Examensarbeit, 2014
62 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Eine Einführung
2.1 Suizid und Suizidversuch – Der Weg zur Tat
2.2 Die Realität – Ein Leben mit Tetraplegie
2.3 Eine Auseinandersetzung mit der Sterbehilfediskussion aus juristischer, praktischer und ethischer Sicht
2.3.1 Selbstbestimmtes Sterben aus juristischer Sicht
2.3.1.1 Habe ich ein Recht auf Suizid und Suizidbeihilfe?
2.3.1.2 Der ärztliche Kodex (Teil 1)
2.3.2 Selbstbestimmtes Sterben aus praktischer Sicht
2.3.2.1 Welche Formen der Sterbehilfe gibt es?
2.3.2.2 Was leisten sog. Sterbehilfeorganisationen in der Schweiz? – am Beispiel der Organisationen EXIT und DIGNITAS
2.3.3 Selbstbestimmtes Sterben aus ethischer Sicht
2.3.3.1 Wie autonom ist der Mensch?
2.3.3.4 Welches Leben ist lebenswert? – Das ethische Menschenbild
2.3.3.2 Welches Leben und welches Sterben sind würdevoll?
2.3.3.5 Der ärztliche Kodex (Teil 2)
2.4 Einblick in die philosophische Sicht zum Thema Suizid und Suizidbeihilfe
3. Selbstbestimmt sterben? - Ein theologisches Gespräch
3.1 Welche Position nimmt die Kirche zum Thema Suizid und Suizidhilfe ein?
3.2 Die Heiligkeit des Lebens
3.3 „Du darfst (dich) nicht töten“?
3.4 Sind mein Leben und mein Leib Geschenk und Leihgabe Gottes?
3.5 „Dein Wille geschehe“?
3.6 Was bedeutet mein Leid und muss ich es ertragen?
3.7 Vor welcher Herausforderung steht die Kirche?
4. Schluss
Die Arbeit untersucht die moralische und theologische Zulässigkeit des assistierten Suizids, indem sie den Roman "Ein ganzes halbes Jahr" als Ausgangspunkt für eine kritische Auseinandersetzung mit der Sterbehilfedebatte nutzt.
2.3.1.1 Habe ich ein Recht auf Suizid und Suizidbeihilfe?
Der Suizid entzieht sich in Deutschland einer rechtlichen Normierung. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass diese Straflosigkeit auch für die Suizidbeihilfe in Kraft tritt. Ein Selbstmord ist kein „Recht“, sondern eine Handlung, die keiner sittlichen Norm unterliegt. Jedoch ist es für das Gemeinwesen von großem Interesse, den Selbstmord sittlich beurteilen zu können.23 Gibt es aber ein deutsches Gesetz, aus dem sich eine rechtliche Anerkennung der Selbsttötung ableiten lässt? Im Grundgesetz ist kein Gesetz mit dem entsprechenden Wortlaut verankert. Eine Suizidhandlung ist daher nicht strafbar.24 Diese Straflosigkeit bedeutet wiederum nicht, dass eine rechtliche Anerkennung vorliegt. Das Fehlen einer Strafnorm dient allein einem bestimmten „Erfolg“ zum Anknüpfpunkt einer Sanktion. Wie könnte man jemanden nach einem erfolgreichen Suizid auch bestrafen? In Betracht käme die Bestrafung eines Selbstmordversuches, jedoch geht man in diesem Falle davon aus, dass ein gescheiterter Selbstmord für den Suizidanten schon schlimm genug ist.25
Wenn kein Strafbestand zum Suizid vorliegt, ist die Beihilfe zum Suizid letztlich auch erlaubt? Ist die strafrechtliche Regelung des assistierten Suizids denn so einfach geregelt? Die Beihilfe zum Suizid ist in der Schweiz und in Deutschland erst dann strafbar, wenn sie „aus selbstsüchtigen Beweggründen“ erfolgt.26 Darüber hinaus muss die „Tat“ vom Lebensmüden allein, selbst und eigenverantwortlich begangen werden ohne aktive und vorsätzliche Handlung Dritter.27 Weshalb aber gibt es in Deutschland keine vergleichbare Praxis der Beihilfe zum Suizid, die mit der in der Schweiz gleichzusetzen ist? Es liegt eine Widersprüchlichkeit der Gesetzeslage in Deutschland vor.28 Die Suizidbeihilfe wird hierzulande nicht explizit durch Strafnormen erfasst, sondern windet sich weiterhin zwischen dem „Blinden Fleck“ des Gesetzes und den ethischen Normen.29
1. Einleitung: Einführung in das Thema assistierter Suizid anhand des Romans "Ein ganzes halbes Jahr" und Formulierung der Fragestellung.
2. Eine Einführung: Übersicht über die juristischen, praktischen und ethischen Dimensionen der Sterbehilfe sowie Einführung in die Rolle von Sterbehilfeorganisationen.
2.1 Suizid und Suizidversuch – Der Weg zur Tat: Untersuchung individueller Beweggründe für Suizid und die psychologische sowie physische Komponente bei einer Krisensituation.
2.2 Die Realität – Ein Leben mit Tetraplegie: Analyse der tatsächlichen Hürden und Lebensumstände eines Querschnittgelähmten im Vergleich zu fiktionalen Darstellungen.
2.3 Eine Auseinandersetzung mit der Sterbehilfediskussion aus juristischer, praktischer und ethischer Sicht: Umfassende Untersuchung der rechtlichen Lage, medizinethischer Konflikte und der unterschiedlichen Handlungsformen der Sterbehilfe.
2.3.1 Selbstbestimmtes Sterben aus juristischer Sicht: Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen für Suizid und Beihilfe in Deutschland und der Schweiz.
2.3.1.1 Habe ich ein Recht auf Suizid und Suizidbeihilfe?: Prüfung der strafrechtlichen Relevanz und der rechtlichen Anerkennung von Selbsttötung.
2.3.1.2 Der ärztliche Kodex (Teil 1): Untersuchung des Gewissenskonflikts der Ärzteschaft zwischen Berufsethos und Suizidbeihilfe.
2.3.2 Selbstbestimmtes Sterben aus praktischer Sicht: Kategorisierung verschiedener Formen der Sterbehilfe und deren strafrechtlicher Einordnung.
2.3.2.1 Welche Formen der Sterbehilfe gibt es?: Differenzierung zwischen aktiver, indirekter, passiver Sterbehilfe und assistiertem Suizid.
2.3.2.2 Was leisten sog. Sterbehilfeorganisationen in der Schweiz? – am Beispiel der Organisationen EXIT und DIGNITAS: Darstellung der Arbeitsweise, Voraussetzungen und ethischen Kritikpunkte an Sterbehilfeorganisationen.
2.3.3 Selbstbestimmtes Sterben aus ethischer Sicht: Ethische Reflexion über Autonomie, Lebensqualität und die Definition von lebenswertem Leben.
2.3.3.1 Wie autonom ist der Mensch?: Kritische Auseinandersetzung mit dem philosophischen Begriff der Autonomie im Kontext des Sterbewunsches.
2.3.3.4 Welches Leben ist lebenswert? – Das ethische Menschenbild: Reflexion über objektive und subjektive Kriterien der Lebensbewertung.
2.3.3.2 Welches Leben und welches Sterben sind würdevoll?: Diskussion über Menschenwürde und die Suche nach einem würdevollen Tod in der modernen Medizin.
2.3.3.5 Der ärztliche Kodex (Teil 2): Vertiefende Betrachtung der ethischen Haltung der deutschen Ärzteschaft zum ärztlich assistierten Suizid.
2.4 Einblick in die philosophische Sicht zum Thema Suizid und Suizidbeihilfe: Historischer Abriss philosophischer Positionen zur Selbsttötung von der Antike bis zur Gegenwart.
3. Selbstbestimmt sterben? - Ein theologisches Gespräch: Theologische Reflexion über Sterben, Tod und die Rolle Gottes im Kontext des assistierten Suizids.
3.1 Welche Position nimmt die Kirche zum Thema Suizid und Suizidhilfe ein?: Untersuchung der lehramtlichen Haltung der Kirchen und der christlichen Ethik zu Suizid und Beihilfe.
3.2 Die Heiligkeit des Lebens: Analyse der theologischen Argumentation für die Unantastbarkeit menschlichen Lebens.
3.3 „Du darfst (dich) nicht töten“?: Auslegung des biblischen Tötungsverbots in Bezug auf die Selbsttötung.
3.4 Sind mein Leben und mein Leib Geschenk und Leihgabe Gottes?: Theologische Diskussion über die Verfügbarkeit über das eigene Leben.
3.5 „Dein Wille geschehe“?: Reflexion über Gottes Willen versus menschliche Autonomie in der Sterbehilfedebatte.
3.6 Was bedeutet mein Leid und muss ich es ertragen?: Theologische Bedeutung von Leid und die Frage nach dem Sinn in schweren Krisen.
3.7 Vor welcher Herausforderung steht die Kirche?: Analyse der gesellschaftlichen Verantwortung der Kirche im Umgang mit Sterbehilfe und gesellschaftlichem Wandel.
4. Schluss: Zusammenfassung der zentralen Thesen und abschließende persönliche Einschätzung der Autorin.
Assistierter Suizid, Sterbehilfe, Menschenwürde, Autonomie, Tetraplegie, Lebenswert, Theologische Ethik, Kirche, Sterbehilfeorganisationen, EXIT, DIGNITAS, Lebensende, Selbstbestimmung, Bioethik, Leid.
Die Examensarbeit befasst sich mit der ethischen und theologischen Auseinandersetzung zum assistierten Suizid, angeregt durch den Roman "Ein ganzes halbes Jahr" von Jojo Moyes.
Die Themen umfassen rechtliche Grundlagen, medizinethische Aspekte, Sterbehilfeorganisationen, philosophische Traditionen und theologische Positionen zu Leben, Leid und Tod.
Die Leitfrage lautet "Selbstbestimmt sterben?", wobei untersucht wird, wie sich dieser Wunsch unter juristischen, praktischen, ethischen und theologischen Gesichtspunkten bewerten lässt.
Es handelt sich um eine literarisch-theologische sowie ethische Analyse, die Fachliteratur zu den Bereichen Recht, Medizinethik und Theologie mit einer thematischen Reflexion des Romans verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Einführung in die Sterbehilfedebatte (Recht, Praxis, Ethik) und ein anschließendes theologisches Gespräch, das kirchliche Positionen und biblische Bezüge aufarbeitet.
Kernbegriffe sind assistierter Suizid, Selbstbestimmung, Menschenwürde, Lebenswert, Sterbehilfeorganisationen und christliche Ethik.
Der Roman dient nicht als literaturwissenschaftliches Analyseobjekt, sondern als fiktives Fallbeispiel zur Anregung der Fragestellung und zur Konfrontation mit der komplexen Realität des assistierten Suizids.
Die Autorin hinterfragt kritisch den kommerziellen Charakter von Organisationen wie EXIT und DIGNITAS und stellt in Frage, ob deren bürokratische Prüfverfahren dem Ideal der Selbstbestimmung wirklich gerecht werden.
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