Examensarbeit, 2013
56 Seiten, Note: 1.3
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1. Einleitung
2. Wahl und Bedeutung des Themas
3. Forschungslage
4. Geschichte des nigerianischen Bürgerkriegs 1967-1970
4.1. Ursachen des Bürgerkrieges
4.2. Der Weg in den Bürgerkrieg
4.3. Dimension und Auswirkung des Bürgerkrieges
4.4. Propaganda
4.5. Kriegsende und Nachkriegszeit
4.6. Reintegration und die politische Ordnung in der Nachkriegszeit
5. Darstellung des Krieges in der medialen Repräsentation
5.1. These und Zielsetzung der Untersuchung
5.2. Die Konstruktion von Wirklichkeit und die Rolle der Medien
5.3. Die Privatisierung der Kriegspropaganda
5.4. Die Kriegsberichterstattung in den deutschen Medien
5.4.1. Die Berichterstattung nach der Unabhängigkeit und dem Beginn der militärischen Auseinandersetzung in ausgewählten Deutschen Zeitungen
5.4.2. Die Berichterstattung in Der Spiegel
5.4.3. Qualitative Bewertung der Berichterstattung in Der Spiegel
6. Fazit und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Berichterstattung über den Biafrakrieg in deutschen Printmedien, wobei insbesondere die Rolle von Presseagenturen bei der Beeinflussung der öffentlichen Meinung und deren Auswirkungen auf die deutsche Gesellschaft analysiert wird.
5.2. Die Konstruktion von Wirklichkeit und die Rolle der Medien
Die menschliche Wahrnehmung stellt zusammen mit der Kommunikation ein System dar, welches durch eine Vielzahl von Filtern bestimmt ist. Jeder Reiz und jede Wahrnehmung wird durch das Wissens- und Wertesystem des Beobachters geleitet. Der Beobachter ordnet die Informationen, Ereignisse und Eindrücke in bekannte Strukturen ein und konstruiert aufgrund von Hintergrundinformationen, Vorurteilen und Vorkenntnisse ein eigenes Bild. Gibt nun der Beobachter sein „Bild“ weiter, so ist das von ihm wahrgenommene Ereignis, bzw. die Information bereits durch sein eigenes Denk- und Wertesystem bestimmt und wird dementsprechend gewichtet und formuliert weitergegeben.
Diese beschriebene Konstruktion von Wirklichkeit ist nicht nur individuell möglich, sondern auch kollektiv, wenn eine Gruppe von Personen gemeinsame Erfahrungen, Werte und Vorkenntnisse teilen. Der Vorgang kann unbewusst ablaufen, er kann aber auch ein manipulierter Prozess sein. Bei einem manipulierten Prozess der Wirklichkeitskonstruktion, wird das Wissen ausgenutzt, um bestimmte Wahrnehmungsmuster anzusprechen.
Möglichkeiten der Beeinflussung durch die Massenmedien bestehen vor allem in der Auswahl gezielter Informationen, in ihrer Bewertung und Gewichtung. Als Vermittler von Informationen und Wissen haben die Massenmedien eine gewisse Machtposition inne, da sie das Wirklichkeitsbild ihrer Rezipienten bewusst oder unbewusst bestimmen. Public Relations haben primär eine organisatorische Funktion und erbringen interessengeleitete Selbstdarstellungen. Dabei verfolgt die PR-Agentur Einzelinteressen, in dem sie Entwürfe der „Wirklichkeit“ eines Auftraggebers verbreiten.
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Wahrnehmung des afrikanischen Kontinents in den Medien und definiert den Biafrakrieg als zentralen Untersuchungsgegenstand für eine kritische Medienanalyse.
2. Wahl und Bedeutung des Themas: Dieses Kapitel erläutert das persönliche Interesse des Autors am Thema und beschreibt die sozioökonomischen Ursachen sowie die ethnische Dynamik, die zum Ausbruch des Biafrakrieges führte.
3. Forschungslage: Hier wird ein Überblick über die bestehende Literatur zum Biafrakrieg gegeben, wobei der Schwerpunkt auf englischsprachigen Autoren sowie wichtigen deutschsprachigen Beiträgen zur Propagandaforschung liegt.
4. Geschichte des nigerianischen Bürgerkriegs 1967-1970: Das Kapitel bietet eine historische Einordnung der Konfliktursachen, des Verlaufs, der Propaganda-Strategien sowie der schwierigen Nachkriegszeit und der Reintegrationsbemühungen.
5. Darstellung des Krieges in der medialen Repräsentation: Dieser Hauptteil analysiert, wie Medien Wirklichkeit konstruieren, und untersucht detailliert die Rolle von PR-Agenturen sowie die spezifische Berichterstattung deutscher Printmedien und des "Spiegel".
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass die deutsche Afrika-Berichterstattung stark von Klischees geprägt war und dass mediale Manipulation durch PR-Agenturen einen signifikanten Einfluss auf die Wahrnehmung und den Verlauf des Konflikts hatte.
Biafrakrieg, Nigeria, Medienberichterstattung, Public Relations, Markpress, Propaganda, Genozid, Wirklichkeitskonstruktion, Afrika-Bild, Der Spiegel, Kriegskommunikation, Ethnonationalismus, Hunger, Kriegsikonographie, Medienethik
Die Arbeit untersucht, wie der Biafrakrieg in den 1960er und 70er Jahren in deutschen Printmedien dargestellt wurde und welche Rolle externe Akteure wie PR-Agenturen dabei spielten.
Die Themenfelder umfassen die Geschichte des nigerianischen Bürgerkriegs, Mechanismen der Medienmanipulation, die Rolle der Öffentlichkeitsarbeit (PR) in Kriegszeiten und die kritische Analyse von Sprachstereotypen in der Berichterstattung.
Das Ziel ist es, die gezielte Beeinflussung der Medien durch Presseagenturen aufzudecken und zu analysieren, wie diese die öffentliche Meinung in Deutschland und die Wahrnehmung Afrikas geprägt haben.
Der Autor führt eine qualitative Analyse durch, die auf der Auswertung von zeitgenössischen Printmedien, insbesondere dem Magazin "Der Spiegel", und der Heranziehung bestehender Fachliteratur zu Propagandastrategien basiert.
Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Fundierung der Medienwirkungsforschung, der Rolle der PR-Agentur "Markpress" bei der Inszenierung des Krieges und einer detaillierten Fallstudie zur Berichterstattung in deutschen Zeitungen.
Die wichtigsten Begriffe sind Biafrakrieg, Medienmanipulation, PR-Agenturen, "Der Spiegel", Wirklichkeitskonstruktion und Afrika-Berichterstattung.
Die Agentur Markpress wurde beauftragt, das Image Biafras international zu verbessern, indem sie gezielt Begriffe wie "Genozid" und "Völkermord" in die Medien brachte, um internationale Hilfe und Aufmerksamkeit zu mobilisieren.
Der Autor stuft die Berichterstattung des Spiegel als qualitativ und quantitativ ungenügend ein, da sie stark von kolonial-rassistischen Stereotypen geprägt war und das Leid in Biafra vor allem zur materiellen Schwächung des Gegners instrumentalisierte.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

