Masterarbeit, 2012
102 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
2. EFQM-Modell für Excellence
2.1. EFQM-Modell 2010
2.2. Grundkonzepte der Excellence
2.3. Bewertungskriterien
2.3.1. Befähigerkriterien
2.3.2. Ergebniskriterien
2.3.3. Wahrnehmungen und Leistungsindikatoren
2.3.4. Schlüsselergebnisse
2.4. RADAR-Logik
2.5. EFQM Levels of Excellence
2.5.1. EFQM Excellence Award – Europäischer Qualitätspreis
2.5.2. Recognised for Excellence – Anerkennung für Excellence
2.5.3. Committed to Excellence – Verpflichtung zu Excellence
3. Nachweis der Wirksamkeit
3.1. Aktueller Stand der Forschung
3.1.1. Total Quality Management und Unternehmenserfolg
3.1.2. Fallstudien
3.1.3. Empirische Untersuchungen
3.2. Experteninterviews
3.2.1. Auswahl der Experten
3.2.2. Gestaltung des Interviewleitfadens
3.2.3. Durchführung der Experteninterviews
3.2.4. Ergebnisse der Experteninterviews
3.3. Fazit
4. Balanced Scorecard
4.1. Finanzperspektive
4.2. Kundenperspektive
4.3. Prozessperspektive
4.4. Mitarbeiterperspektive
4.5. Ursache-Wirkungs-Beziehungen
4.6. Erstellung der Balanced Scorecard
5. Nachweis der Wirksamkeit
5.1. Aktueller Stand der Forschung
5.1.1. Studien zur Wirksamkeit als Managementsystem
5.1.2. Studien zur Wirksamkeit auf den Unternehmenserfolg
5.2. Fazit
6. Six Sigma
6.1. Null-Fehler-Qualität
6.2. Projektmanagement
6.2.1. Oberste Leitung
6.2.2. Sponsor
6.2.3. Champion
6.2.4. Master Black Belt
6.2.5. Black Belt
6.2.6. Green Belt
6.2.7. Yellow Belts und White Belts
6.3. Prozessmanagement
6.4. DMAIC-Zyklus
6.4.1. Define
6.4.2. Measure
6.4.3. Analyze
6.4.4. Improve
6.4.5. Control
7. Nachweis der Wirksamkeit
7.1. Aktueller Stand der Forschung
7.1.1. Six Sigma und traditionelles Qualitätsmanagement
7.1.2. Six Sigma und Lean Management
7.1.3. Six Sigma und Aktienkursentwicklung
7.1.4. Six Sigma und Unternehmensergebnis
7.2. Fazit
8. Zusammenfassung
9. Fazit und Ausblick
10. Anhang A: Interviewleitfaden
11. Anhang B: Experteninterviews zur Wirksamkeit des EFQM-Modells
12. Literaturverzeichnis
Die Master Thesis untersucht die Wirksamkeit von Business Excellence Modellen, insbesondere EFQM, Balanced Scorecard und Six Sigma. Das primäre Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand zu bewerten und durch Experteninterviews zu ergänzen, um festzustellen, ob diese Modelle tatsächlich zu messbaren Leistungssteigerungen in Unternehmen führen.
3.1.1. Total Quality Management und Unternehmenserfolg
In ihrer breit angelegten Studie untersuchten Kevin Hendricks und Vinod Singhal die wirtschaftlichen Ergebnisse US-amerikanischer Unternehmen, die bei Wettbewerben im Zusammenhang mit TQM erfolgreich waren, und stellten sie denen nicht ausgezeichneter Unternehmen gegenüber. Als Maßstab für die effiziente Einführung von TQM wurde der Gewinn von Qualitätspreisen wie z.B. des Malcolm Baldrige National Quality Awards herangezogen, welcher gewissermaßen als der Vater des EFQM Excellence Awards gilt. Insgesamt umfasst die Stichprobe um die 600 Gewinner verschiedener Qualitätspreise oder Auszeichnungen von insgesamt 140 unterschiedlichen Wettbewerben. Jedem dieser Unternehmen wurde zu Vergleichszwecken ein Unternehmen ähnlicher Größe aus dem gleichen Industriezweig zugeordnet. Beobachtet wurden die Unternehmen über eine Periode von insgesamt zehn Jahren, unterteilt in zwei Fünf-Jahres-Perioden. Die erste Fünf-Jahres-Periode beginnt sechs Jahre vor der Verleihung des ersten Qualitätspreises und endet ein Jahr davor, die sogenannte „Einführungsphase“. Die zweite Fünf-Jahres-Periode beginnt ein Jahr vor der Verleihung des ersten Qualitätspreises und endete vier Jahre danach, die sogenannte „Reifephase“. Um eine Bewertung der Firmen vorzunehmen, wurden öffentlich einsehbare Leistungskennzahlen, wie der Aktienkurs oder das Betriebsergebnis herangezogen. Das Wachstum wurde an der prozentualen Steigerung des Umsatzes, der Bilanzsumme, der Anzahl der Mitarbeiter und der Umsatz- und Gesamtkapitalrentabilität gemessen.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass TQM-geführte Unternehmen langfristig erfolgreicher sind, als ihre Wettbewerber, die kein wirkungsvolles TQM implementiert haben. Langfristig, da die Studie ergeben hat, dass während der Einführungsphase keine signifikanten Veränderungen der Leistungen ersichtlich sind. Es treten keine Unterschiede in den Leistungen der Preisgewinner und der Leistungen der Vergleichsunternehmen auf. Die Reifephase dagegen zeigt deutliche Verbesserungen bei jeder der untersuchten Leistungskennzahlen. Die Aktienkurse der Preisträger stiegen in der Reifephase um durchschnittlich 114%, bei den Vergleichsunternehmen um 80%. Das Betriebsergebnis der Preisträger nahm in der Reifephase um durchschnittlich 91% zu, das der Vergleichsunternehmen um 43%. Darüber hinaus steigerten die Preisträger ihren Umsatz um 69% (Vergleichsunternehmen um 37%), ihre Bilanzsumme um 79% (Vergleichsunternehmen um 37%) und ihre Mitarbeiteranzahl um 23% (Vergleichsunternehmen um 7%).
1. Einleitung: Diese Einleitung begründet das Thema der Arbeit, stellt die Relevanz der Business Excellence Modelle EFQM, Balanced Scorecard und Six Sigma in wirtschaftlich instabilen Zeiten dar und skizziert das methodische Vorgehen.
2. EFQM-Modell für Excellence: Dieses Kapitel erläutert die Grundstruktur des EFQM-Modells, seine drei Säulen sowie die Anpassungen der 2010er-Version und deren Integration von Grundkonzepten in Bewertungskriterien.
3. Nachweis der Wirksamkeit: Hier wird der Forschungsstand zur Wirksamkeit des EFQM-Modells analysiert, inklusive einer kritischen Betrachtung früherer Studien und der Ergebnisse der durchgeführten Experteninterviews.
4. Balanced Scorecard: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung der Balanced Scorecard als Instrument zur strategischen Unternehmenssteuerung und erläutert deren vier Perspektiven sowie die zugrunde liegenden Ursache-Wirkungs-Beziehungen.
5. Nachweis der Wirksamkeit: Dieser Abschnitt bewertet die Wirksamkeit der Balanced Scorecard durch verschiedene Studien und diskutiert kritisch deren Erfolgswirkung auf den Unternehmenserfolg.
6. Six Sigma: Hier werden die Ursprünge von Six Sigma, seine philosophische Ausrichtung zur Null-Fehler-Qualität und die methodische Umsetzung durch Projektmanagement und den DMAIC-Zyklus dargelegt.
7. Nachweis der Wirksamkeit: Dieses Kapitel befasst sich mit dem Nachweis der Wirksamkeit von Six Sigma durch empirische Untersuchungen zu den Auswirkungen auf operativen Betriebsergebnisse und finanzielle Kennzahlen.
8. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert die wesentlichen Erkenntnisse über die Wirksamkeit der untersuchten Modelle EFQM, Balanced Scorecard und Six Sigma hinsichtlich der Steigerung des Unternehmenserfolgs.
9. Fazit und Ausblick: Der abschließende Teil bewertet die Ergebnisse vergleichend, betont die Bedeutung des Total Quality Managements für den Erfolg und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsansätze.
Business Excellence, EFQM-Modell, Balanced Scorecard, Six Sigma, Unternehmenserfolg, Qualitätsmanagement, TQM, Leistungssteigerung, Performance Measurement, Prozessoptimierung, Strategieimplementierung, Empirische Untersuchung, Experteninterviews, DMAIC-Zyklus, Nachhaltigkeit.
Die Arbeit untersucht die tatsächliche Wirksamkeit und den Nutzen von drei etablierten Business Excellence Modellen – EFQM, Balanced Scorecard und Six Sigma – auf den Erfolg von Unternehmen.
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen dieser Managementsysteme sowie der kritische Nachweis ihrer Wirksamkeit auf Basis aktueller wissenschaftlicher Studien und praxisnaher Experteninterviews.
Das Ziel ist es, einen fundierten Überblick über den Forschungsstand zur Wirksamkeit dieser drei Modelle zu geben und zu prüfen, ob diese Modelle messbar zur Steigerung des Unternehmensergebnisses beitragen.
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse bestehender Studien (quantitativ) sowie eine ergänzende qualitative Untersuchung durch Experteninterviews mit Anwendern aus der Praxis.
Im Hauptteil werden EFQM, die Balanced Scorecard und Six Sigma detailliert vorgestellt, gefolgt von einer tiefgehenden Analyse empirischer Studien, die deren Einfluss auf finanzielle und operative Unternehmenskennzahlen bewerten.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Business Excellence, Qualitätsmanagement, Strategieimplementierung, Prozessoptimierung und Performance Measurement definiert.
Nørreklit kritisiert, dass das Modell keine direkten kausalen Ursache-Wirkungs-Beziehungen nachweist und eher auf Rhetorik und Pathos setzt, anstatt technologische und marktliche Veränderungen in der Praxis ausreichend zu berücksichtigen.
Die Untersuchungen zeigen primär positive Auswirkungen auf die operative Effizienz und Prozessqualität, während die messbaren Effekte auf das finanzielle Gesamtergebnis schwerer isolierbar sind und teilweise zeitversetzt auftreten.
Die Experten berichten von einer stärkeren internen Fokussierung, einer verbesserten Strukturierung der Unternehmensprozesse und einer positiven kulturellen Entwicklung, auch wenn der direkte kausale Zusammenhang zu finanziellen Kennzahlen oft komplex bleibt.
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