Masterarbeit, 2013
223 Seiten, Note: 1,3
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
I Forschungssystematik
1 Einleitung
1.1 Relevanz des Themas
1.2 Erkenntnisinteresse
1.3 Forschungsleitende Fragen
1.4 Dramaturgie
2 Öffentliche Meinung
2.1 Meinung und Öffentlichkeit
2.2 Die Definition Noelle-Neumanns
2.3 Öffentliche Meinungsäußerung
3 Die Theorie der Schweigespirale
3.1 Die Theorie
3.1.1 Empirischer Ursprung
3.1.2 Sozialwissenschaftliche Aspekte
3.2 Die Hypothesen
3.2.1 Isolationsfurcht
3.2.2 Meinungsklima
3.2.3 Artikulationsfunktion der Massenmedien
3.2.4 Redebereitschaft der Gesellschaftsmitglieder
3.3 Die Kommunikationstypen
3.4 Rezeption der Theorie
4 Das digitale Zeitalter
5 Redebereitschaft im Social Web
5.1 Politische Information
5.2 Social Web Angebote
5.3 Einfluss auf die Redebereitschaft
5.4 Politische Partizipation
6 Forschungsstand
II Methodik
7 Mehrmethodendesign
8 Forschungsmodule
8.1 Projektmodul I: Experteninterviews
8.1.1 Methodik
8.1.2 Forschungsablauf
8.1.3 Ergebnisdarstellung
8.1.4 Methodenkritik
8.2 Projektmodul II: Online-Befragung
8.2.1 Methodik
8.2.2 Forschungsablauf
8.2.3 Ergebnisdarstellung
8.2.4 Methodenkritik
III Fazit
9 Befunde
9.1 Zusammenfassung der Forschungsergebnisse
9.2 Diskussion
9.3 Kritik
10 Ausblick und Anregung für weitere Forschung
Die Masterarbeit untersucht, inwieweit das Internet und seine digitalen Angebote die Redebereitschaft von Menschen im öffentlichen Diskurs im Vergleich zu klassischen Massenmedien beeinflussen, wobei insbesondere die Anwendbarkeit der Theorie der Schweigespirale auf den digitalen Raum geprüft wird.
3.1 Die Theorie
Elisabeth Noelle-Neumann ist Gründerin des ersten deutschen Meinungsforschungsinstituts, das Institut für Demoskopie in Allensbach, und gilt als Pionierin der Demoskopie in Deutschland. Die Theorie der Schweigespirale wurde von ihr Anfang der 70er Jahre bei einer Wahlforschung entwickelt und bis in die 80er Jahre verfeinert. Der Begriff „Schweigespirale“ oder „Schweige-Hypothese“ wurde erstmals 1973 veröffentlicht (vgl. Noelle-Neumann 1980: 145). Die Schweige-Hypothese untersucht sowohl die Entstehung bzw. die Entwicklung von öffentlicher Meinung als auch die Medienwirkung und ist somit neben der Sozialpsychologie vor allem in der Kommunikationswissenschaft von wichtiger Bedeutung. Mehrere Forscher haben sich seitdem mit der Theorie auseinandergesetzt und sie mit deutsch- und englischsprachigen Publikationen ergänzt (vgl. Donsbach / Stevenson 1986: 7).
Grundlage der Theorie der Schweigespirale ist die Isolationsfurcht des Individuums, welches die individuelle Meinungsäußerung in der Öffentlichkeit hemmt. Aus Angst vor sozialer Abweisung beobachtet der Einzelne seine Umwelt, um sich ein Bild über die Meinungsverteilung zu machen. Dies geschieht entweder über den Kontakt mit seinen Mitmenschen oder indirekt über die Massenmedien, die das herrschende Meinungsklima vermitteln. Das Ergebnis dieser Beobachtung wird eine Gruppenzuordnung sein, entweder zur Mehrheit oder zur Minderheit der Meinungsverteilung in der Gesellschaft (vgl. Scherer et al. 2006: 108). Dementsprechend würde sich das Individuum öffentlich äußern oder eben nicht und es entsteht der Spiralprozess der Theorie: „Wer feststellt, daß sich seine Meinung ausbreitet, fühlt sich dadurch gestärkt und äußert seine Meinung sorglos, redet, ohne Isolation zu fürchten. Wer feststellt, daß seine Meinung an Boden verliert, wird verunsichert und verfällt ins Schweigen“ (Noelle-Neumann 1989: 419f.).
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Relevanz des Themas im digitalen Zeitalter und definiert das Erkenntnisinteresse sowie die zentralen Forschungsfragen zur Redebereitschaft.
2 Öffentliche Meinung: Hier werden theoretische Grundlagen des Begriffs „Öffentliche Meinung“ nach Noelle-Neumann und Tönnies erarbeitet und die Relevanz der Meinungsäußerung für die Gesellschaft hervorgehoben.
3 Die Theorie der Schweigespirale: Dieses Kapitel fundiert die Arbeit theoretisch, indem es die Hypothesen Isolationsfurcht, Meinungsklima, Artikulationsfunktion der Medien und Redebereitschaft detailliert analysiert.
4 Das digitale Zeitalter: Es werden die Merkmale des Web 2.0 beschrieben und die Auswirkungen auf Kommunikation, Interaktion und Partizipation im Internet aufgezeigt.
5 Redebereitschaft im Social Web: Dieser Teil untersucht die spezifischen Bedingungen im Social Web, wie Anonymität, digitale Identität und Shitstorms, und ihren Einfluss auf die Kommunikationsbereitschaft.
6 Forschungsstand: Hier werden aktuelle Studien und Projekte vorgestellt, die sich mit politischer Kommunikation und Diskursen im Internet befassen.
7 Mehrmethodendesign: Das methodische Vorgehen wird begründet, wobei die Kombination aus qualitativen Experteninterviews und einer quantitativen Online-Befragung dargestellt wird.
8 Forschungsmodule: Beschreibung der Durchführung und Methodenkritik der beiden Teilprojekte (Experteninterviews und Online-Befragung).
9 Befunde: Zusammenfassung und kritische Diskussion der empirischen Ergebnisse im Hinblick auf die aufgestellten Hypothesen.
10 Ausblick und Anregung für weitere Forschung: Die Arbeit schließt mit Empfehlungen für zukünftige Forschungsschwerpunkte in diesem dynamischen Feld.
Schweigespirale, Social Web, Redebereitschaft, Online-Befragung, Experteninterview, Meinungsklima, Internet, Anonymität, Digitale Identität, Politische Kommunikation, Partizipation, Meinungsäußerung, Shitstorm, Medienwirkung.
Die Masterarbeit analysiert, ob das Internet die Redebereitschaft der Menschen beeinflusst und ob die klassische Theorie der Schweigespirale im digitalen Zeitalter unter veränderten Bedingungen noch Bestand hat.
Zentrale Felder sind die Veränderung des Diskussionsverhaltens durch Web 2.0-Angebote, der Einfluss von Anonymität und digitaler Identität auf die Meinungsäußerung sowie die Dynamiken politischer Teilhabe im Netz.
Das Hauptziel ist die Untersuchung, ob das Internet mit seinen interaktiven Möglichkeiten die Redebereitschaft im öffentlichen Diskurs gegenüber klassischen Medien verstärkt oder hemmt.
Die Autorin wählt ein Mehrmethodendesign, das qualitative Experteninterviews (basierend auf der Grounded Theory) mit einer quantitativen Online-Befragung (CASI) kombiniert.
Im Hauptteil werden neben der theoretischen Fundierung der Schweigespirale die Chancen und Risiken des Web 2.0, die empirische Umsetzung der Studien und die Diskussion der Ergebnisse bezüglich der aufgestellten Hypothesen behandelt.
Wichtige Begriffe sind Schweigespirale, Social Web, Online-Befragung, Anonymität, Meinungsklima und politische Kommunikation.
Die Experteninterviews lieferten qualitative Einblicke und dienten dazu, Einstellungen zur Internetnutzung und Redebereitschaft zu eruieren, die anschließend zur Hypothesenbildung für die Online-Befragung genutzt wurden.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass das Internet zwar die Diskussionsmöglichkeiten erhöht, aber bestimmte Faktoren wie die "digitale Identität" und soziale Kontrolle im Netz eine Redebereitschaft auch hemmen können; die Schweigespirale findet in abgewandelter Form im Netz statt.
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