Bachelorarbeit, 2014
95 Seiten, Note: 2,0
1. Problemstellung
2. Theoretische Verortung
2.1 Kritische Medientheorie, Kritische Theorie
2.2 Nachrichtenwerttheorie
2.3 Konvergenztheorie, Medienkonvergenz
3. Begriffsdefinition
3.1 Nachrichtensendung
3.2 Beitrag
3.3 Terrorismus, Terroranschlag
3.4 Dramatisierung
4. Forschungsstand
5. Der Anschlag auf den Boston-Marathon
5.1 Chronologie des Anschlags
6. Forschungsaufbau
6.1 Forschungsziel und Kernpunkte der Forschung
6.2 Untersuchungsgegenstand und Forschungszeitraum
6.3 Hypothesen über die Berichterstattung
6.4 Forschungsdesign und Methodik
6.5 Inhaltsanalyse als Forschungsmethode
7. Codebuch
7.1 Formale Kategorien
7.2 Inhaltliche Kategorien
7.3 Pretest und Intercoder-Reliabilität
8. Auswertung
8.1 Quantität der Berichterstattung
8.2 Fokussierung der Berichterstattung
8.3 Dramaturgie der Berichterstattung
8.4 Analyse des Bildmaterials
9. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die mediale Verarbeitung des Anschlags auf den Boston-Marathon im April 2013 durch ausgewählte deutsche Nachrichtensendungen. Das Ziel besteht darin, durch eine empirische Inhaltsanalyse Unterschiede in der Berichterstattung zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern hinsichtlich Umfang, Fokussierung und dramatisierender Darstellung aufzuzeigen.
3.4 Dramatisierung
Die Dramatisierung im Journalismus wird von vielen Forschern als eine steigende Tendenz oder als ansteigender Trend betrachtet (vgl. Ehrensberger 2009: 62; Holtz-Bacha 2006:282; Lengauer 2007). Anwendung findet sie vor allem in der Politikberichterstattung (vgl. Lengauer 2007: 25ff.; Melischek 2008: 182ff.) und bei der Kriegsberichterstattung (vgl. Wilke 2008: 83ff.). Die Anfänge der Dramatisierung im Journalismus, lassen sich „in der (vor allem amerikanischen) journalistischen Tradition der überaus beliebten Darstellungsform der Geschichte“ (Ehrensberger 2009: 62ff.) finden. In der filmischen Dramaturgie ist die Dramatisierung ein „System des Handlungsaufbaus“ (Eder 2007:14), welches sich aus vielen einzelnen Aspekten wie z.B. Zusammenhänge, Kombination, Hierarchie zusammensetzt (vgl. ebd.). Der Medienwissenschaftler Knut Hickethier sieht die Dramaturgie „im emphatischen Sinne (als) eine Anlage des Geschehens, die uns als Zuschauer in eine Anspannung setzt, uns mitgehen lässt mit dem, was gezeigt wird“ (Hickethier 1996: 117).
Auch Kepplinger hat sich mit der Dramatisierung im Journalismus beschäftigt und unterscheidet sechs verschiedene Modalitäten von Dramatisierungen (vgl. Kepplinger 2001: 33ff.; 2005: 38ff.). Die erste Modalität bilden die „Horror-Etiketten“. Bei einem Konflikt, Missstand oder Skandal werden Superlative oder sehr starke Begriffe, gar Übertreibungen verwendet. Diese Begriffe werden von „Verbrechens-Assoziationen“ unterstützt Ein Beispiel für ein solches Etikett mit einer Verbrechensassoziation wäre „Katastrophe“ und „Blutbad“ (Kepplinger 2001: 36). Der Wissenschaftler stellt die These auf, dass je höher die Wahrscheinlichkeit ist, dass großer Schaden entsteht, desto eher wird darüber berichtet – unabhängig von der Wahrscheinlichkeit des Eintretens Die Berichterstattung über solche in Aussicht gestellten Ereignisse nennt Kepplinger „Gau-Spekulationen“. Solche Spekulationen können Anstoß sein für eine Berichterstattung über eine Reihe solcher Spekulationen und deren Folgen. Diese Modalität wird als „Katastrophen-Collage“ bezeichnet. Um den Eindruck zu erwecken, ein Missstand sei bedeutender als er es wirklich ist, werden einzelne Aspekte dieses Missstands aufgegriffen und mit anderen relevanten Beispielen, Sicht- oder Herangehensweisen dargestellt. Dies bildet die Gruppe der „Schuld-Stapelung“. Die letzte Modalität sind die optischen Übertreibungen, die in dieser Arbeit mit Grafischer Überzeichnung untersucht wird. Durch Kameratechnik oder andere technische Mittel „wird gelegentlich die Wirkung der Bilder […] gesteigert“ (Kepplinger 2001: 37).
1. Problemstellung: Einleitung in die Bedeutung der Massenmedien für die Meinungsbildung und Fragestellung der Arbeit bezüglich der Berichterstattung über den Boston-Anschlag.
2. Theoretische Verortung: Vorstellung relevanter Theorien wie der Kritischen Medientheorie, der Nachrichtenwerttheorie und der Konvergenztheorie als Grundlage für die empirische Analyse.
3. Begriffsdefinition: Erläuterung zentraler Begriffe wie Nachrichtensendung, Beitrag, Terrorismus und Dramatisierung für den Forschungsprozess.
4. Forschungsstand: Überblick über existierende wissenschaftliche Arbeiten und Studien zu Terrorismusberichterstattung in Medien.
5. Der Anschlag auf den Boston-Marathon: Analyse des Ereignisses nach Nachrichtenwerten und detaillierte chronologische Aufarbeitung des Anschlags und seiner Folgen.
6. Forschungsaufbau: Definition der Ziele, des Untersuchungsgegenstands, der Hypothesen und des methodischen Designs der Arbeit.
7. Codebuch: Beschreibung des methodischen Handlungsleitfadens für die Codierung, unterteilt in formale und inhaltliche Kategorien.
8. Auswertung: Darstellung und Analyse der empirischen Ergebnisse zur Quantität, Fokussierung, Dramaturgie und Bildmaterialherkunft der untersuchten Sendungen.
9. Fazit: Zusammenfassende Interpretation der Ergebnisse und Beantwortung der aufgestellten Hypothesen.
Fernsehberichterstattung, Journalismus, Terrorismus, Inhaltsanalyse, Boston-Marathon, Nachrichtenwert, Dramatisierung, ARD, RTL, Sat.1, Medienkonvergenz, Täterfokussierung, Opferfokussierung, TV-Nachrichten, Medienereignis
Die Arbeit untersucht, wie deutsche TV-Nachrichtenformate über den Bombenanschlag beim Boston-Marathon 2013 berichtet haben, mit einem Fokus auf Unterschiede zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Quantität der Berichterstattung, die Fokussierung auf Täter oder Opfer, das Ausmaß an Dramatisierung sowie die Herkunft des verwendeten Bildmaterials.
Es wird untersucht, ob sich die mediale Umsetzung des Anschlags zwischen ARD (Tagesschau), RTL (RTL Aktuell) und Sat.1 (Sat.1 Nachrichten) signifikant unterscheidet und ob private Sender das Ereignis stärker dramatisieren als öffentlich-rechtliche.
Der Autor nutzt eine empirische Inhaltsanalyse, unterstützt durch ein dediziertes Codebuch, um sowohl quantitative als auch qualitative Merkmale der Nachrichtensendungen systematisch zu erfassen.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die Definition der Begriffe, die Beschreibung des Forschungsaufbaus inklusive Hypothesenbildung sowie die detaillierte Auswertung der erhobenen Daten.
Wichtige Begriffe sind Fernsehberichterstattung, Nachrichtenwerttheorie, Dramatisierung, Inhaltsanalyse und Terrorismus im medialen Kontext.
Die ARD berichtete tendenziell sachlicher und faktenorientierter mit weniger Dramatisierung, während private Sender wie RTL häufiger dramaturgische Mittel einsetzten und einen höheren Anteil an Eigenmaterial und O-Tönen aufwiesen.
Private Sender nutzten häufiger Stilmittel wie Horroretiketten, Stellungnahmen und musikalische Untermalung, um eine emotionale Wirkung zu erzielen, was als Dramatisierung interpretiert wurde.
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