Masterarbeit, 2013
189 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Begriffserklärungen
2.1 Hörspiel
2.2 Radiofeature
2.3 Podcast
2.4 Hörbuch
2.5 Akustische Werbung
2.6 Gattungsabgrenzung
3 Der Hörspielmarkt
3.1 Hörspiel im Rundfunk
3.1.1 Zweitverwertung auf klassischen Tonträgern
3.1.2 Zweitverwertung als digitaler Download
3.2 Privatwirtschaftliches Hörspiel
3.2.1 Gründe für die Existenz eines deutschen privatwirtschaftlichen Hörspielmarkt
3.2.2 Der deutsche Kinderhörspielmarkt
3.2.3 Der deutsche Erwachsenenhörspielmarkt
3.2.4 Vertriebskonzepte der Privatwirtschaft
3.3 Freies Hörspiel
3.4 Ausdehnung des deutschen Hörspielmarktes
3.5 Analyse der Hörspielkonsumenten
4 Ökonomische Aspekte von Hörspielen
4.1 Einordnung von Hörspielen in die Gütertheorie
4.2 Datenträger
4.3 Zeit- und Kostenübersicht des Hörspielproduktionsprozesses
5 Piraterie
5.1 Legale und illegale Kopien
5.2 Aktuelle Situation der Piraterie in der Hörspielbranche
5.3 Ökonomische Effekte durch unautorisierte Kopien
5.4 Gegenmaßnahmen
5.4.1 Rechtliche, politische und bildungspolitische Maßnahmen
5.4.2 Modifikationen der klassischen Geschäftsmodelle
5.4.3 Neue Geschäftsmodelle
6 Fazit
Das Ziel der Masterarbeit ist eine ökonomische Analyse des deutschen Hörspielmarktes und seiner drei Teilmärkte: des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, der Privatwirtschaft und der Freien Szene. Dabei werden die Produktionsbedingungen, Vermarktungsstrategien, der Einfluss der Piraterie und die Nutzungsgewohnheiten der Konsumenten untersucht.
2.1 Hörspiel
Die erstmalige Verwendung des Begriffs Hörspiel im Jahr 1924 wird HANS SIEBERT VON HEISTER zugeschrieben. Der Künstler und Journalist bezeichnete das Hörspiel als „das arteigene Spiel des Rundfunks“. ERNST JANDL und FRIEDERIKE MAYRÖCKER prägten den Satz, das Hörspiel sei ein „doppelter Imperativ – Hör! Spiel!“ Eine wissenschaftlichere Definition lautet:
„Hörspiel umreißt im Kontext des öffentlich-rechtlichen und des privaten Rundfunks und im Sortiment der Verlage ein fiktionales oder non-fiktionales akustisches Ereignis […]. Technische Voraussetzung des Hörspiels ist die Umwandlung von Schallenergie in elektrische Energie.“
Hörspiele sind darüber hinaus in erster Linie dramaturgische Stücke, die ausschließlich mit akustischen Mitteln arbeiten, um beim Hörer ein möglichst realistisches Bild des Inszenierten zu erzeugen. Betrachtet man beispielsweise die Kriminalhörspielserie Paul Temple des NWDR Köln bzw. des WDR, bedeutet das Folgendes: Das Hörspiel lebt zum einen von der sprecherischen Leistung der Sprecher. Hierbei fallen die verschiedenen prägnanten Stimmen auf, die dem Zuhörer die Rollenidentifikation erleichtern. Um den Ort der Handlung, Großbritannien, akustisch erfahrbar zu machen begrüßen sich die Personen mit „Hello“, auch wenn ansonsten deutsch gesprochen wird. Musikalische Effekte wie Trompetenklänge mit anschließender ruhiger Klavier- und Geigenmusik weisen den Hörer auf neue Indizien im Kriminalfall hin. Generell wird Musik zur Überleitung zwischen Szenen genutzt oder sie gehört zur Hintergrundatmosphäre eines Handlungsortes, bspw. zu einem Tanzlokal.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die Bedeutung des Hörspiels als auditives Medium und definiert das Ziel der Arbeit, den Hörspielmarkt ökonomisch und zeitlich zu analysieren.
2 Begriffserklärungen: Dieses Kapitel definiert den Begriff Hörspiel aus verschiedenen Perspektiven und grenzt ihn von anderen Medien wie Radiofeature, Podcast, Hörbuch und akustischer Werbung ab.
3 Der Hörspielmarkt: Das Kapitel gliedert den Markt in öffentlich-rechtliche Produktionen, privatwirtschaftliche Angebote und die Freie Szene, analysiert Vertriebskonzepte und untersucht die Konsumenten durch eine Umfrage.
4 Ökonomische Aspekte von Hörspielen: Es erfolgt eine Einordnung in die Gütertheorie, eine Betrachtung der Datenträger und eine detaillierte Aufschlüsselung der Zeit- und Kostenstruktur des Produktionsprozesses.
5 Piraterie: Dieses Kapitel behandelt die rechtlichen Grundlagen von Kopien, analysiert die aktuelle Situation illegaler Downloads in der Branche und diskutiert ökonomische Effekte sowie mögliche Gegenmaßnahmen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Zukunftsaussichten des Hörspiels als Nischenmedium im Kontext der digitalen Transformation und der veränderten Mediennutzung.
Hörspielmarkt, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Privatwirtschaft, Freie Szene, Hörbuch, Radiofeature, Podcast, Digitalisierung, Piraterie, Urheberrecht, Produktionskosten, Konsumentenanalyse, Geschäftsmodelle, Crowdfunding, Datenträger
Die Arbeit bietet eine umfassende ökonomische Analyse des deutschen Hörspielmarktes, seiner Akteure und der zugrunde liegenden Marktmechanismen.
Die Themen umfassen die Marktdreiteilung (öffentlich-rechtlich, privat, frei), Produktionsprozesse, Konsumentenverhalten und die Herausforderungen durch digitale Piraterie.
Ziel ist es, den deutschen Hörspielmarkt in seinem zeitlichen und ökonomischen Kontext zu durchleuchten und Wechselbeziehungen sowie ökonomische Effekte innerhalb der Branche aufzuzeigen.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Einordnung (Gütertheorie) mit einer empirischen Analyse, basierend auf einer für die Arbeit durchgeführten Online-Umfrage unter Hörspielhörern.
Der Hauptteil analysiert die Gattungen, die verschiedenen Marktsegmente, die ökonomischen Besonderheiten von Hörspielen als Güter sowie die Problematik und Lösungsansätze bezüglich illegaler Kopien.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Hörspielmarkt, Digitalisierung, Urheberrecht, Produktionskosten und Konsumentenanalyse aus.
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk agiert primär im Rahmen seines Grundversorgungsauftrags, die Privatwirtschaft ist stark auf Unterhaltung und Profitabilität ausgerichtet, während die Freie Szene vorrangig künstlerische Freiheit ohne ökonomischen Druck verfolgt.
Piraterie setzt die Branche unter Druck, wobei die Arbeit kritisch beleuchtet, ob illegale Downloads rein negative ökonomische Folgen haben oder in Einzelfällen sogar einen Sampling-Effekt für unbekannte Produktionen bieten können.
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