Masterarbeit, 2013
207 Seiten, Note: sehr gut
Einleitung
Teil I – Entwicklung des Unterrichtsprojekts und der Evaluationsstudie
1. Forschungsergebnisse zur Gewalt an alten Menschen in der Pflege
1.1 Definition von Gewalt gegen alte Menschen
1.2 Ursachen von Gewalt in der Pflege alter Menschen
1.3 Formen von Gewalt in der Pflege alter Menschen
1.4 Prävention von Gewalt in der Pflege alter Menschen
2. Gewalt gegen alte Menschen in der Pflege als Thema in der Ausbildung von Altenpfleger/innen
2.1 Gesetzliche Rahmenbedingungen
2.2 Curriculare Rahmenbedingungen
2.3 Lerntheoretische Überlegungen
2.4 Didaktisch-Methodische Überlegungen zum Unterrichtsprojekt
3. Ethische Entscheidungsfindung in der Altenpflege
3.1 Prinzipienethik
3.2 Ethik in der Pflege
3.3 Berufskodizes
3.4 Reflexionsmodell
4. Entwicklung der Forschungsfrage und des Studiendesigns
4.1 Zugrundeliegende Hypothese
4.2 Forschungsfrage
4.3 Studiendesign
4.4 Forschungsethische Überlegungen
Teil II – Durchführung des Unterrichtsprojekts und der Forschungsstudie
1. Darstellung des Unterrichtsprojekts
1.1 Teilnehmende Auszubildende
1.2 Verteilung der Unterrichtsinhalte
1.3 Zeitplanung des Unterrichtsprojekts
1.4 Durchführung des Unterrichtsprojekts
2. Datenerhebung
2.1 Der Fragebogen als Erhebungsmethode
2.2 Situation der Datenerhebung
2.3 Zeitstruktur der Datenerhebung
3 Datenauswertung
3.1 Auswertungsmethode
3.2 Regeln der Auswertung
Teil III - Darstellung der Forschungsergebnisse
1. Personalkompetenz in der Selbsteinschätzung durch die Auszubildenden in der ersten Befragung
1.1 Reflexionsfähigkeit
1.2 Kreativität
1.3 Empathiefähigkeit
1.4 Soziale Erwünschtheit und Lernziele
2. Personalkompetenz in der Selbsteinschätzung durch die Auszubildenden in der zweiten Befragung
2.1 Reflexionsfähigkeit
2.2 Kreativität
2.3 Empathiefähigkeit
2.4 Soziale Erwünschtheit und Lernziele
3. Unterschiede in den Ergebnissen der ersten und zweiten Befragung
Teil IV – Interpretation und Fazit
1. Interpretation der Forschungsergebnisse
1.1 Reflexionsfähigkeit
1.2 Kreativität
1.3 Empathiefähigkeit
1.4 Soziale Erwünschtheit und Lernziele
2. Potenzielle Bedeutung der Forschungsergebnisse
2.1 Gewaltprävention
2.2 Ethische Entscheidungsfindung
2.3 Theoretischer Teil der Altenpflege-Ausbildung
2.4 Praktischer Teil der Altenpflege-Ausbildung
3. Kritische Reflexion
3.1 Planung und Vorbereitung
3.2 Durchführung
3.3 Evaluationsstudie
3.4 Interpretation
4. Zusammenfassung und Ausblick
Ziel der Arbeit ist es, auf Basis aktueller Forschungsergebnisse zu untersuchen, welchen Einfluss ein durchgeführtes Unterrichtsprojekt zum Thema Gewaltprävention auf die Personalkompetenz von Altenpflegeschülern im dritten Ausbildungsjahr hat.
1.3 Formen von Gewalt in der Pflege alter Menschen
Sowohl Pflegekräfte, als auch zu Pflegende werden von Aspekten der kulturellen, institutionellen bzw. strukturellen und personalen Gewalt beeinflusst. Dabei stehen diese drei Formen in einem systematischen Zusammenhang.
Zur kulturellen Gewalt zählen „jene Aspekte, die dazu benutzt werden können, direkte oder strukturelle Gewalt zu rechtfertigen oder zu legitimieren“. Als Beispiel seien hier ethische, religiöse oder tradierte Werte, Ideologien aber auch Theorien, wie z. B. Altersbilder in der Gesellschaft genannt. Gesellschaftlich weitgehend unreflektiert bleibt dabei die Rolle der Medien, die mit Wortschöpfungen wie „Alterslawine“ oder „Generationenkonflikt“ Ängste schüren. Kulturelle Gewalt stellt also eine Größe dar, die vom einzelnen Menschen durchaus als statisch erlebt werden kann, da sich Veränderungen nur langsam vollziehen. Der tatsächliche Einfluss auf die Pflegekräfte und damit auch auf die zu Pflegenden findet über die Vorannahmen über Alter, Erwartungshaltungen an Pflegekräfte, das zugrundeliegende Menschenbild, das Selbstverständnis über die jeweilige Rolle und die durch die Sozialisation internalisierten Wertvorstellungen statt.
Aspekte der strukturellen Gewalt sind z. B. gesetzliche Rahmenbedingungen, Heimordnungen, Dienstpläne, Verfahrensanweisungen, aber auch „ungeschriebene“ Gesetze wie intern festgelegte Handlungsabläufe. Diese Form von Gewalt ist also nicht sichtbar und nur indirekt spürbar, aber von großer Reichweite. Durch sie wird das Machtgefälle in der Beziehung zwischen Pflegekräften und zu Pflegenden, insbesondere in der stationären Altenpflege, manifestiert, weil „repressive Strukturen durch die summierte und konzentrierte Aktion von Menschen aufrechterhalten werden.“ Kennzeichnend ist also, dass zwar kein direkter Schaden zugefügt wird und keine direkte Subjekt-Objekt-Beziehung besteht, aber dennoch ein enormer Anpassungsdruck entsteht: Pflegekräfte sind durch Personalknappheit mit daraus resultierender Arbeitssituation und Dienstplangestaltung, baulichen Gegebenheiten, fehlende Ausstattung mit Hilfsmitteln etc. belastet, was sich wiederum auf adäquate Versorgungsmöglichkeiten und die Beziehungsgestaltung zu den zu Pflegenden auswirkt und somit auf deren Lebensqualität.
1. Forschungsergebnisse zur Gewalt an alten Menschen in der Pflege: Das Kapitel beleuchtet das Phänomen Gewalt in der Altenpflege, diskutiert Definitionen und Ursachen und stellt internationale sowie nationale Forschungsansätze vor.
2. Gewalt gegen alte Menschen in der Pflege als Thema in der Ausbildung von Altenpfleger/innen: Hier werden die gesetzlichen und curricularen Rahmenbedingungen der Altenpflegeausbildung analysiert und didaktische Überlegungen für das Unterrichtsprojekt angestellt.
3. Ethische Entscheidungsfindung in der Altenpflege: Das Kapitel erörtert die Rolle der Pflegeethik und Prinzipienethik bei der professionellen Entscheidungsfindung und der Gewaltprävention.
4. Entwicklung der Forschungsfrage und des Studiendesigns: Hier werden Hypothesen aufgestellt, die Forschungsfrage definiert und das methodische Vorgehen der Evaluationsstudie sowie forschungsethische Aspekte erläutert.
1. Darstellung des Unterrichtsprojekts: Dieses Kapitel beschreibt die praktische Durchführung des Unterrichtsprojekts mit zwei Lerngruppen, inklusive der methodischen Planung und der Teilnehmerschaft.
2. Datenerhebung: Es wird die Anwendung des Messwiederholungs-Designs sowie der Einsatz und die methodische Fundierung des Fragebogens erläutert.
3 Datenauswertung: Die statistischen Verfahren wie t-Tests und Wilcoxon-Tests zur Auswertung der Fragebogendaten werden dargestellt und begründet.
1. Personalkompetenz in der Selbsteinschätzung durch die Auszubildenden in der ersten Befragung: Darstellung der Ausgangslage der Auszubildenden hinsichtlich ihrer Personalkompetenz vor dem Unterrichtsprojekt.
2. Personalkompetenz in der Selbsteinschätzung durch die Auszubildenden in der zweiten Befragung: Darstellung der Ergebnisse nach der Teilnahme am Unterrichtsprojekt.
3. Unterschiede in den Ergebnissen der ersten und zweiten Befragung: Vergleich der Messwerte beider Befragungszeitpunkte zur Ermittlung signifikanter Veränderungen.
1. Interpretation der Forschungsergebnisse: Analyse der erhobenen Daten und Diskussion der Veränderungen bei den Subskalen Reflexionsfähigkeit, Kreativität und Empathie.
2. Potenzielle Bedeutung der Forschungsergebnisse: Reflexion über die Bedeutung der Ergebnisse für die Altenpflegepraxis und -ausbildung unter Berücksichtigung des Overconfidence Effects.
3. Kritische Reflexion: Kritische Auseinandersetzung mit der methodischen Vorgehensweise und den Grenzen der eigenen Studie.
4. Zusammenfassung und Ausblick: Zusammenfassung der Kernerkenntnisse der Arbeit und Ausblick auf zukünftige Anforderungen an die Altenpflegeausbildung.
Gewaltprävention, Altenpflege, Personalkompetenz, Reflexionsfähigkeit, Empathie, Kreativität, Pflegeethik, Unterrichtsprojekt, Evaluationsstudie, Handlungskompetenz, Altenpflegeausbildung, Overconfidence Effect, Professionalisierung, Selbstwahrnehmung
Die Arbeit untersucht, wie durch ein gezieltes Unterrichtsprojekt die Personalkompetenz von Auszubildenden in der Altenpflege gesteigert werden kann, um gewaltpräventiv im Berufsalltag zu wirken.
Die zentralen Felder sind die verschiedenen Erscheinungsformen von Gewalt in der Altenpflege, die ethische Entscheidungsfindung, professionelles Handeln sowie die Förderung von Reflexionsfähigkeit und Empathie in der Ausbildung.
Die Forschungsfrage lautet, welchen Einfluss die Durchführung eines Unterrichtsprojekts zur Gewaltprävention in der Altenpflege auf die Entwicklung der Personalkompetenz in der Selbsteinschätzung der Auszubildenden hat.
Es wurde eine Evaluationsstudie im Rahmen der Praxisforschung durchgeführt, die mittels eines Pre-Tests und eines Messwiederholungs-Designs sowie statistischer Auswertung (t-Tests, Wilcoxon-Test) die Entwicklung der Auszubildenden misst.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die praktische Durchführung und Evaluation des Unterrichtsprojekts sowie die detaillierte Interpretation der statistischen Ergebnisse in Bezug auf die Gewaltprävention.
Gewaltprävention, Personalkompetenz, Altenpflege, Ausbildung, Reflexionsfähigkeit, Empathie, Ethische Entscheidungsfindung.
Sie ist zentral, da Pflegekräfte durch Reflexion eigene Handlungen kritisch hinterfragen und so institutionelle oder personelle Gewaltursachen erkennen und vermeiden können.
Die Autorin vermutet, dass die Auszubildenden ihre Kompetenzen teils überschätzen, was durch sehr hohe Mittelwerte in der Selbsteinschätzung und Korrelationen mit sozialer Erwünschtheit gestützt wird.
Kreativität ist notwendig, um in komplexen, oftmals defizitären Pflegesituationen alternative Handlungswege zu finden, die den ethischen Ansprüchen und dem Patientenwohl gerecht werden.
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