Bachelorarbeit, 2013
142 Seiten, Note: 1,2
Zusammenfassung (Cathrin Töpfer [CT], Anne Pallada [AP])
Einleitung (CT, AP)
1. Frühpädagogik als Beruf im Kontext der gesellschafts-historischen Entwicklung (AP)
1.1 Die Anfänge der professionellen Kinderbetreuung (AP)
1.2 Nach dem II. Weltkrieg / Kinderbetreuung in Ost und West (AP)
1.2.1 Kinderkrippen und Kindertagesstätten in der DDR (AP)
1.2.2 Kinderkrippen und Kindergärten in der BRD (AP)
1.3 Von der Betreuung zur Bildung (AP)
2. Erziehungs- und Bildungsarbeit, oder Kaffee trinken und Basteln - Ein Beruf im Spiegel der Gesellschaft (CT)
2.1 Frühkindliche Erziehung und Bildung in unserer Gesellschaft (CT)
2.2 Politische Bekenntnisse (CT)
2.3 Eltern zwischen Bedarf und Anspruch (AP)
2.4 Erzieherinnen als Bildungsdebatten Gewinner? (CT)
3. Eine kleine Berufskunde - Professionalisierung in der Frühpädagogik (AP)
3.1 Rahmenbedingungen, Zugang und Ausbildungswege (AP)
3.2 Ausbildungsinhalte und Ziele (AP)
4. Der gesellschaftspolitische Auftrag (CT)
4.1 Familienpolitik (CT)
4.2 Arbeitsmarktpolitik (CT)
4.3 Bildungspolitik (CT)
5. Überlegungen zur professionellen Identität von Erzieherinnen (AP)
5.1 Verortung der Profession (AP)
5.2 Professionelle Identität im Arbeitsfeld der Erzieherinnen (AP)
5.2.1 Wie entsteht professionelle Identität ? (AP)
5.2.2 Bestimmung professioneller Identität im Berufsfeld der Erzieherin (AP)
5.2.2.1 Indikatoren einer professionellen Identität (AP)
Zwischenfazit (CT, AP)
6. Experteninterviews als Methode (CT)
6.1 Theoretische Vorbetrachtungen zur Methodenwahl (CT)
6.1.1 Begründung der Forschungsmethode (CT)
6.1.2 Auswahl der Experten (CT)
6.1.3 Problemzentriertes, leitfadengestütztes Experteninterview
6.1.4 Vorbereitung der Durchführung (CT)
6.2 Durchführung (CT, AP)
6.2.1 Durchführung der Experteninterviews (CT, AP)
6.2.2 Interviewleitfaden (CT, AP)
6.2.3 Durchführung der Fragebogen Aktion (CT, AP)
6.3 Aufbereitung der Daten (CT, AP)
6.3.1 Transkription (CT)
6.3.2 Fragebogen (CT)
6.4 Auswertungsverfahren/Methode (CT, AP)
7. Auswertung der qualitativen Forschungsarbeit (CT)
7.1 Auswertung der Interviews (CT)
7.1.1 Extraktionsleitfaden/Extraktionstabellen (CT, AP)
7.1.1.1 Extraktionsleitfaden/Kodierleitfaden für 1. Frage (AP)
7.1.1.2 Extraktionsleitfaden/Kodierleitfaden für 2. Frage (CT)
7.1.2 Analyse der Extraktionen (CT, AP)
7.1.2.1 Analyse der Extraktionen zur Kompetenzsicherheit (AP)
7.1.2.2 Analyse der Extraktionen zur Gesellschaftlichen Wertschätzung (CT)
7.1.3 Auswertungsergebnisse (Interpretationen) (CT, AP)
7.1.3.1 Interpretation zur Kompetenzsicherheit (AP)
7.1.3.2 Interpretation zur Gesellschaftlichen Wertschätzung (CT)
7.1.3.3 Zusammenfassende Beurteilung der professionellen Identität (CT, AP)
7.2 Auswertung der Fragebögen (CT, AP)
8. Fazit (CT, AP)
Die Bachelorarbeit untersucht das professionelle Selbstbild von Erzieherinnen in Kindertagesstätten. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wo die Fachkräfte ihre eigene Profession im Spannungsfeld zwischen theoretischem Anspruch und erlebter Wirklichkeit verorten und in welchem Maße sie eine professionelle Identität ausgebildet haben.
1.1 Die Anfänge der professionellen Kinderbetreuung
Auch wenn sich berufsgeschichtlich keine direkte Entwicklungslinie herstellen lässt, kann das Gouvernantentum des 17. und 18. Jh. dennoch als ideeller Vorläufer der professionellen Betreuung von kleinen Kindern betrachtet werden. Der europäische Adel übertrug die Versorgung, Erziehung und Bildung ihrer Kinder damals zunehmend an Erziehungspersonal. Zur Versorgung der Jüngsten wurden Ammen beschäftigt, die jedoch in der Regel im zweiten Lebensjahr von der Gouvernante, oder der Erzieherin abgelöst wurde. „Bei Gouvernanten handelte es sich um gebildete Frauen, die zu einer Zeit erwerbstätig wurden, als die bürgerliche Vision der Geschlechterverhältnisse ihnen lediglich die Rolle der Gattin, Hausfrau und Mutter zugestand“4 Aufgabe der Gouvernanten war eine umfassende Bildung und Erziehung der Kinder, was ihrerseits wiederum eine hohen Bildungsgrad in diversen Bereichen wie Fremdsprachen, Kunst, Literatur, Benimm und Anstandsformen erforderte. Naturwissenschaftliche Bildung gehörte nicht zum Aufgabenbereich der
Gouvernanten, diese Zuständigkeit fiel dem Hauslehrer zu, der die Jungen des Hauses ab dem 5-7 Lebensjahr unterrichtete, während die Mädchen meist weiterhin von der Gouvernante unterrichtet wurden. Wenngleich den Gouvernanten durch ihre Berufstätigkeit einen gewissen Grad der ökonomischen Selbstständigkeit und Lösung aus tradierten Rollenbildern gelang, so waren sie ihrer Stellung nach Hausangestellte, die meist auch im Haushalt der Arbeitgeber lebten und keine eigenen Familie gründeten.
In Deutschland wandelte sich die Berufsbezeichnung der Gouvernanten während des 18. und zu Beginn des 19. Jh., im Zuge der gesellschaftlichen Ächtung der französischen Kultur, zunehmend zur Bezeichnung „Erzieherin“, ohne das damit jedoch eine nennenswerte inhaltliche oder funktionale Veränderung einher ging. Die Betreuung und Bildung fand stets innerhalb der Familie statt, und verfolgte primär eine rollenspezifische, schöngeistige und ethische Bildung und fürsorgliche Betreuung der Kinder.
Frühpädagogik als Beruf im Kontext der gesellschafts-historischen Entwicklung: Dieser Abschnitt beleuchtet die geschichtliche Entstehung des Erzieherberufs, von den Gouvernanten bis hin zur institutionalisierten Kleinkindbetreuung, um den Wandel des Berufsbildes zu kontextualisieren.
Erziehungs- und Bildungsarbeit, oder Kaffee trinken und Basteln - Ein Beruf im Spiegel der Gesellschaft: Hier wird das aktuelle gesellschaftliche Stimmungsbild analysiert, das oft von Klischees über die Arbeit in Kitas geprägt ist, während gleichzeitig hohe Anforderungen an die Fachkräfte gestellt werden.
Eine kleine Berufskunde - Professionalisierung in der Frühpädagogik: Dieses Kapitel stellt die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Vielfalt der Ausbildungswege in Deutschland dar und verdeutlicht die damit verbundene Divergenz in den Qualifikationsprofilen.
Der gesellschaftspolitische Auftrag: Es wird erörtert, wie familien-, arbeitsmarkt- und bildungspolitische Zielsetzungen den Druck auf Kindertagesstätten erhöhen und den Bedarf an qualifiziertem Personal bestimmen.
Überlegungen zur professionellen Identität von Erzieherinnen: Dieser Teil theoretisiert die professionelle Identitätsbildung und diskutiert, warum diese für Erzieherinnen aufgrund der unklaren Mandate und prozesshaften Arbeitsweise besonders herausfordernd ist.
Experteninterviews als Methode: Das Kapitel begründet die Wahl des problemzentrierten, leitfadengestützten Experteninterviews und die Anwendung der qualitativen Inhaltsanalyse als adäquate Methode zur Erfassung subjektiver Erfahrungen.
Auswertung der qualitativen Forschungsarbeit: Hier werden die Ergebnisse der Interviews und Fragebögen strukturiert dargestellt, wobei Kompetenzsicherheit und gesellschaftliche Wertschätzung im Mittelpunkt stehen.
Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Befund, dass Erzieherinnen eine eher geringe professionelle Identität aufweisen, und fordert mehr Raum für professionelle Reflexion, um das Image und die Selbstwahrnehmung des Berufsstandes nachhaltig zu stärken.
Erzieherin, Berufsbild, Profession, Identitätsbildung, Frühpädagogik, Gesellschaftliche Wertschätzung, Kompetenzsicherheit, Professionalisierung, Bildungsauftrag, Experteninterview, Qualitative Inhaltsanalyse, Kindertagesstätte, Fachkräftemangel, Reflexion, Ausbildung.
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der Identität von Erzieherinnen in Kindertagesstätten und analysiert das Spannungsfeld zwischen den hohen Anforderungen der Politik und Gesellschaft sowie der erlebten Wirklichkeit des Berufsalltags.
Die zentralen Felder umfassen die Berufsgeschichte der Frühpädagogik, aktuelle bildungspolitische Entwicklungen, die Professionalisierung des Erzieherberufs sowie die subjektive Identitätskonstruktion der Fachkräfte.
Das primäre Ziel ist es, das professionelle Selbstbild von Erzieherinnen zu erforschen und zu klären, welchen Grad an professioneller Identität diese im aktuellen Arbeitsumfeld entwickeln können.
Die Autorinnen nutzen einen qualitativen Forschungsansatz, basierend auf leitfadengestützten Experteninterviews und ergänzenden Fragebögen, um Daten zu erheben und diese durch qualitative Inhaltsanalyse auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Vorbetrachtungen zu Geschichte und Politik sowie den umfangreichen Forschungsteil, in dem Expertenmeinungen zu Kompetenzsicherheit und gesellschaftlicher Anerkennung extrahiert und analysiert werden.
Wichtige Begriffe sind professionelle Identität, Kompetenzsicherheit, gesellschaftliche Wertschätzung, Frühpädagogik, Bildungsauftrag und die methodische Herausforderung der qualitativen Inhaltsanalyse.
Die Analyse zeigt, dass eine Mischung aus negativen Vorurteilen (das Klischee des "Spielens und Bastelns"), unzureichenden Arbeitsbedingungen und einer unklaren öffentlichen Darstellung des Berufsstandes die Identitätsbildung erschwert.
Reflexion wird als zentraler Bestandteil professioneller Identität identifiziert, kommt jedoch in der Praxis aufgrund knapper personeller und zeitlicher Ressourcen in vielen Einrichtungen zu kurz.
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