Bachelorarbeit, 2013
51 Seiten
1 Begriffsklärung
1.1 Mediation
1.1.1 Die fünf Phasen der Mediation
1.1.2 Schulmediation
1.2 Soziales Lernen
1.3 Kommunikation
1.3.1 Das Vier-Ohren-Modell
1.3.2 Gewaltfreie Kommunikation
1.3.3 TZI – Themenzentrierte Interaktion nach Ruth Charlotte Cohn
1.4 Konflikt
1.5 Fallstudie
2 Das Evaluationsprojekt
2.1 Die Erhebung
2.1.1 Dokumentenanalyse der Protokolle
2.1.1.1 Erste Auswirkung, die bemerkt wurde: Selbstreflexion
2.2 Direkte Befragungen und Beobachtungen
2.2.1 Gruppendiskussion
2.2.2 Die Interviews mit der Direktorin und den Lehrerinnen
2.3 Validierung der Ergebnisse
2.4 Auswertung der Ergebnisse
3 Fazit
3.1 Nachwort
Die vorliegende Arbeit untersucht die langfristigen Auswirkungen professioneller Schulmediation aus der Perspektive der beteiligten Schülerinnen, Lehrerinnen und der Schulleitung, um zu evaluieren, inwieweit diese Intervention zur Konfliktlösung und zur Förderung eines wertschätzenden Miteinanders beiträgt.
2.1.1.1 Erste Auswirkung, die bemerkt wurde: Selbstreflexion
Gleich in der ersten Einheit mit den SchülerInnen wurde eine Auswirkung durch einen Schüler registriert.
Bei einer Partnerarbeit sollten immer zwei zusammenarbeiten. Sie stellten einander Fragen, um den anderen in der Folge der Klasse vorstellen zu können. Die Schülerin S weigerte sich, mit dem Schüler V zu arbeiten - beide waren bei der Paarbildung alleine geblieben. S' Verhalten wurde respektiert, ihr Gefühl dazu leise – indem sich die Mediatorin zu ihr beugte – hinterfragt: „Wie geht es dir jetzt?“ S war erstaunt, dass ihr „Nein“ so schnell respektiert wurde. Zögerlich erzählte S ein bisschen über ihre häuslichen Bedingungen und meinte abschließend: „Bitte sagen sie V, dass das nichts mit ihm zu tun hat, sondern mit meiner Situation!“ Als V das verstand, meinte sein Nachbar, der mithörte, anerkennend: „Das hätte S früher nie g'sagt. Die wäre ausgezuckt!“
Wodurch kam es zu so einer ruhigen Erklärung von S? War es der ihr entgegengebrachte Respekt, die Zeit, die ihr durch die Mediatorin entgegengebracht wurde? Was wirkte? Die Auswirkung war erkennbar: S dachte über sich nach – Selbstreflexion! (vgl. Protokoll, 02.12.2010)
Im Protokoll wurde festgehalten, dass die SchülerInnen in der darauf folgenden Pause mehr plauderten. Dies teilte auch die Klassenlehrerin vor der folgenden Einheit mit.
Nun war das ja noch keine Konfliktbearbeitung, aber es waren zuerst die Bedingungen zu schaffen, einen Konflikt gewinnbringend bearbeiten zu können.
1 Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert die zentralen theoretischen Grundlagen der Mediation, des sozialen Lernens, der Kommunikation sowie des Konfliktbegriffs.
2 Das Evaluationsprojekt: Hier wird der methodische Rahmen der durchgeführten Einzelfallstudie beschrieben, einschließlich der Datenerhebung durch Dokumentenanalyse, Gruppendiskussionen und Experteninterviews.
3 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach Mediation maßgeblich zur Kompetenzerweiterung, zum Wohlbefinden und zur nachhaltigen Friedensförderung an der Schule beiträgt.
Schulmediation, Konfliktlösung, Soziales Lernen, Gruppendynamik, Einzelfallstudie, Kommunikation, Selbstreflexion, Gewaltprävention, Klassengemeinschaft, Pädagogik, Mediation, Schulklima, Professionalität.
Die Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen professioneller externer Mediation in einer Schulklasse und deren Wahrnehmung durch Schülerinnen, Lehrkräfte und die Schulleitung.
Die Themenfelder umfassen die Verbesserung des Klassenklimas, die Förderung sozialer Kompetenzen, die Entlastung der Lehrkräfte sowie die Bedeutung einer konstruktiven Konfliktkultur.
Das primäre Ziel ist es, die Wirkung von Mediation zu erforschen, die über den akuten Konfliktfall hinausgeht, und zu zeigen, wie Schülerinnen und Lehrerinnen davon profitieren.
Die Arbeit basiert auf einer explorativen Einzelfallstudie, die qualitative Methoden wie Dokumentenanalyse, Gruppendiskussionen und Experteninterviews nutzt.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Erhebung, der Auswertung der Plakate der Schülerinnen sowie der Analyse der Lehrer- und Direktoreninterviews zur Bestimmung der Wirkungsweise der Mediation.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Schulmediation, Klassengemeinschaft, Konfliktlösung, Soziales Lernen und Selbstreflexion.
Da die Originalprotokolle der Mediatoren aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht werden durften, wurden sie für die Arbeit anonymisiert und lediglich auszugsweise wiedergegeben.
Der Begriff "Weltklasse" entstand während einer Gemeinschaftsübung der Schülerinnen und symbolisiert das neue Wir-Gefühl und die Wertschätzung der kulturellen Vielfalt innerhalb der Klassengemeinschaft.
Die Autorin stellt fest, dass Mediation Lehrkräfte spürbar entlastet, da sie durch die Begleitung nicht mehr allein mit Konflikten kämpfen müssen, sondern aktiv Hilfe anfordern und annehmen können.
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