Bachelorarbeit, 2014
72 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Hintergrund und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Angewandte Methoden und Aufbau der Arbeit
2. Der Begriff des betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM)
2.1 Definition des BEM
2.2 Anwendungsbereich des § 84 Abs. 2 SGB IX
2.2.1 Persönlicher Anwendungsbereich
2.2.2 Sachlicher Anwendungsbereich
2.2.3 Entbehrlichkeit eines BEM
2.3 Sinn und Zweck des BEM
2.4 Beteiligte Stellen am BEM
2.4.1 Arbeitgeber
2.4.2 Arbeitnehmer
2.4.3 Interessenvertretung
2.4.4 Schwerbehindertenvertretung
2.4.5 Betriebsarzt
2.4.6 Externe Beteiligte
3. Erläuterung des Verfahrens des betrieblichen Eingliederungsmanagements
3.1 Ziele des BEM
3.2 Ablauf des BEM
3.2.1 Erstkontakt zum Arbeitnehmer
3.2.2 Eingliederungsgespräch mit dem Arbeitnehmer
3.2.3 Durchführung von Maßnahmen
3.2.4 Abschluss des BEM
3.3 Allgemeine Konsequenzen eines unterbliebenen BEM
3.3.1 Fehlende gesetzliche Sanktion
3.3.2 Verpflichtung zur Durchführung aufgrund gerichtlicher Entscheidung
3.3.3 Schadensersatzforderungen
3.3.4 Kündigungsrechtliche Konsequenzen
4. Die krankheitsbedingte Kündigung
4.1 Definition der krankheitsbedingten Kündigung
4.2 Die Wirksamkeitsvoraussetzungen der krankheitsbedingten Kündigung
4.2.1 Negative Gesundheitsprognose
4.2.2 Erhebliche Beeinträchtigung betrieblicher Interessen
4.2.3 Interessenabwägung
4.3 Fallgruppen krankheitsbedingter Kündigungen
4.3.1 Kündigung wegen Langzeiterkrankung
4.3.2 Kündigung wegen häufiger Kurzerkrankungen
4.3.3 Kündigung wegen krankheitsbedingter Leistungsminderung
5. Betriebliches Eingliederungsmanagement und krankheitsbedingte Kündigung
5.1 Ablehnung des BEM als formelle Wirksamkeitsvoraussetzung für krankheitsbedingte Kündigungen durch das BAG von 12.07.2007
5.1.1 Sachverhalt der Entscheidung des BAG von 12.07.2007
5.1.2 Urteilsbegründung des BAG
5.2 Konsequenzen für die richterliche Prüfung der Wirksamkeit einer Kündigung und die Darlegungs- und Beweislast im Kündigungsschutzprozess
5.2.1 Einordnung des BEM in die Drei-Stufen-Prüfung der Wirksamkeit krankheitsbedingter Kündigungen
5.2.2 Verhältnismäßigkeitsprüfung bei unterbliebenem BEM
5.2.3 Beweislastumkehr bei unterbliebenem BEM
5.2.4 Rechtsfolgen bei ordnungsgemäßer Durchführung des BEM
5.3 Kritische Beurteilung der Konsequenzen für den Kündigungsschutzprozess
5.3.1 Kritische Beurteilung der Konsequenzen bei unterbliebenem BEM
5.3.2 Kritische Beurteilung der Konsequenzen bei ordnungsgemäß durchgeführtem BEM
5.4 Auswirkungen auf die Wirksamkeit von Kündigungen
5.4.1 Auswirkung bei Anwendbarkeit des Kündigungsschutzgesetzes
5.4.2 Auswirkung bei Nichtanwendbarkeit des Kündigungsschutzgesetzes
5.4.3 Auswirkungen bei Vorliegen eines besonderen Kündigungsschutzes nach §§ 85 ff. SGB IX
6. Mindestanforderungen an ein betriebliches Eingliederungsmanagement
6.1 Darstellung der Mindestanforderungen
6.2 Folgen der unzureichenden Erfüllung der Mindestanforderungen
6.3 Handlungsempfehlungen zur Erfüllung der Mindestanforderungen
7. Fazit
Die Arbeit untersucht das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) als Instrument zur Vermeidung krankheitsbedingter Kündigungen sowie dessen Auswirkungen auf den Kündigungsschutzprozess. Ziel ist es, das Verfahren nach § 84 Abs. 2 SGB IX zu erläutern, die rechtlichen Konsequenzen eines unterlassenen BEM auf die Darlegungs- und Beweislast darzustellen und Unternehmen Handlungsempfehlungen für die Praxis an die Hand zu geben.
1.1 Hintergrund und Zielsetzung der Arbeit
Laut einer im Februar 2013 veröffentlichten Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin war im Jahr 2011 jeder Arbeitnehmer im Schnitt 12,6 Tage arbeitsunfähig. Der deutschen Wirtschaft ist dadurch insgesamt ein Produktionsausfall in Höhe von 46 Milliarden Euro entstanden. Im Vergleich zum Jahr 2010 erfolgte eine Erhöhung um 1,3 Krankheitstage und dadurch ein Anstieg von 7 Milliarden Euro im Produktionsausfall.
Der Grund für diese Entwicklung stellt hauptsächlich der demografische Wandel dar, da die Erwerbsbevölkerung aufgrund niedriger Geburtenraten und der längeren Lebensdauer immer älter wird. Somit erfolgt naturgemäß eine Erhöhung der Fehlzeiten, weil mit dem Alter das Risiko von Erkrankungen und Behinderungen ansteigt. Dies bestätigt auch eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Demnach liegt die Anzahl der krankheitsbedingten Fehltage bei den 55- bis 64-Jährigen im Jahr 2011 bei circa 28 Tagen. Die krankheitsbedingte Ausfallzeit älterer Arbeitnehmer ist demzufolge mehr als doppelt so hoch wie die des Durchschnitts.
Der oben erwähnte wirtschaftliche Schaden wird in den kommenden Jahre aufgrund des demografischen Wandels weiter zunehmen. Daher empfiehlt es sich für Unternehmen, Maßnahmen zu ergreifen, um die Fehlzeiten der Mitarbeiter zu minimieren. Ist eine Minimierung der krankheitsbedingten Ausfallzeiten nicht absehbar, kommt jedoch auch der Ausspruch einer krankheitsbedingten Kündigung in Betracht.
1. Einleitung: Dieses Kapitel motiviert die Arbeit durch aktuelle Statistiken zum Krankenstand und demografischen Wandel und erläutert die Relevanz des BEM als Instrument zur Vermeidung von Kündigungen.
2. Der Begriff des betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM): Es wird die Legaldefinition des BEM nach § 84 Abs. 2 SGB IX definiert, der persönliche und sachliche Anwendungsbereich geklärt sowie die beteiligten Akteure vorgestellt.
3. Erläuterung des Verfahrens des betrieblichen Eingliederungsmanagements: Dieses Kapitel detailliert die Ziele, den typischen Ablauf des Verfahrens und erörtert die allgemeinen Konsequenzen bei einem unterlassenen BEM.
4. Die krankheitsbedingte Kündigung: Hier werden die rechtlichen Grundlagen, die "Drei-Stufen-Prüfung" der Wirksamkeitsvoraussetzungen und verschiedene Fallgruppen krankheitsbedingter Kündigungen dargestellt.
5. Betriebliches Eingliederungsmanagement und krankheitsbedingte Kündigung: Der zentrale Teil untersucht das BAG-Urteil vom 12.07.2007, die Auswirkungen auf die Beweislastverteilung im Kündigungsschutzprozess und die Bedeutung des BEM bei verschiedenen Kündigungsschutzkonstellationen.
6. Mindestanforderungen an ein betriebliches Eingliederungsmanagement: Dieses Kapitel definiert die aus der Rechtsprechung abgeleiteten Mindestanforderungen an ein BEM und gibt konkrete Handlungsempfehlungen zur strukturierten Umsetzung im Unternehmen.
7. Fazit: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die enorme Relevanz eines ordnungsgemäß durchgeführten BEM für Arbeitgeber zur Risikominimierung im Kündigungsschutzprozess.
Betriebliches Eingliederungsmanagement, BEM, krankheitsbedingte Kündigung, SGB IX, Kündigungsschutzgesetz, Arbeitsunfähigkeit, Drei-Stufen-Prüfung, Darlegungs- und Beweislast, Gesundheitsprognose, Interessenabwägung, Verhältnismäßigkeitsgrundsatz, Betriebsarzt, Betriebsrat, Arbeitgeberpflichten, Wiedereingliederung.
Die Arbeit befasst sich mit der rechtlichen Verknüpfung zwischen dem betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) und der krankheitsbedingten Kündigung im deutschen Arbeitsrecht.
Zentrale Themen sind der rechtliche Rahmen des BEM, die Voraussetzungen einer wirksamen krankheitsbedingten Kündigung sowie die Auswirkungen eines unterlassenen BEM auf Kündigungsschutzprozesse.
Ziel ist es, Arbeitgebern aufzuzeigen, wie sie durch ein ordnungsgemäßes BEM das Risiko einer unwirksamen Kündigung senken und gleichzeitig die Weiterbeschäftigung kranker Mitarbeiter fördern können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse von Fachliteratur, Fachzeitschriften, Internetquellen und der Auswertung maßgeblicher Rechtsprechung, insbesondere des Bundesarbeitsgerichts (BAG).
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition und Durchführung des BEM, die dogmatische Einordnung der krankheitsbedingten Kündigung sowie die detaillierte Darstellung der Beweislastfolgen bei unterlassenem BEM.
Die zentralen Schlagworte umfassen Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM), krankheitsbedingte Kündigung, Beweislastumkehr, Drei-Stufen-Prüfung und Verhältnismäßigkeit.
Es ist das Grundsatzurteil, das klarstellt, dass ein BEM keine formelle Wirksamkeitsvoraussetzung für eine Kündigung ist, aber zu einer Beweislastumkehr im Prozess führen kann, wenn es unterlassen wurde.
Bei unterlassenem BEM trifft den Arbeitgeber eine erweiterte Darlegungslast, in der er detailliert beweisen muss, warum keine Weiterbeschäftigung möglich war, während er bei ordnungsgemäßem BEM von Beweiserleichterungen profitiert.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

