Diplomarbeit, 2013
63 Seiten, Note: 1,2
1 Einleitung
1.1. Forschungsstand
1.2. Vorgehensweise
2 Populäre Religion
2.1. Religion in der Moderne
2.2. Populäre Religion nach Knoblauch
2.2.1. Populäre Religion und die Medien
2.2.2. Populäre Religion und der wirtschaftliche Markt
2.2.3. Zusammenspiel von Markt und Medien
2.3. Eingrenzung der populären Religion
2.3.1. Populäre Religion und populare Religiösität
2.3.2. Populäre Religion und Pop-Religion
2.3.3. Populäre Religion und Medienfrömmigkeit
2.3.4. Allgemeine Abgrenzung
3 Jesus Freaks
3.1. Wer sind die Jesus Freaks?
3.1.1. Die Anfänge der Bewegung
3.1.2. Arbeit der Jesus Freaks
3.1.3. Festivals - Freakstock und Co
3.1.4. Missionsarbeit
3.1.5. Medienarbeit
3.1.6. Musik
3.1.7. Andere Arbeit und kulturelle Aktivitäten
3.2. Die Jesus Freaks heute
4 Jesus Freaks und die populäre Religion
4.1. Jesus Freaks und die Medien
4.1.1. Freaks.de
4.1.2. Der Kranke Bote
4.1.3. TV-Freaks/ Radio-Freaks
4.2. Jesus Freaks und die Events
4.2.1. Musik
4.2.2. Lobpreis
4.3. Jesus Freaks und der Markt
4.3.1. Freakstyle
4.3.2. Kneipen und Co
4.3.3. Mission
4.4. Jesus Freaks und die Abgrenzung
4.4.1. Inszenierungen und öffentliche Auftritte
4.4.2. Sprache und Kleidung
4.4.3. Taufe und Co.
5 Zusammenfassung und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, inwieweit die Jesus Freaks-Bewegung die Theorie der "populären Religion" nach Hubert Knoblauch bestätigt und transformiert. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, ob die Bewegung als exemplarisches Beispiel für moderne religiöse Entwicklungen dienen kann und ob der Begriff der "populären Religion" zur Analyse solcher Bewegungen geeignet ist.
3.1.1. Die Anfänge der Bewegung
Mit folgenden Worten, die sehr wohl als die Geburtsstunde der Jesus Freaks-Bewegung bezeichnet werden können, wandte sich Martin Dreyers seinerzeit an seine Heimatgemeinde:
„Ich glaube, Gott möchte von mir, dass wir ab sofort eine Veranstaltung für Leute starten, die in diesen Gottesdienst nie gehen würden, […]. Es soll eine Veranstaltung sein, wo sich Jugendliche, Leute aus der Szene, Punks und Freaks treffen, um Jesus zu erleben. Sie sollen so kommen können, wie sie sind: betrunken, breit, dreckig, versifft, das ist egal, es soll nur jedem klar sein, dass es an diesem Abend ausschließlich um einen geht, nämlich um Jesus! Wir wollen damit sehr bald beginnen!“ (Dreyer 2012:133)
Dreyer (2012:132-145), der Begründer der Jesus Freaks-Bewegung und selbst ein Hamburger Punk, war von seiner Schwester von der Straße in die christliche Gemeinschaft geholt worden. Nachdem er sich entschieden hatte, seinen zukünftigen Weg an der Seite Jesu Christi zu gehen und sein Leben radikal zu verändern, blieb jedoch ein Problem. Dreyer wollte sich nicht von seiner Szene trennen. Seine Freunde und sein soziales Umfeld lagen ihm am Herzen. Gerade diese Leute waren es, denen er von seinem neuen Leben erzählen wollte, und die er in einen Gottesdienst einladen wollte. Dass eines das andere nicht ausschließt erlebte Dreyer in Amsterdam. Hier arbeitete er als „frischgebackener Christ“ auf einem Hausboot, das von jungen Christen für unterschiedliche Zwecke betrieben wurde. Amsterdam die Stadt der Gestrauchelten und derer, die nach einem alternativen Lebensstil suchen: Hier traf Dreyer Menschen, die seine Vision lebten. Er lernte durch andere Christen, dass man Christ sein und gleichzeitig Punk bleiben darf (vgl. Farin 2005:6).
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Motivation und Forschungsfrage ein und erläutert die Relevanz der populären Religion für moderne religiöse Phänomene.
2 Populäre Religion: Dieses Kapitel erläutert die Theorie der populären Religion nach Hubert Knoblauch und setzt sich mit dem Einfluss von Medien und Markt auf religiöse Transformationsprozesse auseinander.
3 Jesus Freaks: Das Kapitel liefert einen Überblick über die Entstehung, Geschichte, Arbeitsbereiche und die gegenwärtige Situation der Jesus Freaks-Bewegung.
4 Jesus Freaks und die populäre Religion: Hier werden die theoretischen Konzepte von Knoblauch mit der praktischen Arbeit der Jesus Freaks verknüpft, insbesondere hinsichtlich Mediennutzung, Eventisierung und ökonomischem Marktprinzip.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Jesus Freaks ein geeignetes Beispiel für die Theorie der populären Religion darstellen.
Populäre Religion, Jesus Freaks, Hubert Knoblauch, Medien, Ökonomischer Markt, Transformation, Christliche Jugendbewegung, Eventisierung, Evangeliumsverkündung, Patchwork-Glaube, Mission, Subkultur, Religiosität, Säkularisierung, Moderne.
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der "populären Religion" als soziologisches Konzept und der konkreten Ausprägung christlicher Jugendarbeit am Beispiel der Jesus Freaks.
Die zentralen Themen sind der Einfluss von populärkulturellen Formen, Medien und ökonomischen Prinzipien auf zeitgenössische religiöse Ausdrucksweisen.
Das Ziel ist es zu prüfen, ob die Jesus Freaks die Theorie der populären Religion bestätigen und ob der Begriff zur Beschreibung solcher Bewegungen sinnvoll ist.
Es handelt sich um eine religionssoziologische Untersuchung, die auf Basis einer Literaturanalyse die Theorie Knoblauchs auf eine spezifische religiöse Bewegung anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine historische und empirische Beschreibung der Jesus Freaks sowie deren analytische Verknüpfung unter Rückgriff auf die populärkulturellen Thesen.
Schlüsselwörter sind unter anderem Populäre Religion, Jesus Freaks, Transformation, Medien, Markt und religiöse Eventisierung.
Die Taufe wird oft als großes, feierliches Spektakel unter freiem Himmel (z.B. in Seen) zelebriert, um als missionarisches Event auch Schaulustige zu erreichen, anstatt in einem internen, formellen kirchlichen Rahmen stattzufinden.
Das Internet fungiert als zentrales Kommunikationsmedium, um eine europaweite "Gesamtgemeinde" zu vernetzen und den Interessierten einen einfachen, interaktiven Zugang zu christlichen Inhalten und Entscheidungshilfen zu ermöglichen.
Dies ist eine spezifische, provokante Terminologie der Jesus Freaks, die traditionelle hierarchische Bezeichnungen ersetzt, um den Anspruch auf dienende Leiterschaft zu unterstreichen.
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