Bachelorarbeit, 2011
62 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
2 Notwendigkeit eines Säkularisierungsupdates
2.1 Wie viel wissen wir schon? Ein Literatureinblick
2.2 Demographische Daten
2.3 Die wichtigsten Begriffserklärungen
2.4 Ableitung der zu ergründenden Fragestellung
3 Empirische Vorgehensweise
3.1 Europäische Wertestudie
3.2 Das Arbeiten mit den Daten
3.3 Auswertungen zur ersten Fragestellung
3.3.1 Homophobie
3.3.1.1 Homosexuelle Eltern
3.3.1.2 Homosexualität ist in Ordnung
3.3.1.3 Homosexuelle Nachbarn
3.3.2 Sexismus
3.3.2.1 Arbeitsplätze zuerst für Männer
3.3.2.2 Frauen brauchen Kinder
3.3.2.3 Alleinerziehende Mütter
3.3.3 Fremdenfeindlichkeit
3.3.3.1 Ausländer produzieren Kriminalität
3.3.3.2 Ausländer als Gefahr
3.3.3.3 Ausländer als Belastung
3.4 Auswertungen zur zweiten Fragestellung
3.4.1 Homophobie
3.4.2 Sexismus
3.4.3 Fremdenfeindlichkeit
4 Ergebnisse
4.1 Ergebnisse zur ersten Fragestellung
4.2 Ergebnisse zur zweiten Fragestellung
5 Diskussion
Diese Bachelorarbeit untersucht mithilfe der Daten der vierten Welle der Europäischen Wertestudie das moralische Urteilsvermögen von Atheisten und Nicht-Religiösen im Vergleich zu verschiedenen religiösen Konfessionen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob Religion tatsächlich einen prägenden Einfluss auf die Moral ausübt oder ob andere Faktoren wie kulturelle, politische und historische Hintergründe maßgeblicher sind.
1 Einleitung
„Religionen sind zu schonen. Sie sind für die Moral gemacht. Da ist nicht eine hehre Lehre. Kein Gott hat klüger gedacht. Ist im Vorteil, im Vorteil“ lautet die dritte Strophe des Liedes „Stück vom Himmel“, von dem deutschen Musiker Herbert Grönemeyer (2006-2007). Dem Liedtext zufolge benötigen wir also Religionen bzw. eine Konfession, egal welche, da jeder Gott gleich klug ist, um moralisch zu sein. Dieser Aussage widmeten so einige Wissenschaftler, wie z.B. Boyer (2002), Hauser und Singer (2005) und Hauser & Pyysiaäinen (2010) einen Artikel, um darauf hinzuweisen, dass es nicht so zu sein scheint. Sinnott-Armstrong (2009) widmete diesem Thema sogar ein ganzes Buch, indem er aufräumt mit Vorurteilen gegenüber Atheisten und die Zusammenhangslosigkeit zwischen Gott bzw. Religion und Moral immer wieder betont.
Diese Einstellung, dass Religion und Moral fest miteinander verbunden sein müssen, ist in der Bevölkerung, besonders dem religiösen Anteil der Bevölkerung, weit verbreitet aber wenig bewiesen. Ein Artikel in der Washington Post mit dem Titel „Why do Americans still dislike atheists? „ thematisierte genau diese Einstellung. „Those who don’t believe in God are widely considered to be immoral, wicked and angry.“ (Paul & Zuckerman, 2011) schreiben die Autoren über das amerikanische Volk und beziehen sich dabei auf aktuelle empirische Untersuchungen. Eine von Furnham et al (1998) durchgeführte Untersuchung unterstreicht diese Anti-atheistische Einstellung. Seiner Untersuchung zufolge sind Atheisten und agnostische Personen so unbeliebt, dass viele Menschen sie ans Ende einer Liste setzen würden, wenn es um eine Nierenspende ginge. Christliche Patienten sollen bevorzugt werden, so wünscht es sich die Mehrheit der Befragten.
1 Einleitung: Diese Einführung thematisiert die weit verbreitete Annahme, Religion sei eine notwendige Grundlage für Moral, und stellt die Forschungsfrage nach den Unterschieden im moralischen Urteil von religiösen und nicht-religiösen Menschen.
2 Notwendigkeit eines Säkularisierungsupdates: Hier wird der theoretische Rahmen durch einen Überblick über aktuelle Literatur und demographische Daten zum Atheismus sowie eine Definition der zentralen Begriffe geschaffen.
3 Empirische Vorgehensweise: In diesem Kapitel wird die Datengrundlage der Europäischen Wertestudie erläutert sowie die methodische Vorgehensweise zur Auswertung der Fragestellungen dargelegt.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Resultate der Analysen zu den Themen Homophobie, Sexismus und Fremdenfeindlichkeit und beantwortet die zugrunde liegenden Forschungsfragen.
5 Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse kritisch reflektiert, die Validität der Daten bewertet und die Bedeutung von Religion und anderen Faktoren für die Moral in Europa zusammenfassend eingeordnet.
Atheismus, Nicht-Religiöse, Europäische Wertestudie, Moral, Homophobie, Sexismus, Fremdenfeindlichkeit, Säkularisierung, Konfessionszugehörigkeit, moralisches Urteilsvermögen, Bildungsschicht, kulturelle Hintergründe, Werte, Toleranz, Religionssoziologie.
Die Arbeit untersucht das verbreitete Vorurteil, dass Religion eine Voraussetzung für ein moralisches Leben sei, und prüft, ob sich Atheisten und Nicht-Religiöse in ihrem moralischen Urteilsvermögen tatsächlich von gläubigen Menschen unterscheiden.
Die Untersuchung fokussiert sich auf drei gesellschaftlich relevante Bereiche: Homophobie, Sexismus und Fremdenfeindlichkeit.
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob Religion das moralische Urteilsvermögen bestimmt oder ob Menschen eher durch ihren kulturellen und gesellschaftlichen Kontext geprägt sind. Zudem wird die Frage geklärt, ob sich Nicht-Religiöse länderübergreifend ähneln.
Es handelt sich um eine deskriptive, quantitative Untersuchung, die auf den Datensätzen der vierten Welle der Europäischen Wertestudie basiert. Diese Daten werden analysiert, um Zusammenhänge zwischen Religion, Bildung und moralischen Einstellungen aufzuzeigen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des aktuellen Forschungsstandes zur Religionsthematik sowie einen empirischen Teil, in dem die Daten zu den drei Themenfeldern detailliert ausgewertet werden.
Zu den zentralen Begriffen zählen Säkularisierung, Moral, Atheismus, Konfessionszugehörigkeit sowie die spezifischen Aspekte der Homophobie, des Sexismus und der Fremdenfeindlichkeit.
Der Bildungsgrad dient als Kontrollvariable, um zu prüfen, ob Unterschiede im moralischen Urteilsvermögen primär auf Bildung zurückzuführen sind und ob Atheisten in höheren Bildungsschichten stärker vertreten sind.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Religionszugehörigkeit kein prägender Faktor für die moralische Haltung ist. Vielmehr scheinen politische, kulturelle und historische Einflüsse des jeweiligen Landes eine deutlich größere Rolle zu spielen.
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