Bachelorarbeit, 2012
58 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Jugend, Jugendkulturen und deren Beziehung zur Gesellschaft
2.1. Zur Entstehung der Jugendphase und der Jugendkulturen
2.2. Jugendkulturen
2.3. Jugend in der Gesellschaft
3. Wertorientierungen im Wandel
4. Von der Generationenlagerung zur Generationengestalt
5. Die Jugend der Wendezeit
6. Die Jugend der 1990er Jahre
7. Die pragmatische Jugend
8. Fazit
Die Arbeit untersucht die Entwicklung der Wertorientierungen deutscher Jugendlicher seit der Wiedervereinigung, um zu veranschaulichen, wie sich verschiedene Jugendgenerationen in Abhängigkeit von soziokulturellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen unterscheiden.
2. Jugend, Jugendkulturen und deren Beziehung zur Gesellschaft
Die Jugend gilt als eine „Lebensphase eigener Qualität“ (vgl. Hurrelmann 2007, S. 40). Dass dem so ist, ist vor allem historisch durch die Modernisierung bedingt. Mit einsetzender Industrialisierung und Wirtschaftswachstum sind nicht nur ökonomische, sondern auch politische, soziale und kulturelle Entwicklungen verbunden (vgl. Schröder 1995, S. 15). Die mit der Modernisierung einhergehende Individualisierung in westlichen Demokratien, also die Freisetzung des Menschen aus vorgegebenen traditionellen Gesellschaftsstrukturen bei gleichzeitigem Verlust traditioneller Sicherheiten, hat Auswirkungen auf Lebensläufe und Biographien dahingehend, dass neue Formen der sozialen Einbindung entstehen (vgl. Beck 1986, S. 206f.). Stabile Lebensläufe haben durch ihre sozialintegrative Wirkung an Bedeutung gewonnen, da sie eine Richtung aufzeigen und Sicherheit vermitteln. Dem Lebensalter als gesellschaftliches Strukturmerkmal wird damit eine besondere Bedeutung beigemessen, da mit ihm bestimmte Alterstypisierungen und Altersnormen verbunden werden, die Orientierung verleihen (vgl. Kohli 1978, S. 13ff.). Die Entstehung und Ausdifferenzierung der Lebensphase Jugend ist deshalb ein gesellschaftlich hergestelltes Phänomen und unterliegt Veränderungen in Abhängigkeit des gesellschaftlichen Wandels.
Durch kulturelle, soziale und ökonomische Veränderungen können die verschiedenen Lebensphasen neu strukturiert werden. Die Gestaltungsmöglichkeiten einzelner Lebensphasen sind damit im Wesentlichen vom gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kontext abhängig. Beispielsweise trifft in vielen Entwicklungsländern das Bild des in einer Familie lebenden, eine schulische und berufliche Ausbildung absolvierenden Jugendlichen nicht zu; oft gehören Armut und Kinderarbeit zum Alltag. Die erheblichen ökonomischen, politischen, rechtlichen und kulturellen Unterschiede zwischen den Staaten und Regionen haben deshalb einen erheblichen Einfluss auf die Lebensbedingungen Heranwachsender und das jeweilige Verständnis von Jugend als Lebensphase (vgl. Scherr, 2009, S. 55). Unter der Voraussetzung einer modernisierten Gesellschaft und eines sich entwickelten materiellen Wohlstands konnte in Deutschland eine Jugendphase als Zeit der Identitätssuche und des Ausprobierens, entstehen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die subjektive Bedeutung der Jugendphase und führt in die wissenschaftliche Relevanz der Untersuchung von Jugendgenerationen unter dem Aspekt des gesellschaftlichen Wandels ein.
2. Jugend, Jugendkulturen und deren Beziehung zur Gesellschaft: Dieses Kapitel erörtert die historische Entstehung der Jugend als eigene Lebensphase sowie die Funktionen und Formen von Jugendkulturen im Kontext gesellschaftlicher Modernisierung.
3. Wertorientierungen im Wandel: Hier werden theoretische Grundlagen zum Wertwandel und die Bedeutung von Werten für die Identitätsbildung und Anpassung an gesellschaftliche Bedingungen analysiert.
4. Von der Generationenlagerung zur Generationengestalt: Das Kapitel führt in generationentheoretische Konzepte ein, um zu erklären, wie historische Ereignisse zur Herausbildung spezifischer Generationengestalten beitragen.
5. Die Jugend der Wendezeit: Untersuchung der spezifischen Sozialisationserfahrungen und Bewältigungsstrategien ostdeutscher Jugendlicher unmittelbar nach der Wiedervereinigung.
6. Die Jugend der 1990er Jahre: Analyse des Bildes einer skeptischen, unpolitischen Jugend, die mit Arbeitslosigkeit und Zukunftsunsicherheit konfrontiert war.
7. Die pragmatische Jugend: Beschreibung der Entwicklung einer leistungsorientierten und pragmatischen Jugendgeneration seit der Jahrtausendwende, die versucht, trotz schwieriger Rahmenbedingungen Ziele zu erreichen.
8. Fazit: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Jugend durch ein wechselseitiges Verhältnis zur Gesellschaft geprägt ist und keine homogene Gruppe darstellt.
Jugendphase, Wertorientierung, Wertwandel, Jugendkulturen, Generationengestalt, Wendezeit, Transformationsprozess, Sozialisation, Identitätsfindung, Arbeitslosigkeit, pragmatische Jugend, Generationenbewusstsein, Wertsynthese, Bildungsungleichheit, Zukunftszuversicht.
Die Arbeit untersucht, wie sich Wertorientierungen und Verhaltensweisen von Jugendlichen in Deutschland seit der Wiedervereinigung verändert haben und welche Rolle gesellschaftliche Ereignisse dabei spielen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Soziologie der Jugend, der Entstehung von Jugendkulturen, der theoretischen Fundierung von Generationenbildung sowie der empirischen Analyse des Wertewandels in verschiedenen Jugendkohorten.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwiefern sich die Jugendgenerationen der Wendezeit, der 1990er Jahre und der Gegenwart voneinander unterscheiden und diese Veränderungen mit soziokulturellen Gegebenheiten zu verknüpfen.
Die Arbeit basiert auf einem makrosoziologischen Vergleich verschiedener Jugendstudien (wie z.B. Shell-Jugendstudien) und nutzt theoretische Konzepte u.a. von Karl Mannheim, Helmut Fend und Helmut Klages.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Abschnitte zur Jugendphase und Generationentheorie sowie empirische Kapitel, die chronologisch die Jugend der Wendezeit, der 90er Jahre und der 2000er Jahre analysieren.
Zentrale Begriffe sind Jugendphase, Wertorientierung, Generationengestalt, Transformationsprozess, Wertsynthese und Sozialisation.
Die Wiedervereinigung stellte einen tiefgreifenden Transformationsschock dar, der zu unterschiedlichen Sozialisationserfahrungen führte und die Notwendigkeit aufzeigte, die Auswirkungen auf Werte und Identität der betroffenen Jugendkohorte zu untersuchen.
Diese Generation zeichnet sich durch eine hohe Leistungsbereitschaft, Tatkraft und eine „Wertsynthese“ aus, bei der persönliche Selbstverwirklichung mit den Anforderungen einer unsicheren Arbeitswelt in Einklang gebracht wird.
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