Bachelorarbeit, 2012
71 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Beziehungswissen als Grundfundament
2.1 Konkretisierung des Beziehungsbegriffes
2.2 Ambivalenzen in sozialen und beruflichen Beziehungen
3. Grundannahmen Pierre Bourdieus
3.1 Definition von Habitus, Geschmack und sozialem Raum
3.2 Klassenbewusstsein durch Unterschiede
3.3 Drei verschiedene Kapitalformen
3.4 Produktion und Reproduktion des sozialen Kapitals
4. Relevanz und Handlungspotenzial des Sozialen Kapitals
4.1 Für das Individuum
4.2 Für das Kollektiv
4.3 Kurzer Vergleich: Wirtschaft und Sozialer Bereich
5. Macht und Sozialkapital
5.1 Definition und Beschreibungen von Macht
5.2 Macht und Sozialkapital in beruflichen Beziehungen
6. Praxisbezug: Soziales Kapital in der Bewährungshilfe
7. Zusammenfassung und Ausblick
Diese Arbeit untersucht die Bedeutung des Konzepts des sozialen Kapitals nach Pierre Bourdieu für die Gestaltung beruflicher Beziehungen. Ziel ist es, die Macht und das Handlungspotenzial sozialer Netzwerke zu analysieren und deren Relevanz für die Soziale Arbeit, insbesondere die Bewährungshilfe, herauszuarbeiten.
3.1 Definition von Habitus, Geschmack und sozialem Raum
Am 23. Januar 2002 starb der wahrscheinlich bedeutendste Anthropologe des 20. Jahrhunderts an Lungenkrebs. Sein Name war Pierre Bourdieu. Im Verlauf mehrerer Jahrzehnte hatte er anhand seiner kritischen Ansicht gegenüber seiner eigenen Arbeit, anhand der Sensibilisierung für die eigene Stellung in der Gesellschaft sowie anhand seiner Auseinandersetzung mit verschiedenen Gegenständen ein eigenes soziologisches Begriffssystem hervorgebracht und kultiviert. Zudem war er stets der Ansicht, dass zur Wissenschaft auch die Selbstreflexion gehöre. Dies wird insbesondere in einem Zitat aus seinem Buch „Ein soziologischer Selbstversuch“ deutlich. Dort schreibt er: „Verstehen heißt zunächst das Feld zu verstehen, mit dem und gegen das man sich entwickelt“ (Bourdieu, 2002, S.11).
Aufgrund des Erfolges und seines weitreichenden Schaffens kommt möglicherweise die Vermutung auf, dass Bourdieu gute Startvoraussetzungen in Form von hoher Bildung des Elternhauses, finanzieller Mittel oder ähnliches hatte. Diese Annahme bestätigt sich jedoch nicht, wenn man vor allem seine Kindheit näher betrachtet. So wuchs Pierre Bourdieu in einfachen Verhältnissen in einem Dorf am Fuß der Pyrenäen auf. Sein Vater war Bauer und anschließend Briefträger. Aufgrund von frühen schulischen Erfolgen erlangte er ein staatliches Stipendium für den Besuch der Schule in Pau und später der Hochschule in Paris.
1. Einleitung: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation für die Arbeit, die in der Auseinandersetzung mit Ambivalenzen und Spannungsfeldern in Beziehungen begründet liegt.
2. Beziehungswissen als Grundfundament: Dieses Kapitel definiert den Beziehungsbegriff soziologisch und thematisiert die Herausforderungen und Ambivalenzen, die mit sozialen und beruflichen Beziehungen einhergehen.
3. Grundannahmen Pierre Bourdieus: Es werden die theoretischen Eckpfeiler Bourdieus, insbesondere Habitus, Geschmack und die drei Kapitalformen, detailliert eingeführt.
4. Relevanz und Handlungspotenzial des Sozialen Kapitals: Der Fokus liegt hier auf dem Nutzen sozialen Kapitals für das Individuum und Kollektive sowie einem Vergleich zwischen wirtschaftlichen und sozialen Sichtweisen.
5. Macht und Sozialkapital: Hier werden Definitionen von Macht diskutiert und deren enge Verflechtung mit sozialem Kapital im beruflichen Kontext analysiert.
6. Praxisbezug: Soziales Kapital in der Bewährungshilfe: Das Kapitel überträgt die theoretischen Erkenntnisse auf das konkrete Berufsfeld der Bewährungshilfe und beleuchtet die Arbeit mit Probanden.
7. Zusammenfassung und Ausblick: Der Autor resümiert die Bedeutung des sozialen Kapitals als Schlüsselkompetenz für ein harmonisches Zusammenleben und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Soziales Kapital, Pierre Bourdieu, Habitus, Soziale Beziehungen, Macht, Soziale Arbeit, Bewährungshilfe, Netzwerktheorie, Ambivalenz, Kulturelles Kapital, Ökonomisches Kapital, Kooperation, Lebenswelt, Teilhabe, Machtstrukturen
Die Arbeit untersucht die Macht und das Potenzial des sozialen Kapitals, um berufliche Beziehungen besser zu gestalten und zu verstehen.
Zentrale Felder sind die soziologischen Theorien von Pierre Bourdieu, die Analyse von Machtverhältnissen sowie die praktische Anwendung dieser Konzepte im Bereich der Sozialen Arbeit.
Das Ziel ist es, ein theoretisches Grundgerüst zu schaffen, das hilft, Prozesse und Wechselwirkungen in sozialen Beziehungen zu verstehen und für die Praxis der Bewährungshilfe nutzbar zu machen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Literaturanalyse soziologischer Konzepte (insb. Bourdieu, Luhmann, Popitz) basiert und diese auf ein konkretes Praxisfeld bezieht.
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Habitus und Kapitalformen, der Rolle von Macht in Organisationen sowie der Übertragung dieser Erkenntnisse auf die Arbeit von Bewährungshelfern.
Die zentralen Schlagworte sind Soziales Kapital, Macht, Soziale Beziehungen, Habitus und Bewährungshilfe.
Das soziale Kapital wird als Regulator und teilweise als Allheilmittel gesehen, das Machtstrukturen auflockern, aber auch als strategisches Mittel eingesetzt werden kann.
Da Bewährungshelfer in einem Spannungsfeld zwischen Hilfe und Kontrolle agieren, ist die Kooperation mit einem heterogenen Netzwerk notwendig, um Probanden erfolgreich in die Gesellschaft zu integrieren.
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