Bachelorarbeit, 2014
96 Seiten, Note: 1,0
0. Einleitung
1. Okkupation, Kollaboration und Widerstand
1.1 Arten von Kollaboration und Widerstand
1.2 Der Zusammenhang zwischen Kollaboration und Okkupationsherrschaft
1.3 Zur gesamtjugoslawischen Situation
1.4 Zur Situation in Slowenien
1.4.1 Okkupation
1.4.2 Kollaboration
1.4.3 Widerstand
1.4.4 Zur Situation in Südkärnten
1.4.5 Zur Vertreibung der „Volksdeutschen“ aus Slowenien
2. Die Slowenische Landeswehr
2.1 Ihre Entstehung
2.2 Ihr Status
2.3 Ihre Zielsetzung
2.4 Ihr Ende
3. Resümee: Die jugoslawischen Kollaborationsverbände im Vergleich
3.1 Zur Slowenischen Landeswehr
3.1.1 Eine wissenschaftliche Einschätzung
3.1.2 Eine gesellschaftliche Einschätzung
3.2 Zu den anderen Kollaborationsverbänden
4. Zusammenfassung
5. Nachwort
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Kollaboration und Widerstand in Slowenien während des Zweiten Weltkrieges. Ziel ist es, die Beweggründe, Strategien und das Schicksal des bürgerlich-konservativen Lagers – insbesondere der slowenischen Landeswehr – im Kontext der komplexen innerslowenischen Konflikte und der Okkupationspolitik der Achsenmächte wissenschaftlich einzuordnen und zu bewerten.
1.1 Arten von Kollaboration und Widerstand
In der Geschichtswissenschaft wird Kollaboration als eine ethisch und historisch schwer fassbare Kategorie politischen Handelns bezeichnet und laut Werner Rings lassen sich „acht Formen von Kollaboration und Widerstand“ unterscheiden: Die „neutrale Kollaboration“, die „bedingungslose Kollaboration“, die „bedingte Kollaboration“, die „taktische Kollaboration“, der „symbolische Widerstand“, der „polemische Widerstand“, der „defensive Widerstand“ und der „offensive Widerstand“.
Die Formen von Kollaboration definiert Rings folgendermaßen: Neutrale Kollaboration: „Das Leben muß weitergehen. Ich arbeite wissentlich und aus eigenem Interesse für die Besatzungsmacht, direkt oder indirekt, ohne daß ich aber die politischen und ideologischen Grundsätze des Nationalsozialismus anerkenne. Meine Haltung ist von Umständen diktiert, die ich selbst nicht beeinflussen kann. Die einzige Alternative scheint Bankrott, Arbeitslosigkeit, Hunger, Chaos, Untergang zu sein. Ich bin entschlossen, den Krieg und die Niederlage zu überleben, lieber gut als schlecht.“ Bedingungslose Kollaboration: „Ich solidarisiere mich mit der Besatzungsmacht, weil ich ihre Grundsätze und Ideale teile. Meine Haltung wird nicht von den Umständen diktiert, sondern von meinem Bekenntnis zum Nationalsozialismus. Ich bin zu jeder Leistung und zu jedem Opfer für die Besatzungsmacht bereit, wenn ich damit der gemeinsamen Sache dienen kann.“
Bedingte Kollaboration: „Ich arbeite mit der Besatzungsmacht zusammen, obwohl ich die Lehren des Nationalsozialismus nur zu einem Teil, nicht aber in allem gutheiße. Unter diesem Vorbehalt bin ich zu loyaler Kollaboration bereit, ja ich suche sie, weil ich die Umstände, die meine Haltung diktieren, verändern will.“ Taktische Kollaboration: „Ich lasse mich darauf ein, mit der Besatzungsmacht zusammenzuarbeiten, obwohl ich ein Gegner des Nationalsozialismus und des Hitler-Reichs bin. Meine Kollaboration kann verschiedenen Zwecken dienen: die Fremdherrschaft zu brechen, um wieder frei zu sein; Massenmorde an Unschuldigen zu verhindern, soweit es möglich ist; eine politische Idee zu verwirklichen, der die nationalsozialistische Herrschaft im Wege steht. In jedem Fall ist meine Kollaboration Tarnung meines Widerstandes, ein Stück Kampf.“
0. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Vorkriegssituation Sloweniens sowie die Aufteilung des Landes nach 1941 und führt in die zwei konkurrierenden politischen Lager (Partisanen vs. bürgerlich-konservatives Lager) ein.
1. Okkupation, Kollaboration und Widerstand: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe anhand theoretischer Modelle und analysiert die Besatzungssituation in Slowenien und Südkärnten sowie die Verfolgung der Bevölkerung.
2. Die Slowenische Landeswehr: Das Kapitel widmet sich der Geschichte der slowenischen Landeswehr (Domobranzen) von ihrer Entstehung über ihren völkerrechtlichen Status und ihre Ziele bis zu ihrem gewaltsamen Ende nach Kriegsende.
3. Resümee: Die jugoslawischen Kollaborationsverbände im Vergleich: Hier wird das bürgerlich-konservative Lager Sloweniens im Vergleich mit anderen jugoslawischen Verbänden (z.B. kroatische Landwehr, Tschetniks) bewertet und die gesellschaftliche Einschätzung dieser Akteure reflektiert.
4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die Unmöglichkeit, die slowenische Zusammenarbeit mit den Besatzern pauschal als rein kollaborierend oder rein widerständig zu klassifizieren, und betont die Tragik der politischen Instrumentalisierung.
5. Nachwort: Das Nachwort beleuchtet die langwierige und kontroverse Aufarbeitung der Kriegsjahre im Slowenien nach 1991 und die Veränderung des Geschichtsbildes.
Slowenien, Zweiter Weltkrieg, Kollaboration, Widerstand, Landeswehr, Domobranzen, Partisanen, Befreiungsfront, Nationalsozialismus, Besatzung, Südkärnten, Tito, Leon Rupnik, Geschichtsschreibung, Totalitarismus.
Die Arbeit analysiert die Situation in Slowenien während des Zweiten Weltkrieges, insbesondere das Verhalten des bürgerlich-konservativen Lagers zwischen Widerstand und Kollaboration mit den Besatzungsmächten.
Zentrale Themen sind die Besatzungspolitik der Achsenmächte, die ideologischen Unterschiede zwischen der Befreiungsfront und den antikommunistischen Verbänden sowie die Rolle und das Schicksal der slowenischen Landeswehr.
Die Forschungsfrage lautet, welcher Weg das bürgerliche Lager zwischen Kollaboration und Widerstand beschritten hat und wie dieser in den Kontext der innerslowenischen Konflikte einzuordnen ist.
Der Autor nutzt historische Analysen sowie politikwissenschaftliche Klassifizierungsmodelle (insbesondere das Modell von Werner Rings zur Kollaboration), um die komplexen Verhaltensweisen der Bevölkerung und militärischer Verbände zu bewerten.
Der Hauptteil behandelt die Klassifizierung von Kollaboration, die spezifische Situation in Slowenien und Südkärnten, die Gründung und den Einsatz der slowenischen Landeswehr sowie Vergleiche mit anderen jugoslawischen Kollaborationsverbänden.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Slowenien, Zweiter Weltkrieg, Landeswehr, Kollaboration, Widerstand, Befreiungsfront und Totalitarismus charakterisiert.
Die katholische Kirche, angeführt von Bischof Gregorij Rožman, unterstützte ideologisch das antikommunistische Lager, da sie im Kommunismus eine größere Gefahr sah als in der Okkupation, was zu einer engen Assoziation mit der Landeswehr führte.
Nach Kriegsende flohen viele Angehörige der Landeswehr nach Kärnten, wurden jedoch von den Briten an die jugoslawische Partisanenarmee ausgeliefert und in der Folge massenhaft liquidiert.
Die wissenschaftliche Einordnung bleibt kontrovers; während das kommunistische Regime die Landeswehr als Verräter brandmarkte, betonen andere Ansätze die "taktische Kollaboration" aus Selbsterhaltungsgründen und den Kampf gegen den kommunistischen Terror.
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