Diplomarbeit, 2012
81 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Ziele der Arbeit
1.2 Aufbau und Vorgehensweise
2. Historische und gesellschaftliche Betrachtung des Glücksspiels
2.1 Das Glücksspiel vom Ursprung bis zur Neuzeit
2.1.1 Das Glücksspiel in der Antike
2.1.2 Das Glücksspiel im Mittelalter
2.1.3 Das Glücksspiel in der Neuzeit
2.1.3.1 Das „6 aus 49“ Lotto in Deutschland
2.1.4 Die Geschichte der Sportwette
2.1.4.1 Die Geschichte der Oddset-Wette
3. Theoretische Grundlagen zum Glücksspielmarkt in Deutschland
3.1.1 Glücksspiele
3.1.2 Wetten
3.1.3 Gewinnspiele
3.1.4 Geschicklichkeitsspiele
4. Sozioökonomische Herausforderungen im Rahmen von Sportwetten
4.1 Kanalisierung in den legalen Markt
4.2 Bekämpfung der Spielsucht
4.2.1 Die European Gaming and Betting Association
4.3 Jugend- und Spielerschutz
4.4 Abwehr von Betrug und Kriminalität
4.5 Integrität des Sports
5. Rechtlicher Rahmen der Glücksspielregulierung
5.1 Verfassungsrechtliche Entwicklungen bis 01. Januar 2008
5.1.1 Der Lotteriestaatsvertrag vom 1. Juli 2004
5.1.2 Das Sportwetten-Urteil des BVerfG vom 28. März 2006
5.1.3 Der Glücksspielstaatsvertrag vom 01. Januar 2008
5.2 Unionsrechtliche Hintergründe der Regulierung
5.2.1 Das Zenatti-Urteil vom 21. Oktober 1999
5.2.2 Das Gambelli-Urteil vom 06. November 2003
5.2.3 Das Placanica-Urteil vom 06. März 2007
5.2.4 Zwischenfazit
5.2.4 EuGH-Entscheid vom 8. September 2010
6. Reflektion der aktuellen Rechtslage
6.1 Der 1. GlüÄndStV vom 7. Dezember 2011
6.1.1 Regulierung von Sportwetten
6.1.1.1 Zielsetzungen
6.1.1.2 Werbung und Vertrieb
6.1.1.3 Wettmöglichkeiten
6.1.1.4 Konzessionsmodell
6.1.1.5 Besteuerung
6.1.2 Regulierung der Lotterien
6.1.3 Notifizierungsverfahren der EU-Kommission
6.2 Das Schleswig-Holsteinische Glücksspielgesetz vom 20. Oktober 2011
7. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegende Reform des deutschen Sportwettenmarktes vor dem Hintergrund des auslaufenden staatlichen Monopols und der zunehmenden Liberalisierung. Das primäre Ziel ist es, die Vereinbarkeit der nationalen Regulierungsansätze (insbesondere des Glücksspielstaatsvertrags und des Schleswig-Holsteinischen Glücksspielgesetzes) mit den Anforderungen der Europäischen Union, insbesondere der Dienstleistungs- und Niederlassungsfreiheit, kritisch zu bewerten und die sozioökonomischen Auswirkungen wie Spielsucht, Kanalisierung in den legalen Markt und Betrugsprävention zu analysieren.
2.1 Das Glücksspiel vom Ursprung bis zur Neuzeit
Das Spiel ist der Ursprung der Kulturen, begründend für seine Entstehung und für seine Entwicklung. Dieser Überzeugung ist zumindest der renommierte Kulturhistoriker Huizinga, der im Jahr 1938 den Ausdruck „Homo ludens“, den Spielenden Menschen als alternative Evolutionstheorie zum „Homo sapiens“, dem vernünftigen Menschen und dem „Homo faber“, dem schaffenden Menschen begründete (Müller, 2006). Auch wenn dieser Ansatz nicht frei von Zweifeln ist und von einigen Wissenschaftlern in seiner Schlüssigkeit hinterfragt wird, so suggeriert er trotzdem, dass das Spielen für den Menschen schon früh in der Geschichte von Bedeutung gewesen sein muss. Zudem findet die Theorie Huizingas Anklang durch zahlreiche historische Befunde, nach denen Glück und Zufall schon weit vor Christi Geburt von eminenter Bedeutung für Handlungen von Menschen im Zusammenhang mit wichtigen Fragen gewesen sind.
„Es wurden Kriege ausgerufen und über Leben und Tod entschieden, ohne sich in letzter Konsequenz seiner Vernunft zu bedienen. Vielmehr vertraute man gerade bei wichtigen Entscheidungen sehr häufig allein auf die Prophezeiung eines Orakels.“ (Romeike/Müller-Reichert, 2005, S.28).
Ein Beispiel ist etwa das Orakel von Delphi im 8. Jahrhundert v. Chr., durch das die Relevanz einer höheren Macht für die damalige Gesellschaft als Entscheidungs- und Orientierungshilfe herausgestellt wird. Auch der dem Gott Apollo geweihte Tempel in Delphi war Zufluchtsort ganzer Menschenmengen, die das Orakel um Rat in sämtlichen Streitfällen aufsuchten. Sogar große Herrscher sollen sich bei politischen Entscheidungen beraten haben lassen. So wurden etwa die Verfassungen von Athen und Sparta erst verabschiedet, nachdem das Orakel diesen nicht widersprach (Schönbein, 2008). Ein weiteres bekanntes Beispiel stammt aus der Antike. „Alea iacta est“.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Reform des deutschen Sportwettenmarktes ein und erläutert die Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2. Historische und gesellschaftliche Betrachtung des Glücksspiels: Dieses Kapitel arbeitet die geschichtliche Entwicklung des Glücksspiels von der Antike bis zur Neuzeit auf und beleuchtet die Entstehung der Sportwette.
3. Theoretische Grundlagen zum Glücksspielmarkt in Deutschland: Es erfolgt eine definitorische Abgrenzung der verschiedenen Glücksspielformen wie Lotterien, Wetten, Gewinnspiele und Geschicklichkeitsspiele.
4. Sozioökonomische Herausforderungen im Rahmen von Sportwetten: Das Kapitel analysiert Herausforderungen wie die Kanalisierung in den legalen Markt, die Bekämpfung der Spielsucht sowie den Jugend- und Spielerschutz.
5. Rechtlicher Rahmen der Glücksspielregulierung: Hier werden verfassungsrechtliche Entwicklungen und die unionsrechtlichen Hintergründe durch diverse EuGH-Urteile in Bezug auf die deutsche Regulierung untersucht.
6. Reflektion der aktuellen Rechtslage: Dieses Kapitel reflektiert den Glücksspieländerungsstaatsvertrag und das Glücksspielgesetz von Schleswig-Holstein unter Einbeziehung der Notifizierung durch die EU-Kommission.
7. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zur Unzureichendheit der bisherigen Regulierung zusammen und wagt eine Prognose für die zukünftige Entwicklung.
Glücksspielmarkt, Sportwetten, Sportwettenmonopol, Glücksspielstaatsvertrag, EuGH, BVerfG, Kanalisierung, Spielsuchtprävention, Jugend- und Spielerschutz, Dienstleistungsfreiheit, Konzessionsmodell, Integrität des Sports, Online-Glücksspiel, Wettbetrug, GlüÄndStV
Die Arbeit befasst sich mit der grundlegenden Reform und Regulierung des deutschen Sportwettenmarktes unter Berücksichtigung nationaler Gesetze und europäischer Vorgaben.
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte des Glücksspiels, die rechtliche Konformität von Monopolen, sozioökonomische Aspekte wie Spielsuchtbekämpfung sowie die aktuelle Situation durch den Glücksspieländerungsstaatsvertrag.
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob die aktuelle Neuordnung des Sportwettenmarktes den rechtlichen Anforderungen des EuGH und den sozioökonomischen Notwendigkeiten des Spielerschutzes tatsächlich gerecht wird.
Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche und sozioökonomische Analyse, die auf einer umfassenden Literaturrecherche sowie der Auswertung aktueller Rechtsprechung und gesetzlicher Grundlagen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Betrachtung, die theoretische Einordnung von Glücksspielarten, die Analyse sozioökonomischer Herausforderungen sowie eine detaillierte Prüfung des rechtlichen Rahmens durch EuGH- und BVerfG-Entscheidungen.
Wichtige Begriffe sind Glücksspielmarkt, Sportwettenmonopol, Kanalisierung, Spielsuchtprävention, EuGH-Rechtsprechung und Dienstleistungsfreiheit.
Die EGBA fungiert als europäischer Branchenverband, der sich für eine faire Regulierung des Online-Marktes und für die Einhaltung von Standards wie Spielerschutz und Betrugsprävention unter den Mitgliedern einsetzt.
Das Gesetz wird als liberaler und zukunftsorientierter Ansatz bewertet, der im Vergleich zum restlichen Staatsvertrag einen besseren Weg zur Kanalisierung des Marktes darstellt.
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