Diplomarbeit, 2004
121 Seiten, Note: sehr gut
Vorwort
Einleitung
1. Grundbegriffe
1.1. Geistige Behinderung
1.2. Psychische Behinderung
1.3. Landwirtschaft
1.4. Gartenbau
1.5. Arbeitstherapie
2. Arbeit und Beschäftigung im Leben von Menschen mit geistiger und seelischer Behinderung
2.1. Arbeit als zentrale Kategorie menschlichen Lebens
2.2. Bedeutungsaspekte und Funktionen von Arbeit für Menschen mit geistiger und seelischer Behinderung
2.3. Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit geistiger und seelischer Behinderung
2.3.1. Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM)
2.3.2. Lebens- und Arbeitsgemeinschaften
2.3.3. Herkömmliche Betriebe auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
2.3.4. Firmen für psychisch Kranke
3. Landwirtschaft und Gartenbau als Beschäftigungsbereich für Menschen mit geistiger und seelischer Behinderung
3.1. Geschichtliche Entwicklung der Arbeit von Menschen mit geistiger und seelischer Behinderung in Land- und Gartenbau
3.2. Die Situation von Land- und Gartenbau als Beschäftigungsbereich für Behinderte in der Bundesrepublik Deutschland
3.3. Anforderungen an Arbeitsplätze für Menschen mit geistiger und seelischer Behinderung in Land- und Gartenbau
3.4. Therapeutische Aspekte des Land- und Gartenbaus
3.4.1. Feld- und Gartenarbeit
3.4.2. Arbeit mit Nutztieren
4. Schwierigkeiten und Grenzen in Land- und Gartenbau mit geistig und seelisch Behinderten
5. Empirischer Teil
5.1. Methodische Grundlagen
5.1.1. Teilnehmende Beobachtung
5.1.2. Qualitatives Interview
5.2. Darstellung der Ergebnisse
5.2.1. Gesundheitszentrum Marbachshöhe in Kassel
5.2.2. Ekkharthof in Lengwil
5.2.3. Hofgut in Hofgeismar (Baunataler Werkstätten)
5.2.4. Kasseler Werkstatt in Kaufungen
5.2.5. Werkhof Drusel in Kassel
5.2.6. Hofgut Rocklinghausen bei Twiste
5.3. Zusammenfassende Darstellung und Auswertung der Ergebnisse
6. Resümee
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die theoretische Erarbeitung der Chancen und therapeutischen Wirkungsweisen sowie der Probleme und Grenzen in der landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Arbeit mit geistig und seelisch behinderten Menschen, ergänzt durch eine empirische Untersuchung in sechs ausgewählten Einrichtungen.
Die Arbeit mit Nutztieren
Genauso wie die Arbeit mit Pflanzen und Erde kann auch die Beschäftigung mit Tieren einen heilenden Einfluss auf den Menschen haben. Der Anblick eines Tieres oder der Hautkontakt beim Streicheln kann beim Menschen Reaktionen und Gefühle der Zuneigung auslösen (MEISS 1993 in: AGÖL 1994, S. 45). Solch eine emotionale Anregung durch den Tierkontakt, „die Nähe zu etwas „Natürlichem“ geschieht auch bzw. gerade weil dem nicht ein Konzept zugrunde liegt, sondern weil die gesuchte Nähe zu einem Tier ein spontaner Impuls ist“ (GEBHARD 2000 in: SIMANTKE 2000, S. 17).
Bei der Beschäftigung Behinderter kann der Tierkontakt als wichtige Grundlage für die therapeutische Arbeit genutzt werden. Der Umgang mit Tieren macht es dem Betreuten möglich, verschiedene Verhaltensweisen zu erproben. Durch Versorgung und Pflege eines Tieres wird das Selbstvertrauen gestärkt und Rollenverständnis sowie Verantwortung erprobt. Die Arbeit mit Nutztieren dient dem Menschen mit Behinderung dazu, Zusammenhänge in der Nahrungskette besser begreifen und eine reale Vorstellung über die Herkunft von Lebensmitteln zu gewinnen (MEISS 1993 in: AGÖL 1994, S. 45).
Grundbegriffe: Definition und Abgrenzung der Begriffe geistige und psychische Behinderung sowie eine Einführung in die ökologische Landwirtschaft und Arbeitstherapie.
Arbeit und Beschäftigung im Leben von Menschen mit geistiger und seelischer Behinderung: Beleuchtung der Bedeutung von Arbeit als Kategorie menschlichen Lebens und Analyse von Beschäftigungsmöglichkeiten wie Werkstätten und Arbeitsgemeinschaften.
Landwirtschaft und Gartenbau als Beschäftigungsbereich für Menschen mit geistiger und seelischer Behinderung: Historische Entwicklung und Analyse des therapeutischen Nutzens von Feldarbeit und Tierhaltung.
Schwierigkeiten und Grenzen in Land- und Gartenbau mit geistig und seelisch Behinderten: Auseinandersetzung mit dem Konflikt zwischen pädagogischen Zielen und betriebswirtschaftlichen Zwängen sowie strukturellen Problemen wie Arbeitszeiten und Betreuungsschlüsseln.
Empirischer Teil: Darstellung und Auswertung von Betriebsbegehungen und Interviews in sechs verschiedenen sozialen Einrichtungen.
Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der theoretischen und empirischen Erkenntnisse zur Eignung landwirtschaftlicher Arbeit für Menschen mit Behinderung.
Landwirtschaft, Gartenbau, Geistige Behinderung, Psychische Behinderung, Arbeitstherapie, Behindertenarbeit, Ökologischer Landbau, Therapeutische Arbeit, Berufliche Integration, Werkstatt für behinderte Menschen, Nutztierhaltung, Inklusion, Arbeitsgestaltung, Persönlichkeitsentwicklung, Sozialwesen
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Menschen mit geistiger und seelischer Behinderung in landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Arbeitsbereichen und deren therapeutischen Nutzen.
Die Themen umfassen die Bedeutung von Arbeit für Menschen mit Behinderung, die therapeutische Arbeit in der Natur und mit Tieren sowie die betriebswirtschaftlichen und pädagogischen Rahmenbedingungen.
Das Ziel ist die Erarbeitung von Chancen und Grenzen dieses Arbeitsbereiches und die Überprüfung der theoretischen Thesen durch eine qualitative empirische Untersuchung.
Es werden eine Literaturanalyse sowie problemzentrierte Interviews und teilnehmende Beobachtungen bei Besuchen in sechs verschiedenen Einrichtungen durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Behinderungsarten, die Arbeit als Lebenskategorie, spezifische Anforderungen an Arbeitsplätze im Grünen Bereich sowie eine umfassende Darstellung der Schwierigkeiten und Lösungsmöglichkeiten.
Wichtige Begriffe sind Landwirtschaft, Gartenbau, Behindertenarbeit, Arbeitstherapie, Ökologischer Landbau und berufliche Integration.
Seelisch behinderte Menschen erfordern oft einen höheren Betreuungsaufwand und können anfälliger für starke Gemütsschwankungen sein, was die Arbeit in starren Strukturen erschweren kann.
Die Arbeit mit Tieren fördert das Selbstvertrauen, bietet eine reale Lernmöglichkeit über Nahrungsketten und ermöglicht soziale Erfahrungen durch einen Partner, der die Behinderung nicht bewertet.
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