Magisterarbeit, 2004
95 Seiten, Note: 2,0
Vorwort
Einleitung
Erstes Kapitel: Ehe und Familie
1. Einführung zu Ehe und Familie
2. Grundlagen für das soziologische Interesse an dem Thema Ehe und Familie
3. Die Soziologie der Familien
3.1. Die Anfänge der Familiensoziologie
3.2. Familienforschung nach dem zweiten Weltkrieg
3.3. Familienforschung im „golden age of marriage“ der 60er und 70er Jahre
3.4. Der Versuch von Erklärungen: Familienforschung der 80er Jahre
3.5. Forschungsstand der 90er Jahre bis heute
4. Die Verbindung von Ehe und Familie
5. Definitionen von Familie und Ehe
5.1. Der Begriff „Familie“ – Schwierigkeiten einer Definition
5.2. Der Begriff „Ehe“ - eine Definition mit weitgehender Übereinstimmung
6. Die Entwicklung der Familie und Ehe
6.1. Die historische Perspektive zur Entwicklung der Familie
6.2. Die historische Entwicklung der Ehe
7. Strukturell-funktionale Differenzierung von Familie und Ehe
8. Die Binnenstruktur von Ehe und Familie
8.1. Die Familiengröße als Kriterium für eine strukturelle Unterscheidung
8.2. Die Familien-Typen
8.3. Verwandtschaftsformen und Familienzugehörigkeit
8.4. Die Art des geschlechtlichen Zusammenlebens
8.5. Heiratsformen
8.6. Autorität und Herrschaftsformen
8.7. Die Normalfamilie
8.8. Die Formenvielfalt der Ehe in der Gegenwart
9. Funktionen und Aufgaben der Familie – die Leistungen der Familie für das Individuum in der Gesellschaft
9.1. Die Reproduktionsfunktion
9.2. Die Sozialisationsfunktion
9.3. Die Platzierungsfunktion
9.4. Die Haushaltsfunktion
9.5. Die Regenerationsfunktion
10. Funktionen der Ehe
11. Der soziale Wandel in der Familie
11.1. Die vorindustrielle Familie
11.2. Die industrielle Familie
11.3. Die Familie der Nachkriegszeit
12. Sozialer Wandel der Ehe
13. Der Wandel von Ehe und Familie in Zahlen – einige demographische Daten
13.1. Ehescheidungen
14. Wissenschaftliche Theorien zum Thema Familie und Ehe
14.1. Der Funktionsverlust der Familie
14.2. Die Krise der Familie – ist die Familie durch die hohen Scheidungszahlen ein Auslaufmodell?
14.3. Die Deinstitutionalisierung der Familie und Ehe nach Tyrell
14.4. Das Individualisierungstheorem von Beck in bezug auf die Strukturveränderungen von Ehe und Familie
14.5. Die These der Pluralisierung von Lebensformen nach Nave-Herz
15. Was kommt nach der Familie?
Zweites Kapitel: alternative Lebensformen
1. Einführung zu alternativen Lebensformen
2. Die alternative Lebensform der nichtehelichen Lebensgemeinschaften
2.1. Der Begriff „nichteheliche Lebensgemeinschaft“ und seine Abgrenzung
2.2. Die Aspekte der historischen Entwicklung von nichtehelichen Lebensgemeinschaften
2.3. Die Formen von nichtehelichen Lebensgemeinschaften
2.4. Nichteheliche Lebensgemeinschaften – ein Äquivalent zur Ehe?
2.5. Nichteheliche Lebensgemeinschaften in Zahlen
2.6. Makrosoziologische Veränderungen die zur Etablierung nichtehelicher Lebensgemeinschaften führten
2.7. Mikrosoziologische Basis der Familiensoziologie und ihr Bezug zu den nichtehelichen Lebensgemeinschaften
2.8. Soziologische Erklärungen der Form „nichteheliche Lebensgemeinschaft“
2.8.1. Individualisierung nach Beck
2.8.2. Deinstitutionalisierung / Monopolverlust der Ehe nach Tyrell und Meyer
2.8.3. Bedeutungsverlust und Pluralisierung nach Nave-Herz
3. Die alternative Lebensform der Partnerschaften mit getrennten Haushalten
3.1. Grundformen der Partnerschaft mit getrennten Haushalten
3.2. Einige Daten zu Partnerschaften mit getrennten Haushalten
4. Familienstand Single – Mythos oder Gegenwart ?
4.1. Wer oder Was sind Singles?
4.2. Alleinlebende
4.3. Findet eine Entwicklung zur „Single-Gesellschaft“ statt?
5. Fazit
Die Arbeit untersucht die Wandlungsprozesse von Ehe und Familie in der Gegenwart, insbesondere den Einfluss der Pluralisierung von Lebensformen und des Individualisierungsprozesses. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob die Familie tatsächlich an Bedeutung verloren hat oder sich in einer Krise befindet, und wie sich alternative Lebensformen in Konkurrenz zu den klassischen Institutionen positionieren.
Die Deinstitutionalisierung der Familie und Ehe nach Tyrell
Diese These interpretiert die Entwicklung der Ehe und Familie in der Gegenwart als Rückgang der Verbindlichkeit von gesellschaftlichen Werten und Normen. Die Familie besitzt als Institution einen Komplex von kulturellen Leitbildern und sozialen Normen sowie daran angeknüpfte Mechanismen der Kontrolle. Tyrell möchte mit seiner Theorie demonstrieren,
„...dass der in den letzten 20 Jahren in den westlichen Industriegesellschaften fast überall zu beobachtenden und teilweise dramatischen zu nennenden Wandel des ehelichen –familialen Verhaltens sich mittels des Konzepts der Desinstitutionalisierung soziologisch adäquat beschreiben lässt. Es hat also darum zu gehen, den komplexen Wandlungsprozess als einen Prozess der Reduktion (aber durchaus nicht: des Verschwindens) der institutionellen Qualität von Ehe und Familie aufzuweisen“ (Tyrell, 1988, 145).
Vollständigkeitsambitionen hat Tyrell bei seiner Theorie jedoch nicht. Außerdem räumt er seiner Theorie ein Handicap ein: sie geht den Wandlungsprozess grundsätzlich negativ an. Die These setzt weiter voraus, dass die Ehe und die Familie in den 60er Jahren wohl institutionalisiert waren und dass danach ein Abzug des Institutionellen kam. Außerdem ist sie aus der Retrospektive, d.h. der Ehe und Familie wird bescheinigt, was sie nicht mehr ist oder hat im Vergleich zum „golden age of marriage“.
1. Einführung zu Ehe und Familie: Dieses Kapitel führt in die soziologische Bedeutung von Ehe und Familie ein und beleuchtet die historische Persistenz dieser Phänomene.
2. Grundlagen für das soziologische Interesse an dem Thema Ehe und Familie: Es werden die quantitativen, qualitativen und paradigmatischen Gründe dargelegt, warum Ehe und Familie für die Soziologie essenzielle Forschungsgegenstände sind.
3. Die Soziologie der Familien: Dieses Kapitel skizziert die wissenschaftliche Entwicklung der Familiensoziologie von ihren Anfängen bis zur modernen Forschung der 90er Jahre.
4. Die Verbindung von Ehe und Familie: Es wird die Differenzierung zwischen Ehe und Familie als zwei distinkte, aber eng verbundene Institutionen untersucht.
5. Definitionen von Familie und Ehe: Dieser Abschnitt erörtert die konzeptionellen Schwierigkeiten bei der wissenschaftlichen Definition von Familie im Kontrast zur eindeutigeren Ehe.
6. Die Entwicklung der Familie und Ehe: Hier werden die historischen Wandlungsprozesse von der vorindustriellen Großfamilie zur modernen Kleinfamilie sowie die historische Entwicklung der Ehe beschrieben.
7. Strukturell-funktionale Differenzierung von Familie und Ehe: Das Kapitel analysiert den Prozess der Auslagerung nicht-familialer Funktionen im Zuge der gesellschaftlichen Modernisierung.
8. Die Binnenstruktur von Ehe und Familie: Es werden die internen Strukturen wie Rollenverteilung, Verwandtschaft und verschiedene Familientypen wie die Normalfamilie behandelt.
9. Funktionen und Aufgaben der Familie: Dieses Kapitel definiert zentrale Leistungen der Familie wie Reproduktion, Sozialisation, Platzierung, Haushalt und Regeneration.
10. Funktionen der Ehe: Es werden die Schutz- und Ordnungsfunktionen sowie die rechtliche Bedeutung der modernen Ehe erörtert.
11. Der soziale Wandel in der Familie: Ein Vergleich zwischen vorindustrieller, industrieller und Nachkriegsfamilie zeigt den sozio-historischen Wandel auf.
12. Sozialer Wandel der Ehe: Hier wird der Wandel von der zweckbezogenen zur emotional orientierten Ehe beschrieben.
13. Der Wandel von Ehe und Familie in Zahlen: Anhand demographischer Daten wie Eheschließungs- und Scheidungsraten wird der Strukturwandel belegt.
14. Wissenschaftliche Theorien zum Thema Familie und Ehe: Die Arbeit setzt sich kritisch mit Theorien wie dem Funktionsverlust, der Deinstitutionalisierung, dem Individualisierungstheorem von Beck und der Pluralisierung auseinander.
15. Was kommt nach der Familie?: Ein Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der Familie und das Fortbestehen des Bedürfnisses nach Bindung.
Familiensoziologie, Ehe, Normalfamilie, Individualisierung, Deinstitutionalisierung, Pluralisierung, Lebensformen, Ehescheidung, soziale Differenzierung, Moderne, Rollenverteilung, Partnerschaft, Sozialisationsfunktion, Demographischer Wandel, Funktionswandel
Die Magisterarbeit befasst sich mit den Strukturen von Ehe und Familie in der heutigen Zeit und analysiert, wie sich diese Institutionen im Zuge von Modernisierung und Individualisierung gewandelt haben.
Zentrale Themen sind der historische Wandel der Familienformen, die soziologische Theoriebildung (z.B. Deinstitutionalisierung und Individualisierung), die Bedeutung alternativer Lebensformen sowie demographische Daten zu Eheschließungen und Scheidungen.
Das Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, ob die Familie durch die Pluralisierung von Lebensformen ihre Bedeutung verloren hat oder sich in einer Krise befindet, und dabei die Konkurrenzfähigkeit alternativer Lebensformen zu prüfen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse soziologischer Theorien sowie der Auswertung empirischer, demographischer Daten zum Wandel der privaten Lebensführung.
Der Hauptteil gliedert sich in die soziologischen Grundlagen und Funktionen von Ehe und Familie, den historischen Wandel, eine kritische Diskussion wissenschaftlicher Theorien sowie die Vorstellung alternativer Lebensformen wie Singles und nichteheliche Lebensgemeinschaften.
Die zentralen Begriffe sind Familiensoziologie, Individualisierung, Deinstitutionalisierung, Pluralisierung der Lebensformen, Normalfamilie und Funktionswandel.
Sie betont, dass die Familie eine soziale Gruppe ist, die unabhängig von einer Ehe existieren kann, während die Ehe eine institutionalisierte Form der Paarbeziehung darstellt, die zwar oft als Basis für eine Familiengründung dient, heute aber zunehmend davon entkoppelt ist.
Die Autorin kommt zu dem Fazit, dass die Familie kein Auslaufmodell ist. Zwar unterliegt sie einem stetigen Wandel und verliert ihre Monopolstellung, bleibt jedoch für die Mehrheit der Menschen ein zentrales Leitbild privater Lebensführung.
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