Examensarbeit, 2003
78 Seiten, Note: 2
1. Vorwort/Allgemeines
1.1 Vorwort
1.2 Einführung in das Thema
1.3 Eingrenzung des Themas
1.4 Die Quellensituation und die Erarbeitungsmethode
1.5 Der moderne Friedensbegriff als Ausgangspunkt für eine Gegenüberstellung zum Coubertinschen „Frieden“
2. Die biographischen Hintergründe des Coubertinschen Friedendenkens
2.1 Die adlige Herkunft
2.2 Die Situation Frankreichs und seiner Aristokratie im 19. Jahrhundert
2.3 Coubertin – ein Reformer des Erziehungswesens
2.3.1 Die Situation an französischen Gymnasien
2.3.2 Das englische Vorbild
2.3.3 Das US-amerikanische Vorbild
3. Definition, Bedeutung und Verwendung der Begriffe Sport und Frieden in Coubertin´s Schriften
3.1 Der Sportbegriff und die Rolle des Sports
3.2 Sport – Förderer der Moral?
3.3 Der Friedensbegriff
3.4 Frieden als Antagonismus
3.4.1 Frieden zwischen Konkurrenz und Solidarität
3.4.2 Frieden zwischen Patriotismus und Internationalismus
4. Die Auswirkung des Sports und der Spiele auf die Friedfertigkeit des Einzelnen
4.1 Der Kampf als Grundlage einer Friedenserziehung
4.2 Das Problem „unfriedlicher“ Sportarten
4.3 Boxen
5. Die Auswirkung des Sports und der Spiele auf den internationalen Frieden
5.1 Sport und Krieg: Eine Beziehung?
5.2 Die Bewältigung patriotischer Gefühle im Sport
5.3 Internationale Wettkämpfe
5.4 Völkerverständigung durch Sport
6. Die Olympischen Spiele
6.1 Das Modell des Olympismus
6.2 Die Realität des Olympismus und seine Zukunft
7. Ergebnisse der Untersuchung und deren Zusammenfassung
7.1 Die Grenzen der Coubertinschen Friedenserziehung
7.2 Die Untersuchungsergebnisse
7.3 Zusammenfassung und Schlusswort
7.4 Chronologie der Coubertinschen Arbeit für den Frieden und den Sport
Die wissenschaftliche Arbeit untersucht das Wirken von Baron Pierre de Coubertin als Begründer der modernen Olympischen Spiele unter dem spezifischen Aspekt der Friedenserziehung. Die zentrale Forschungsfrage ist, wie Coubertin Sport und Spiele vor dem Hintergrund seiner pädagogischen Reformbemühungen konzeptionell als Instrumente nutzen wollte, um die Friedfertigkeit des Einzelnen zu fördern und den Frieden zwischen den Völkern zu sichern.
4.3 Boxen
„It was not at all usual in those days for two School-house boys to have a fight. Of course there were exceptions, when some cross-gained hard-headed fellow came up who would never be happy unless he was quarrelling with his nearest neighbours, or when there was some class-dispute between the fifth form and the fags for instance, which required bloodletting; and a champion was picked out on each side tacitly, who settled the matter by a good hearty mill. But for the most part, the constant use of those surest keepers of the peace, the boxing-gloves, kept the School-house boys from fighting one another. Two or three nights in every week the gloves were brought out, either in the hall or fifth-form room; and every boy who was ever likely to fight at all knew all his neighbours´ prowess perfectly well, and could tell to a nicety what chance he would have in a stand-up fight with any other boy in the house. ...After all, what would life be without fighting, I should like to know? From the cradle to the grave, fighting, rightly understood, is the business, the real, highest, honestest business of every son of man. ...It is no good for Quakers, or any other body of men, to uplift their voices against fighting. Human nature is too strong for them, and they don´t follow their own percepts. ...The world might be a better world without fighting, for anything I know, but it wouldn´t be our world;... .“
1. Vorwort/Allgemeines: Dieses Kapitel gibt einen Einblick in die Motivation der Autorin und steckt den methodischen Rahmen der Untersuchung ab.
2. Die biographischen Hintergründe des Coubertinschen Friedendenkens: Hier werden die Herkunft und die prägenden Erziehungserfahrungen Coubertins erläutert, die seinen Reformeifer begründeten.
3. Definition, Bedeutung und Verwendung der Begriffe Sport und Frieden in Coubertin´s Schriften: Das Kapitel analysiert, wie Coubertin Sport und Frieden als zentrale Konzepte für seine Friedensvorstellungen interpretierte.
4. Die Auswirkung des Sports und der Spiele auf die Friedfertigkeit des Einzelnen: Es wird untersucht, inwiefern sportlicher Kampf als Mittel zur Persönlichkeitsbildung und Friedenserziehung dienen kann.
5. Die Auswirkung des Sports und der Spiele auf den internationalen Frieden: Dieser Teil beleuchtet die Übertragung der individuellen Friedenserziehung auf die internationale Ebene und das Verhältnis zwischen Patriotismus und Internationalismus.
6. Die Olympischen Spiele: Hier werden die Geschichte, das Modell des Olympismus und dessen Realität kritisch betrachtet.
7. Ergebnisse der Untersuchung und deren Zusammenfassung: Abschließend werden die Grenzen der pädagogischen Ansätze Coubertins reflektiert und eine Chronologie seiner Arbeit erstellt.
Pierre de Coubertin, Olympische Spiele, Friedenserziehung, Sportpädagogik, Olympismus, Internationalismus, Patriotismus, Charakterbildung, Körperertüchtigung, Friedfertigkeit, Konfliktbewältigung, moralische Erziehung, Wettkampf.
Die Arbeit untersucht das Wirken von Pierre de Coubertin und analysiert, wie er die modernen Olympischen Spiele als ein Instrument für eine umfassende Friedenserziehung im 19. und frühen 20. Jahrhundert konzipierte.
Die Schwerpunkte liegen auf der biographischen Herkunft Coubertins, seiner Definition von Sport und Frieden, dem Einfluss des englischen Erziehungswesens sowie der Rolle von Wettkampf und Athletik für den internationalen Frieden.
Ziel ist es nachzuweisen, dass Coubertins Wiederbelebung der Olympischen Spiele weit mehr als ein Sportereignis war, sondern gezielt dazu dienen sollte, durch eine praktisch orientierte Friedenserziehung den sozialen und internationalen Frieden zu fördern.
Die Arbeit basiert auf einem hermeneutischen Arbeitsverfahren, bei dem Quellen, Texte und Schriften Coubertins analysiert und im Kontext des modernen Friedensbegriffs sowie zeitgenössischer gesellschaftlicher Ereignisse interpretiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Coubertins pädagogischer Reformtheorie, die Bedeutung des Sports als Mittel der Charakterbildung, die Problematik von "harten" Sportarten wie Boxen als "Friedenswächter" und die Ambivalenz zwischen Patriotismus und Internationalismus.
Wesentliche Begriffe sind Olympismus, Friedenserziehung, Körperertüchtigung, moralische Entwicklung, Wettkampfgeist und das Spannungsfeld zwischen nationaler Identität und internationaler Völkerverständigung.
Thomas Arnold, der Schulleiter von Rugby, diente Coubertin als zentrales Vorbild für seine eigene Erziehungsreform, da er den Sport als integriertes Erziehungsmittel im Schulwesen etablierte.
Die Arbeit zeigt, dass Coubertin Boxen als sinnvoll erachtete, um durch kontrollierte physische Anstrengung Aggressionen abzubauen und den Jugendlichen Disziplin und Selbstbeherrschung zu vermitteln, anstatt die rohe Gewalt destruktiv auszuleben.
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