Bachelorarbeit, 2013
47 Seiten, Note: 1,3
1 Einführung
2 Vorbetrachtungen
3 Markendefinitionen
3.1 Ansätze und Definitionen
3.1.1 Juristischer Ansatz
3.1.2 Instrumenteller Ansatz
3.1.3 Wirkungsbezogener Ansatz
3.1.4 Kommunikationsbezogener Ansatz
3.1.5 Identitätsbezogener Ansatz
3.2 Eigene Markendefinitionen
3.2.1 Marke als eine auf einem Markt gehandelte Leistung
3.2.2 Marke als eine mit einem Image verbundene Leistung
3.2.3 Marke als kommunikative Leistung
3.2.4 Marke als mit einem Metanutzen verbundene Leistung
3.2.5 Marke als Ordnungsbildnerin
3.2.6 Marke als Mittel zur Distinktion und Identitätsstiftung
4 Untersuchung des Markenbegriffs in Funktionssystemen
4.1 Systemtheoretische Grundlagenbegriffe
4.2 Vorbemerkung
4.3 Kunst
4.3.1 Marken in der Kunst
4.3.2 Kunst und Wirtschaft
4.3.3 Fazit
4.4 Politik
4.4.1 Marken in der Politik
4.4.2 Politik und Wirtschaft
4.4.3 Fazit
4.5 Massenmedien
4.5.1 Marken in den Massenmedien
4.5.2 Medien und Wirtschaft
4.5.3 Fazit
5 Schlussbetrachtung
6 Bibliographie
Die vorliegende Arbeit untersucht systematisch die soziologische These einer Ausweitung der Markenzone auf gesellschaftliche Bereiche außerhalb der Wirtschaft. Ziel ist es, die Rolle und Bedeutung von Marken in den Funktionssystemen Kunst, Politik und Medien auf Basis der Luhmannschen Systemtheorie zu analysieren und zu konkretisieren.
3.1.2 Instrumenteller Ansatz
Bis in die 1960er Jahre wurden Marken vor allem mithilfe sogenannter Merkmalskataloge beschrieben, d.h. Auflistungen, deren Einzelmerkmale Marken beschreiben sollten. Demnach sind Marken Waren oder Dienstleistungen, die sich aufgrund ihrer spezifischen Merkmale von Nicht-Marken unterscheiden (Busemann 2007: 14; Bismarck/Baumann 1995: 30). Mellerowicz (1963: 12f) beschreibt Marken als markierte Fertigwaren, die sich durch ihre spezifische Kennzeichnung von anderen Produkten abheben. Weiterhin zeichnen sich Marken demnach durch ihre Standardisierung hinsichtlich eines qualitativen Niveaus, fester Mengen sowie eines einheitlichen Produktdesigns aus. Daneben gelten nur diejenigen Produkte als Markenwaren, welche innerhalb eines größeren Absatzraums, d.h. auf nationalen statt nur regionalen Märkten, verkauft werden und für deren Verkaufsförderung Werbemaßnahmen genutzt werden (ebd.).
1 Einführung: Die Einleitung umreißt die allgegenwärtige Bedeutung der Marke und leitet die Forschungsfrage zur Ausweitung der Markenzone auf gesellschaftliche Bereiche jenseits der Wirtschaft her.
2 Vorbetrachtungen: Dieses Kapitel gibt einen historischen Rückblick auf die Entwicklung von Markenartikeln und beleuchtet die ambivalente Sichtweise auf Marken im interdisziplinären Diskurs.
3 Markendefinitionen: Es werden verschiedene wissenschaftliche Definitionen von Marken aufgearbeitet, um anschließend eine eigene, systemunabhängige Definition für die Analyse zu erarbeiten.
4 Untersuchung des Markenbegriffs in Funktionssystemen: Auf Basis der Systemtheorie nach Niklas Luhmann wird die Rolle und Bedeutung von Marken in den drei ausgewählten gesellschaftlichen Funktionssystemen Kunst, Politik und Medien untersucht.
5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die zunehmende Vernetzung der Subsysteme durch markenähnliche Kommunikationskonstrukte und weist auf weitere Forschungsbedarfe hin.
6 Bibliographie: Das Verzeichnis listet sämtliche in der Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur auf.
Marke, Markenzone, Systemtheorie, Niklas Luhmann, Funktionssysteme, Kunst, Politik, Massenmedien, Markendefinition, Kommunikation, Wirtschaft, Gesellschaft, Identitätsstiftung, Markenausweitung, Soziologie
Die Arbeit beschäftigt sich mit der soziologischen These, dass sich der Markenbegriff über seinen ursprünglichen ökonomischen Kontext hinaus auf alle gesellschaftlichen Bereiche ausweitet.
Die zentralen Themenfelder sind die Definition des Begriffs Marke, die Analyse von Marken in den Funktionssystemen Kunst, Politik und Medien sowie deren Vernetzung mit ökonomischen Prinzipien.
Das Ziel ist es, die "Ausweitung der Markenzone" systematisch und soziologisch zu untersuchen, um zu klären, in welchem Umfang und warum Marken auch außerhalb der Wirtschaftssphäre existieren.
Die Arbeit nutzt die systemtheoretischen Grundlagen nach Niklas Luhmann, um die Funktionsweise der verschiedenen gesellschaftlichen Teilsysteme und die dort agierenden Marken zu analysieren.
Der Hauptteil befasst sich nach der theoretischen Fundierung mit der konkreten Anwendung des Markenbegriffs auf die Systeme Kunst, Politik und Medien, inklusive der jeweiligen spezifischen Logiken und Vernetzungen mit der Wirtschaft.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Markenzone, Systemtheorie, Funktionssysteme, Markenbildung und gesellschaftliche Ausweitung charakterisiert.
Die Arbeit zeigt, dass Kunstwerke durch die Zuweisung von Markennamen (Künstlernamen) und deren symbolische Aufladung durch Galerien und Museen ähnliche Funktionen wie Markenprodukte übernehmen, um Aufmerksamkeit und ökonomischen Wert zu generieren.
Aufgrund der Personalisierungstendenzen und der Notwendigkeit, komplexe politische Programme in den Massenmedien sichtbar zu machen, nutzen Parteien und Politiker markentechnische Strategien, um Wiedererkennungswert und Bindung bei Wählern zu erzeugen.
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