Diplomarbeit, 2004
101 Seiten, Note: 1,25
1. Einleitung
1.1 Zur Themenwahl
1.2 Vorgehensweise
2. Angst
2.1 Allgemeine Vorüberlegungen zum Begriff der Angst
2.2 Angsttheorien
2.3 Angst in der Schule
2.4 Lehrerangst
2.5 Formen der Lehrerangst
2.6 Zusammenhang von Angst und Aggression
2.7 Eigene Gedanken zum Thema Angst
3. Gewalt
3.1 Definition von Gewalt in der Schule
3.2 Dimensionen von Gewalt
3.2.1 Physische Gewalt
3.2.2 Psychische Gewalt
3.2.3 Strukturelle Gewalt
3.3 Ursachen und Gründe von aggressivem Schülerverhalten
3.4 Chronik von Gewalttaten an deutschen Schulen
3.5 Realitätsberichte von Lehrern
3.6 Rechtliche Grundlagen zum Umgang mit Gewaltfällen in Schulen
3.7 Wichtige Ergebnisse der Forschung über Gewalt an deutschen Schulen
3.7.1 Eichstätter Repräsentativbefragung zu Gewalt an Schulen
3.7.2 Gewalt in der Schule am Beispiel Bochum
4. die Heidelberger Untersuchung
4.1 Konzipierungsphase
4.2 Erhebungsphase
4.3 Auswertung / Datenanalyse
4.3.1 Codierung und Codeplan
4.3.2 SPSS-Programm
4.4 Ergebnisse der Untersuchung
4.4.1 Auswertung: sozialdemografische Angaben
4.4.2 Auswertung: einzelne Gewaltformen/Häufigkeiten
4.4.3 Auswertung: Einschätzungen von Gewaltentwicklungen
4.4.4 Auswertung: Sicherheitsgefühl / Angstverhalten
4.4.5 Auswertung: Abwehrmaßnahmen
4.4.6 Auswertung: Hilfs- und Lösungsmöglichkeiten
4.4.7 Auswertung: Zusammenarbeit von Schule und Polizei
4.4.8 Auswertung: Verhalten bei Gewalt / gewaltbereiten Schüler
5. Zusammenfassung und Vergleich
6. Lösungsmöglichkeiten
7. Schlusswort
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, das Ausmaß und die Formen der Gewalt von Schülern gegenüber Lehrern an Heidelberger Schulen zu erforschen und dabei die Rolle von Lehrerangst sowie bestehende Bewältigungsstrategien zu analysieren.
1.1. Zur Themenwahl
Denke ich an meine Schulzeit zurück, so muss ich feststellen, dass Gewalt ein immer gegenwärtiges Thema war. Die Gewalt war in so vielen Situationen und so vielen Formen vorhanden, dass ich sie damals überhaupt nicht wahrnahm. Ob ich zu jung war, um die Gewalt in ihrer eigentlichen Form zu verstehen, dass mag ich hier nicht zur Diskussion stellen, aber eines ist ganz sicher, sie begleitete mich bis zum Abschluss meines Abiturs.
Während meiner Grundschulzeit kann ich mich noch daran erinnern, dass wir oft Banden gründeten und zwischen den Schulstunden gegeneinander kämpften. Kratzen, Zwicken, an den Haaren ziehen und mit den Fäusten schlagen war nichts Ungewöhnliches. Der Respekt vor unseren Lehrern war jedoch sehr groß und so unterließen wir nach einer Standpauke unsere „Reibereien“.
Von der 5 bis zur 10 Klasse wurden diese Kämpfe immer weniger, aber es war zu merken, dass mit den Jahren auch der Respekt vor den Lehrern immer weniger wurde. Der Lehrer rückte bei vielen meiner Mitschüler immer mehr in die zentrale Rolle des Sündenbockes. Ob schlechte Noten oder Stress in der Schule, meistens war der Lehrer schuld. Manche Mitschüler riefen dem Lehrer aus der geschützten Gruppe heraus beleidigende Worte nach, machten gemeine Tafelschriebe oder traktierten in der Pause die Tasche des Lehrers.
1. Einleitung: Darstellung der persönlichen Motivation zur Themenwahl und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise unter Berücksichtigung einer hermeneutischen Position.
2. Angst: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Angstbegriff, Angsttheorien und der spezifischen Lehrerangst im Schulalltag.
3. Gewalt: Definition von Gewalt, Einordnung der Gewaltdimensionen und Überblick über Ursachen, Rechtsgrundlagen und bisherige Forschungsergebnisse.
4. die Heidelberger Untersuchung: Detaillierte Beschreibung der Konzipierung, Erhebung und statistischen Auswertung der Lehrerbefragung an 15 Heidelberger Schulen.
5. Zusammenfassung und Vergleich: Kompakte Darstellung der gewonnenen Ergebnisse im Vergleich zu bestehenden wissenschaftlichen Untersuchungen in Deutschland.
6. Lösungsmöglichkeiten: Entwicklung von pädagogischen Handlungsempfehlungen für Lehrer und Schulen zur Verbesserung des Schulklimas und Prävention von Gewalt.
7. Schlusswort: Zusammenfassende Einschätzung der Arbeit und Reflexion über den Erfolg der empirischen Untersuchung.
Gewalt an Schulen, Lehrerangst, Schüleraggression, Heidelberger Schulen, Lehrer-Schüler-Verhältnis, empirische Untersuchung, Schulsozialarbeit, Gewaltprävention, pädagogische Herausforderungen, verbale Gewalt, körperliche Angriffe, Lehrerbefragung, Sicherheitsgefühl, Konfliktlösung, Polizei.
Die Diplomarbeit untersucht das Ausmaß und die verschiedenen Formen von Gewalt durch Schüler gegenüber Lehrkräften sowie die damit verbundene Problematik der Lehrerangst.
Im Zentrum stehen die Begriffe Angst und Gewalt, deren theoretische Fundierung sowie deren konkrete Auswirkungen auf das professionelle Handeln von Lehrern im schulischen Kontext.
Das Ziel ist es, belastbare Daten über Gewaltvorfälle an Heidelberger Schulen zu generieren, um Anhaltspunkte für eine effektive polizeiliche Präventionsarbeit zu liefern.
Der Autor führt eine quantitative empirische Erhebung mittels eines schriftlichen Fragebogens bei Lehrkräften an 15 verschiedenen Schulen in Heidelberg durch.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung von Gewalt und Angst sowie eine umfangreiche Auswertung der Fragebogendaten (inklusive der sozialdemografischen Daten und spezifischer Gewaltformen).
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Gewalt an Schulen, Lehrerangst, Schüleraggression, Schulsozialarbeit und Gewaltprävention.
Der Amoklauf wird als aktueller Anlass diskutiert, der das Sicherheitsgefühl und die Sensibilität der Lehrerschaft für das Thema Gewalt an Schulen massiv beeinflusst hat.
Aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit und dem Zugang zum Sachbereich Kriminalprävention der Polizei Heidelberg bringt der Autor eine spezifische Perspektive ein, die den Fokus auf Prävention und die Zusammenarbeit von Schule und Polizei legt.
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