklung, der Parteistruktur und der soziographischen Wählerzusammensetzung.
4 Theorie: Allgemeine Ansätze zur Erklärung von WählerInnenverhalten: Übersicht soziologischer, sozialpsychologischer und ökonomischer (Rational-Choice) Erklärungsmodelle.
5 Die „Theorie des Rechtsradikalismus in westlichen Industriegesellschaften“: Vorstellung des theoretischen Kernmodells von Scheuch und Klingemann als Erklärungsbasis der Arbeit.
6 Empirische Überprüfung der Theorie anhand der Präsidentschaftswahlen: Anwendung der Theorie auf empirische Daten der Präsidentschaftswahlen 2002, 2007 und 2012.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Anwendbarkeit des gewählten Theoriekonzepts auf den Erfolg des Front National.
Front National, Rechtsradikalismus, Wählerverhalten, Frankreich, Scheuch-Klingemann-Konzept, Unsicherheit, Präsidentschaftswahlen, politische Mobilisierung, Ideologie, Protestwähler, Lösungskompetenz, Rechtspopulismus, Jean-Marie Le Pen, Marine Le Pen, Wählerpotential.
Die Arbeit analysiert die Ursachen für den Wahlerfolg der rechtsextremen Partei Front National in Frankreich über mehrere Jahrzehnte hinweg.
Die Schwerpunkte liegen auf der Parteigeschichte, den soziopsychologischen Erklärungsmodellen für Wahlverhalten und der empirischen Überprüfung der „Theorie des Rechtsradikalismus“.
Ziel ist es zu untersuchen, ob das Modell von Scheuch und Klingemann geeignet ist, um das Wählerverhalten zugunsten des Front National bei französischen Präsidentschaftswahlen zu erklären.
Die Arbeit nutzt eine theoretisch geleitete empirische Analyse, indem sie existierende Wahlstatistiken und Umfragedaten mit dem gewählten Theoriekonzept abgleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Partei, einen theoretischen Vergleich zur Wahlforschung und die konkrete Anwendung der Theorie auf die Wahlen 2002, 2007 und 2012.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Rechtsextremismus, Front National, Wählerpotential, Unsicherheit und politisches Vertrauen definieren.
Es dient als Mehrebenen-Modell, das sowohl soziologische Strukturveränderungen als auch das subjektive Empfinden der Wähler integriert.
Laut der untersuchten Theorie ist dieses Gefühl eine zentrale strukturelle Bedingung, die von Wählern als Motiv für die Abkehr von traditionellen Parteien genannt wird.
Die empirische Analyse zeigt eine ausgeprägte Pessimismus-Tendenz hinsichtlich der Kompetenz etablierter Akteure, was die Attraktivität des Front National stärkt.
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