Examensarbeit, 2013
104 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Gang der Untersuchung
3. Warum der Begriff Generation Flatrate?
4. Medienkompetenz als Grundlage
4.1 Geschichtliche Aspekte der Begrifflichkeit
4.2 Probleme bei der Benutzung des Begriffs Medienkompetenz
4.3 Dimensionen der Medienkompetenz
4.3.1 Basisdimension
4.3.2 Medienkompetenzmodell nach Baacke
4.3.3 Ergänzung durch das Medienkompetenzmodell von Groeben
4.4 Kritische Betrachtung des Medienkompetenzbegriffs
5. Die mediale Welt von Kindern und Jugendlichen
5.1 Zum Begriff Neue Medien
5.1.1 Digitalität, Vernetzung, Globalität
5.1.2 Mobilität
5.1.3 Konvergenz
5.1.4 Interaktivität
5.2 Das Neue der „Neuen Medien“
5.3 Mediensozialisation
5.3.1 Theorie Sozialisation
5.3.2 Theorie Mediensozialisation
5.3.3 Der Bezug zu den Medien Computer und Internet
5.4 KIM Studie 2012
5.4.1 Themeninteressen Kinder 2012
5.4.2 Geräteausstattung im Haushalt von Kindern 2012
5.4.3 Medienbeschäftigung und Freizeitaktivitäten von Kindern 2012
5.4.4 Medienbindung von Kindern 2012
5.4.5 Nutzungsfrequenz Computer bei Kindern 2012
5.4.6 Computer und Schule bei Kindern 2012
5.4.7 Nutzungsfrequenz Internet bei Kindern 2012
5.5 JIM-Studie 2012
5.5.1 Gerätebesitz Jugendliche 2012
5.5.2 Medienbeschäftigung in der Freizeit 2012
5.5.3 Computer und Internet bei Jugendlichen 2012
5.5.4 Handybesitz und Smartphones bei Jugendlichen 2012
6. Gefahren und Risiken der Neuen Medien
6.1 Der Computer und das Internet
6.2 Chat und Instant Messenger
6.3 Cyber Grooming
6.4 Pornografisches Material im Internet
6.5 Mobbing im Internet
6.5.1 Flaming – Beleidigung und Beschimpfung
6.5.2 Harassment – Belästigung
6.5.3 Denigration – Das Anschwärzen und Verbreiten von Gerüchten
6.5.4 Impersonation – Der Auftritt unter falscher Identität
6.5.5 Outing and Trickery – Die Betrügerei
6.5.6 Exclusion – Ausschluss
6.5.7 Cyberstalking – Dauerhafte Verfolgung
6.5.8 Cyberthreats – Die Androhung von Gewalt
6.5.9 Ursachen des Cybermobbings
6.5.10 Stand der Forschung
6.6 Happy Slapping
6.7 Theorien der Medienwirkung
6.7.1 Inhibitionsthese
6.7.2 Habitualisierungsthese
6.7.3 Suggestionsthese – Nachahmungsthese
6.7.4 Erregungstransferthese / Excitation-Transfer-Theorie
6.7.5 Zwischenfazit
6.8 Ausblick
7. Chancen und Möglichkeiten der Neuen Medien
7.1 Computer und Computerspiele
7.1.1 Soziale Kompetenz
7.1.2 Medienkompetenz
7.1.3 Persönlichkeitsbezogene Kompetenz
7.1.4 Kognitive Kompetenz
7.1.5 Motivationspotenzial
7.1.6 Adaptivität
7.1.7 Differenziertheit des didaktischen Systems
7.1.8 Nutzbarmachung für Aus- und Weiterbildung
7.2 Computereinsatz im Unterricht
7.2.1 Public Private Partnership München
7.2.2 Ausblick
7.3 Prävention
7.3.1 klicksafe
7.3.2 Polizeiliche Kriminalprävention
7.3.3 Gewaltprävention in der Schule
8. Schulkultur als Ursache gewalttätigen Verhaltens?
8.1 Ursachen von Schulgewalt
8.2 Schulische Präventionsverfahren
8.2.1 Schulische Lernkultur
8.2.2 Sozialklima
8.2.3 Stigmatisierung
8.2.4 Regeln, Grenzen und Rituale
8.2.5 Kooperation
8.3 Zusammenfassung
9. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die ambivalente Rolle der neuen Medien für Kinder und Jugendliche. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob die in der öffentlichen Debatte häufig diskutierten Gefahren wie Cyber-Mobbing oder gewalthaltige Computerspiele wissenschaftlich belegt werden können oder ob eine stärkere Fokusverschiebung hin zu Chancen und schulischen Präventionsmaßnahmen notwendig ist.
3 Warum der Begriff Generation Flatrate?
Dieser Begriff dient zur Problematisierung des Inhaltes dieser Arbeit. Jugendliche in der heutigen Zeit können fast alles per Klick oder mit dem Handy erledigen. „Alles ist immer verfügbar, es gibt ein unbegrenztes Angebot von Waren und Inhalten. Wie beim Telefonieren zum Pauschaltarif - man kann unbegrenzt konsumieren, bezahlen muss man erst danach.“ Dennoch beschreibt dieser Flatrate-Gedanke nicht nur einen Lebensbereich der Jugendlichen, er findet sich in fast allen Bereichen wieder. Lieder werden nicht länger auf einem Kassettenrekorder aufgenommen, sondern einfach aus dem Internet runtergeladen. Kein lästiger Bandsalat und kein Radiomoderator, der den Song schon 40 Sekunden vor dem Ende auslaufen lässt. Videotheken sind ebenfalls immer weniger frequentiert, da man die Filme aus dem Internet herunterladen kann, oder sie direkt streamt. Das bedeutet dass die Videodaten gleichzeitig empfangen und wiedergegeben werden, wie z.B. bei der bekannten Plattform YouTube. Laut Rohlfs „greift (ein Jugendlicher) heute nicht mehr zum Lexikon, sondern gibt das Wort bei Google ein.“ Auf Facebook wird der neue Schwarm ausgespäht und der Liebesbrief ist der SMS gewichen. Die Jugendlichen müssen aufgrund dieser Beschleunigung nichtmehr lange auf eine Antwort warten. Man verabredet sich per Handy schon während der Schulstunde. Diese Form der Kommunikation ändert sich, die Jugendsprache verändert sich, die jugendliche Kultur im Allgemeinen ist im Wandel. Diese Faktoren müssen nicht unbedingt negativ ausgelegt werden. Musste man früher noch warten, bis eine Person fertig telefoniert hatte, hat es die heutige Jugend mit dem Handy doch viel leichter. Dennoch dürfen die Gefahren dieser Entwicklung nicht außer Acht gelassen werden. Eine Standard-SMS ersetzt keinen mühselig geschriebenen Liebesbrief, ein Chat per Computer ist kein persönliches Treffen unter Freunden,
„das Face-to-Face-Gefühl fehlt.“ Viele Jugendliche leben gliechfalls in dem Glauben, dass wirklich alles unbegrenzt verfügbar ist. „Man kann sich zwar alles herunterladen – aber am Ende kommt die Rechnung.“ Jedoch hat nicht jeder Jugendliche, beziehungsweise jedes Elternhaus die finanziellen Möglichkeiten an dieser Entwicklung zu partizipieren und durch den Drang einer ständigen Erreichbarkeit, steigt auch der Druck auf die Jugendlichen. Diese Faktoren begünstigen einen signifikanten Teil der Gefahren der Neuen Medien, die zu einem späteren Zeitpunkt genauer erläutert werden.
1. Einleitung: Die Einleitung formuliert die Forschungsfrage, ob die Gefahren der neuen Medien wissenschaftlich belegbar sind, und hinterfragt die Notwendigkeit einer „Bewahrpädagogik“.
2. Gang der Untersuchung: Dieses Kapitel erläutert den strukturellen Aufbau der Arbeit und die Begrenzung des Medienbegriffs auf Computer, Internet und Mobiltelefonie.
3. Warum der Begriff Generation Flatrate?: Es wird die ständige Verfügbarkeit von Inhalten und die daraus resultierenden Veränderungen in Kommunikation und Alltag von Jugendlichen analysiert.
4. Medienkompetenz als Grundlage: Das Kapitel definiert den Begriff Medienkompetenz anhand geschichtlicher Aspekte sowie verschiedener theoretischer Modelle, wie dem von Baacke und Groeben.
5. Die mediale Welt von Kindern und Jugendlichen: Hier werden zentrale Begrifflichkeiten wie „Neue Medien“ und Mediensozialisation unter Einbeziehung aktueller KIM- und JIM-Studien beleuchtet.
6. Gefahren und Risiken der Neuen Medien: Eine kritische Auseinandersetzung mit Phänomenen wie Cyber-Mobbing, Cyber-Grooming und Pornografie, ergänzt durch Theorien zur Medienwirkung.
7. Chancen und Möglichkeiten der Neuen Medien: Dieses Kapitel widmet sich dem kompetenzfördernden Einsatz von Computern und dem Potenzial von Präventionsmaßnahmen wie klicksafe.
8. Schulkultur als Ursache gewalttätigen Verhaltens?: Hier wird untersucht, inwieweit nicht die Medien, sondern schulische Strukturen und Präventionsverfahren eine Rolle bei der Entstehung von Gewalt spielen.
9. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Medien keine alleinigen Sündenböcke sind, sondern ein differenzierter Ansatz von Erziehung, Schulentwicklung und Medienkompetenz erforderlich ist.
Neue Medien, Medienkompetenz, Generation Flatrate, Mediensozialisation, Cyber-Mobbing, Medienwirkung, Jugendmedienschutz, Schulkultur, Gewaltprävention, Computernutzung, Internetnutzung, Medienpädagogik, Smartphone, KIM-Studie, JIM-Studie
Die Arbeit untersucht das ambivalente Spannungsfeld zwischen den Risiken und den Potenzialen der neuen Medien für die heutige Generation von Kindern und Jugendlichen.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Mediensozialisation, die Bedeutung von Medienkompetenz, verschiedene Gefahrenszenarien im Internet sowie Ansätze der Gewaltprävention im schulischen Kontext.
Ziel ist es zu klären, ob die negativen Berichterstattungen über die Gefahren neuer Medien wissenschaftlich haltbar sind oder ob die pädagogische Debatte zu einseitig geführt wird.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse medienpädagogischer Modelle sowie die Auswertung aktueller empirischer Daten aus der KIM-Studie 2012 und der JIM-Studie 2012.
Der Hauptteil umfasst sowohl die theoretische Fundierung des Medienkompetenzbegriffs als auch die Analyse spezifischer Problemfelder (Cyber-Mobbing, Pornografie) und die Chancen der Mediennutzung im Bildungsbereich.
Zentrale Begriffe sind Medienkompetenz, Generation Flatrate, Cyber-Mobbing, Mediensozialisation und schulische Gewaltprävention.
Der Begriff dient als Ausgangspunkt zur Problematisierung der ständigen Verfügbarkeit digitaler Inhalte und der daraus resultierenden Verhaltensänderungen bei Jugendlichen.
Der Autor übt deutliche Kritik an der einseitigen und polemischen Sichtweise Spitzers, der Medien primär als Gefahr darstellt, und betont die Notwendigkeit einer differenzierteren wissenschaftlichen Betrachtung.
Anstatt auf Zensur zu setzen, plädiert der Autor für eine Stärkung der Schulkultur, bessere Kooperationen zwischen Elternhaus und Schule sowie die dauerhafte Verankerung medienpädagogischer Konzepte in der Lehrerausbildung.
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