Bachelorarbeit, 2014
45 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Untersuchungsmaterial
2.1 Bearbeitung des Untersuchungsmaterials
3. Allgemein-übersetzungswissenschaftliche Theorien und deren Anwendung auf die Synchronisation
3.1 Die strukturalistische Betrachtungsweise
3.2 Die prototypologische Betrachtungsweise
3.3 Die texttypologische Betrachtungsweise
3.4 Die soziokulturelle Betrachtungsweise
4. Ausgewählte Aspekte der „parole-Übersetzung“
4.1 Auditive Aspekte
4.1.1 Die Stimme
4.1.2 Der Akzent
4.2 Visuelle Aspekte
4.2.1 Mimik und Gestik
4.2.2 Lippensynchronität
4.2.2.1 Quantitative/Temporale Lippensynchronität
4.2.2.2 Qualitative Lippensynchronität
5. Beschreibung des kulturellen Transfers an Hand der rhetorischen Figurenlehre
5.1 Einzelne Grundtypen der Filmsynchronisation
5.1.1 Gesprochene, gesungene Worte (Auslassungen)
5.1.2 Gesprochene, gesungene Worte (Hinzufügungen)
5.1.3 Gesprochene, gesungene Worte (Austausch)
5.1.4 Geräusche (Übernahme)
6. Fazit
Anhang: Dialogbuch
Die vorliegende Arbeit untersucht den kulturellen Transfer und die linguistischen Herausforderungen bei der Synchronisation von Spielfilmen. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie technische Anforderungen des Tonfilms – insbesondere die Notwendigkeit von Lippensynchronität und der Anpassung an den Habitus der Schauspieler – die Übersetzung von der Ebene der reinen "langue" zur "parole" verschieben und so eine eigenständige, von audiovisuellen Zwängen determinierte Übersetzungsform erfordern.
3.1 Die strukturalistische Betrachtungsweise
Als Vertreter der strukturalistischen Betrachtungsweise sieht Levy in einem literarischen Werk die künstlerisch-subjektive Wahrnehmung einer objektiven Umgebung. Der Inhalt dieses „Schöpfungsvorgangs“ wird als „Information“ gesehen, die der Übersetzer adäquat in die Zielsprache zu übertragen hat. Die Textform hingegen muss nur dann beibehalten werden, wenn sie bezogen auf den Inhalt eine semantische Funktion besitzt. Während die Übersetzung in vorangehenden Betrachtungsweisen häufig als eigenständige Kunst interpretiert wurde, betrachtet sie Levy also eher als „Dienstleistung an die Kunst“. Die Übertragung in die Zielsprache solle sich am Zielpublikum orientieren, jedoch ohne dass die „Information“, also der ästhetische Wert, der Sprache verlorengehe. Da sich die „Bedeutungen und ästhetischen Werte der Sprachen nicht decken“14, verlangt eine gute Übersetzung automatisch nach einem Kompromiss. Sich von der Übersetzung als reiner Kunstform abgrenzend, entwickelte Levy ein Schema, mit dem produktionsorientiert übersetzt werden konnte, ohne jedoch ästhetische Sprachaspekte außen vor zu lassen. Dementsprechend unterteilte er die Texte in verschiedene Gattungen, darunter auch die Synchronisation, und bestimmte für die jeweiligen Gattungen, welche Sprachaspekte in ihrer Übersetzung variabel und welche invariabel sind.15
1. Einleitung: Die Einleitung diskutiert das Spannungsfeld zwischen wörtlicher und sinngemäßer Übersetzung und positioniert die Synchronisation als eine von audiovisuellen Zwängen geprägte Sonderform der Übersetzung.
2. Untersuchungsmaterial: Dieses Kapitel stellt die ausgewählte Szene aus Jim Jarmuschs Film „Down by Law“ vor und erläutert die Kriterien der Filmauswahl sowie die technische Bearbeitung des Materials für die Analyse.
3. Allgemein-übersetzungswissenschaftliche Theorien und deren Anwendung auf die Synchronisation: Es werden verschiedene translationstheoretische Modelle erläutert und ihre Anwendbarkeit auf die spezifischen Bedingungen der Filmsynchronisation kritisch geprüft.
4. Ausgewählte Aspekte der „parole-Übersetzung“: Dieses Kapitel untersucht auditive und visuelle Faktoren, die bei der Synchronisation von Bedeutung sind, darunter Stimme, Akzent, Mimik, Gestik und die Lippensynchronität.
5. Beschreibung des kulturellen Transfers an Hand der rhetorischen Figurenlehre: Basierend auf einem Kategorienschema werden Grundtypen der Synchronisation wie Auslassungen, Hinzufügungen und Austausch anhand konkreter Dialogbeispiele analysiert.
6. Fazit: Das Fazit resümiert, dass eine einheitliche, allgemeingültige Theorie für die Synchronisation aufgrund der Einzelfallabhängigkeit schwer zu fassen ist, betont jedoch die Bedeutung der Synchronisation für die Quantität des kulturellen Austauschs.
Synchronisation, Translationstheorie, Filmuntertitelung, Lippensynchronität, kultureller Transfer, Linguistik, Audiovisuelle Medien, Rhetorik, parole, langue, Filmanalyse, Synchronsprecher, Dialogbuch, Filmdubbing, Übersetzungswissenschaft.
Die Arbeit analysiert die theoretischen und praktischen Herausforderungen der Filmsynchronisation unter besonderer Berücksichtigung des kulturellen Transfers und der technischen Zwänge des Tonfilms.
Zentrale Themen sind die theoretische Verortung der Synchronisation, die Analyse paralinguistischer Merkmale und die Anwendung rhetorischer Kategorien auf den Übersetzungsprozess.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie technische Faktoren der Synchronisation die Wahl der Übersetzungsmethode bestimmen und warum eine einfache "langue"-basierte Übersetzung oft nicht ausreicht.
Die Arbeit kombiniert übersetzungswissenschaftliche Theorien (Levy, Snell-Hornby, Reiß) mit einer praktischen Analyse eines eigens synchronisierten Werkstücks aus "Down by Law".
Der Hauptteil erörtert auditive und visuelle Aspekte wie Stimme, Akzent und Lippensynchronität und untersucht mittels rhetorischer Figuren, wie kultureller Transfer im Film konkret erfolgt.
Kernbegriffe sind Synchronisation, kultureller Transfer, Lippensynchronität, parole, Audiovisuelle Medien und Übersetzungswissenschaft.
Im Gegensatz zu reinen Textübersetzungen ist die Synchronisation durch ein unveränderliches Bild determiniert, was eine stärkere Fokussierung auf die "parole" und die Synchronität von Wort und Lippenbewegung erfordert.
Sie dient als Kategorienschema, um die Veränderungen zwischen Ursprungs- und Synchronfassung (wie Auslassungen oder Hinzufügungen) systematisch greifbar zu machen.
Es verdeutlicht, dass eine direkte interkulturelle Entsprechung, wie z.B. die Übertragung eines italienischen Akzents in eine deutsche Synchronfassung, möglich ist, sofern die assoziative Wirkung auf den Charakter erhalten bleibt.
Die Arbeit verdeutlicht, dass unterschiedliche Sprachstrukturen, Sprechgeschwindigkeiten und die Notwendigkeit, den Charakter einer Rolle zu wahren, oft zu notwendigen Kompromissen führen, die die "perfekte" qualitative Synchronität einschränken.
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