Examensarbeit, 2013
79 Seiten, Note: 2,2
1 Einleitung
2 Definitionen
2.1 Geistige Behinderung
2.2 Sexueller Missbrauch
2.3 Prävention
3 Sexueller Missbrauch bei Menschen mit geistiger Behinderung
3.1 Prävalenz von sexuellem Missbrauch von Menschen mit geistiger Behinderung
3.1.1 Studien aus dem deutschsprachigen Raum
3.1.2 Studien aus dem nordamerikanischen Raum
3.1.3 Bewertung der Studienergebnisse
3.2 Täterinnen und Täter
3.2.1 Wer sind die Täterinnen und Täter?
3.2.2 Täterstrategien
3.2.3 Täterinnen und Täter mit einer geistigen Behinderung
3.2.4 Bewertung der Ergebnisse zu Täterinnen und Tätern
3.3 Risikofaktoren für sexuellen Missbrauch
4 Prävention sexuellen Missbrauchs im Unterricht
4.1 Theoretische Grundlage von Prävention
4.1.1 Bronfenbrenners ökologischer Ansatz
4.1.2 Verbindung des ökologischen Ansatzes mit den drei Stufen der Prävention
4.1.3 Bewertung der theoretischen Überlegungen zur Prävention von sexuellem Missbrauch
4.2 Evaluierte Präventionstrainings für Erwachsene mit geistiger Behinderung
4.2.1 Verhaltenstrainings zur Prävention von sexuellem Missbrauch
4.2.2 Entscheidungsfindungstrainings zur Prävention von sexuellem Missbrauch
4.2.3 Bewertung der Präventionstrainings
4.3 Voraussetzungen für die Prävention von sexuellem Missbrauch im Unterricht
4.3.1 Fortbildung von Lehrkräften
4.3.2 Sexualaufklärung bei Menschen mit geistiger Behinderung
4.3.3 Didaktisch-methodische Überlegungen
4.4 Präventionsmöglichkeiten im Unterricht
4.4.1 Präventionsansatz Auch wir dürfen NEIN sagen!
4.4.2 Präventionsansatz Mädchen stark machen
4.4.3 Präventionsansatz Prävention - Echt stark!
4.4.4 Präventionsansatz Anna ist richtig wichtig.
4.4.5 Bewertung der Präventionsansätze
5 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob theoretische Erkenntnisse der Forschung zum Thema sexueller Missbrauch von Menschen mit geistiger Behinderung in der Schulpraxis Berücksichtigung finden. Das primäre Ziel ist es, Antworten darauf zu finden, wie Kinder und Jugendliche mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung durch adäquate und wirksame präventive Maßnahmen im Unterricht geschützt werden können.
1 Einleitung
Das Thema sexueller Missbrauch von Menschen mit geistiger Behinderung wurde lange Zeit nicht thematisiert, bzw. die Existenz dieser Problematik bestritten. In letzter Zeit rückt diese jedoch immer stärker ins Forschungsinteresse. Pionierarbeit im Bereich der Offenlegung von sexuellem Missbrauch von Menschen mit geistiger Behinderung im deutschsprachigen Raum leisteten Noack und Schmid (1994), Zemp und Pircher (1996) sowie Zemp, Pircher und Schoibel (1997). Zuvor wurde sexueller Missbrauch von Menschen mit geistiger Behinderung nur im englischsprachigen Raum thematisiert. Veröffentlichungen zu dieser Thematik bleiben dennoch nach wie vor rar, obwohl auch alle neueren Untersuchungen eindeutig belegen, dass sexueller Missbrauch von Menschen mit geistiger Behinderung nicht als Randphänomen vernachlässigt werden darf (Schröttle, Glammeier, Sellach, Hornberg, Savemann, Puhe & Zinsmeister, 2013).
Auf Grundlage der Erkenntnisse um das Vorhandensein von sexuellem Missbrauch von Menschen mit geistiger Behinderung wird in der vorliegenden Arbeit untersucht, ob die theoretischen Erkenntnisse der Forschung mittlerweile auch in der Praxis berücksichtigt werden und versucht Antworten darauf zu finden, wie sexueller Missbrauch möglichst früh auch schon im Kindes- und Jugendalter durch präventive Maßnahmen im Unterricht verhindert werden kann. Hierbei wird der Fragestellung nachgegangen, ob es adäquate und wirksame Präventionsmöglichkeiten für den Unterricht gibt, die speziell auf die besonderen Bedürfnisse und die individuellen Lernvoraussetzungen von Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung zugeschnitten sind.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die langjährige Vernachlässigung des Themas in der Forschung und definiert die zentrale Fragestellung nach wirksamen Präventionsmöglichkeiten im Unterricht für Schüler mit geistiger Behinderung.
2 Definitionen: In diesem Kapitel werden die zentralen Fachbegriffe „geistige Behinderung“, „sexueller Missbrauch“ und „Prävention“ auf Grundlage medizinischer und sozialwissenschaftlicher Klassifikationen bestimmt.
3 Sexueller Missbrauch bei Menschen mit geistiger Behinderung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über Prävalenzstudien, Täterprofile, Täterstrategien sowie spezifische Risikofaktoren, die Menschen mit geistiger Behinderung besonders gefährden.
4 Prävention sexuellen Missbrauchs im Unterricht: Hier werden theoretische Grundlagen wie der ökologische Ansatz nach Bronfenbrenner diskutiert und verschiedene Präventionsprogramme sowie deren Eignung für den schulischen Kontext kritisch bewertet.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass das Forschungsfeld trotz seiner Relevanz unterentwickelt ist und die aktuellen Präventionsprogramme im schulischen Bereich deutliche Defizite hinsichtlich Evaluation und Passgenauigkeit aufweisen.
Sexueller Missbrauch, geistige Behinderung, Prävention, Unterricht, Förderschule, Risikofaktoren, Täterstrategien, Präventionstraining, Sexualaufklärung, Förderbedarf geistige Entwicklung, Inklusion, Schutzkonzept, Schülerinnen und Schüler, Empowerment, Selbstbestimmung
Die Arbeit befasst sich mit dem Schutz von Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung vor sexuellem Missbrauch durch präventive Maßnahmen im schulischen Kontext.
Zentrale Themen sind die Prävalenz von Missbrauch, Täterprofile, Risikofaktoren sowie eine kritische Analyse von sexualpädagogischen Präventionsansätzen.
Die Autorin untersucht, ob es adäquate und wirksame Präventionsmöglichkeiten für den Unterricht gibt, die speziell auf die Bedürfnisse und Lernvoraussetzungen von Schülern mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung zugeschnitten sind.
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die bestehende Studien, Evaluationsberichte und lehrplanbezogene Konzepte theoretisch aufbereitet und kritisch reflektiert.
Der Hauptteil behandelt theoretische Rahmenmodelle, analysiert evaluierte Trainings für Erwachsene und bewertet praxisnahe Präventionsansätze für den Unterricht.
Die wichtigsten Begriffe sind sexueller Missbrauch, geistige Behinderung, Prävention, Unterricht, Täterstrategien und Förderbedarf geistige Entwicklung.
Menschen mit geistiger Behinderung sind aufgrund von Abhängigkeitsverhältnissen, Kommunikationsbarrieren und gesellschaftlichen Stereotypen einem erhöhten Missbrauchsrisiko ausgesetzt, während gleichzeitig die Aufklärung oft vernachlässigt wird.
Der Autor stuft die aktuell vorhandenen Programme als weitgehend unzureichend ein, da sie oft nicht evaluiert sind, kaum Langzeiteffekte nachweisen und die spezifischen Lernvoraussetzungen der Zielgruppe oft unzureichend berücksichtigen.
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