Diplomarbeit, 2010
88 Seiten, Note: 2
Vorrede
1. Zur Lage der Depression
Parenthese I: Begriffsgeschichte – Von der Melancholie zur Depression
Parenthese II: Psychopharmaka
2. Depression in der kognitiven Verhaltenstherapie
3. Kritik an der Position der kognitiven Verhaltenstherapie
4. Depression in der psychoanalytischen Therapie
5. Kritik an der Position der psychoanalytischen Therapie
6. Ein philosophischer Ansatz
Parenthese III: Die klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie
Epilog
Bibliographie
Die Arbeit untersucht das Störungsbild der Depression kritisch aus der Perspektive von Psychotherapie und Philosophie. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit die therapeutische Datenlage und Behandlungsmethoden durch ein verengtes Menschenbild beeinflusst sind und ob ein philosophischer Ansatz zur effektiveren Annäherung an das Leid Depressiver beitragen kann.
Ein philosophischer Ansatz
Was bringt nun die Philosophie?
Von der Philosophie zu sprechen, wäre verfehlt. Allein die europäische Philosophiegeschichte mit ihrer 2800jährigen Tradition beherbergt unzählige Richtungen, Schulen und Meinungen, die vielmals äußerst konträr zueinander stehen. Hier soll aber nun – jenseits der verschiedenen philosophischen Perspektiven - zweierlei vermittelt werden:
1. Philosophie lehrt eine bestimmte Form des Denkens, Kombinierens und Argumentierens. Ebenso kann eine kritische bzw. skeptische Grundhaltung angenommen werden. Auch wenn diese Qualitäten eher idealiter zu verstehen sind, nicht als ein Ist-, sondern immer als ein Soll-Zustand, kann man berechtigt von bestimmten Ausbildungsinhalten in der Philosophie bzw. im philosophischen Denken ausgehen. Und es ist sicherlich nicht zutreffend, diese Kompetenzen in gleichem Maße für alle Wissenschaftsdisziplinen einzufordern. Zwar unterliegen alle akademischen Disziplinen bestimmten methodologischen Grundannahmen. Diese antworten jedoch lediglich auf Vorannahmen und Setzungen, die sich geistesgeschichtlich dem Wissenschaftsverständnis der Aufklärung und dem naturwissenschaftlich mathematischem Denken verpflichtet sehen. Über Empirie und bloße Kausallogik hinaus lassen sich ohne philosophisches Rüstzeug keine begriffliche Tiefe und keine größeren Zusammenhänge erdenken. Eben diese philosophischen Kompetenzen könnten der Psychologie und der Psychotherapie dahingehend helfen, ihre starren Denkgebäude auch einmal aus selbstdistanzierter Perspektive neu zu überdenken, unter Einbezug der Folgerungen aus ihren Theorien.
Vorrede: Einführung in die Motivation der Arbeit und die kritische Hinterfragung der aktuellen Datenlage und Methoden zum Störungsbild Depression.
1. Zur Lage der Depression: Darstellung der epidemiologischen Situation und der verschiedenen Erscheinungsformen und Klassifikationen depressiver Störungen.
Parenthese I: Begriffsgeschichte – Von der Melancholie zur Depression: Untersuchung des historischen Wandels und der begrifflichen Verschiebung zwischen Melancholie und Depression.
Parenthese II: Psychopharmaka: Kritische Beleuchtung der biologischen Modelle und der Rolle moderner Psychopharmaka in der Behandlung.
2. Depression in der kognitiven Verhaltenstherapie: Erklärung der theoretischen Grundlagen und therapeutischen Strategien der kognitiven Verhaltenstherapie.
3. Kritik an der Position der kognitiven Verhaltenstherapie: Philosophische Reflexion und Kritik am mechanistischen Menschenbild der kognitiven Verhaltenstherapie.
4. Depression in der psychoanalytischen Therapie: Analyse der tiefenpsychologischen Perspektiven und der psychodynamischen Ätiologiemodelle.
5. Kritik an der Position der psychoanalytischen Therapie: Kritische Auseinandersetzung mit der psychoanalytischen Theorie und ihrer Pathologisierung des Individuums.
6. Ein philosophischer Ansatz: Plädoyer für die Philosophie als notwendige Ergänzung und kritische Instanz für die Psychologie.
Parenthese III: Die klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie: Vorstellung dieses humanistischen Ansatzes als mögliche Antwort auf die zuvor geäußerte Kritik.
Epilog: Ausblick auf die Notwendigkeit einer engen Kooperation zwischen Philosophie und Psychologie zur effizienteren Behandlung von Depressionen.
Bibliographie: Auflistung der verwendeten Literatur und Quellen.
Depression, Melancholie, Psychotherapie, Philosophie, Menschenbild, Psychoanalyse, kognitive Verhaltenstherapie, Psychopharmakologie, Bio-psychosoziales Modell, Ethik, Subjektivität, Psychiatrie, Seelenkrankheit, Existenz, Psychopathologie.
Die Diplomarbeit widmet sich einer kritischen theoretischen Untersuchung der Depression. Sie beleuchtet, wie aktuelle psychologische und psychiatrische Ansätze das Störungsbild interpretieren und behandeln.
Die Arbeit verknüpft klinische Perspektiven (Verhaltenstherapie, Psychoanalyse, Psychopharmakologie) mit geisteswissenschaftlichen und philosophischen Überlegungen zur Natur des Menschen und seines Leidens.
Das Ziel ist es, die oft rein technokratische und mechanistische Betrachtungsweise der Depression zu hinterfragen und zu prüfen, ob philosophische Perspektiven helfen können, den Menschen wieder als Subjekt und nicht nur als "Reparaturobjekt" wahrzunehmen.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die primär auf Literaturanalyse, phänomenologischen Ansätzen und der kritischen Reflexion bestehender klinischer Theorien basiert.
Im Hauptteil werden die klinischen Hauptströmungen (kognitive Verhaltenstherapie und Psychoanalyse) und ihre jeweiligen Kritiken gegenübergestellt, ergänzt um die Rolle der Psychopharmaka und die historische Herleitung des Melancholie-Begriffs.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Depression, Melancholie, Philosophie, Menschenbild, Psychotherapie, Subjektivität und Ethik geprägt.
Er kritisiert, dass Psychotherapie zunehmend zu einer "Heiltechnik" verkommt, die den Menschen auf messbare Symptome reduziert und dabei die seelische, existenzielle Qualität des leidenden Subjekts verliert.
Die Philosophie soll als "Königin der Wissenschaften" wieder ethische Grundlagen und ein tieferes Verständnis für das menschliche Sein in die psychologische Ausbildung und Praxis zurückbringen.
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