Masterarbeit, 2014
146 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Grundlagen zum Rechtsextremismus
2.1 »Rechtsextremismus« – eine Begriffsbestimmung
2.2 Ideologieelemente des Rechtsextremismus
2.3 Ursachen rechtsextremer Einstellungen
2.4 Exkurs: Die politische Sozialisation
3 Verbreitungsgrad rechtsextremaffiner Einstellungen in Deutschland
3.1 Ergebnisse der Studie zur `Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit´
3.2 Ergebnisse der `Mitte-Studien´
3.3 rechtsextremes Einstellungspotenzial in der Gesellschaft – eine Gefahr für die Ausbreitung des Rechtsextremismus
4 Der Rechtsextremismus als Erlebniswelt
4.1 »Erlebniswelt Rechtsextremismus« – eine Begriffsbestimmung
4.2 Elemente der »Erlebniswelt Rechtsextremismus«
4.2.1 Lifestyle und Symbolik
4.2.2 Musik
4.2.3 Internetelemente
4.2.4 Aktionismus und Freizeitgestaltung
4.3 Strategien im Rahmen der »Erlebniswelt Rechtsextremismus«
4.4 »Erlebniswelt Rechtsextremismus« – eine Gefahr für die Ausbreitung des Rechtsextremismus speziell bei Jugendlichen
5 Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus im Rahmen schulischer (politischer) Bildung
5.1 Die Rolle der schulischen (politischen) Bildung – eine Einordnung
5.2 Ansätze politischer Bildungsarbeit gegen Rechtsextremismus
5.2.1 Historisch-politische Bildung
5.2.2 Aufklärung zu aktuellen Aspekten des Rechtsextremismus
5.2.3 Ansätze sozialen Lernens und Demokratie-Lernens
5.3 Zwischenfazit mit grundlegenden didaktisch-methodischen Gestaltungshinweisen
5.4 Exkurs: Thematisierung des Rechtsextremismus unter Beachtung des Beutelsbacher Konsens
6 Planung einer Unterrichtsreihe im Fach Sozialwissenschaften
6.1 Lernvoraussetzungen: Schülervorstellungen zum Themenkomplex Rechtsextremismus
6.2 Thematische Begründung und Einordnung in den Kernlehrplan
6.3 Auswahl des fachdidaktischen Prinzips und der Makromethode
6.4 Verlaufsplan inklusive didaktisch-methodischem Kommentar
6.5 Lernziele und Kompetenzen – Worin besteht der Lernzuwachs?
6.5.1 Hauptlernziel(e)
6.5.2 Teillernziele
6.6 Leistungsbewertung
6.7 Evaluation der Unterrichtsreihe
6.8 eigene Reflexion der Reihenplanung
7 Fazit
Die Arbeit untersucht das rechtsextreme Einstellungspotenzial in der Mehrheitsgesellschaft sowie den Erlebnisweltcharakter der rechten Szene. Ziel ist es, das Gefahrenpotenzial einer Ausbreitung rechtsextremen Denkens unter Jugendlichen zu analysieren und Möglichkeiten einer effektiven Gegenprävention im sozialwissenschaftlichen Unterricht aufzuzeigen, inklusive der Entwicklung einer eigenen Unterrichtsreihe.
4.2.1 Lifestyle und Symbolik
Im Bereich des Lifestyles und der Symbolik veränderte sich das Erscheinungsbild der Rechtsextremen in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten in der Hinsicht, dass Rechtsextreme weniger als früher an offensichtlichen Outfits, Symbolen und Kleidungsstilen als solche zu erkennen sind.
Heutzutage tragen Anhänger der rechten Szene anstelle z.B. von Springerstiefeln und Bomberjacken oft sportliche schwarze Kleidung in Form von Kapuzenpullovern, Baseball-Caps, Sonnenbrillen, Skaterschuhen und weiten Cargohosen, in manchen Kreisen der Szene auch bspw. Palästinensertücher oder Kleidung mit Che-Guevara-Motiven. Bekannte Kleidungsmarken sind dabei u.a. Thor Steinar, Consdapel und Ansgar. Diesem Wandel liegt die in der Szene vielfach vertretene Meinung zugrunde, dass nicht das Äußere, sondern vielmehr die politische Gesinnung das Wichtige und somit diese Vielfalt gerechtfertigt sei.
Zusätzlich zur Kleidung ist auch die Verwendung von Symbolen, visuellen Erscheinungsformen und Parolen vielfältiger geworden (vgl. Schuppener, 2009, S.316-320; vgl. AsP, 2008, S.14-30). Neben altbekannten Symbolen mit sehr eindeutigen Botschaften tauchen in der Szene verstärkt verschlüsselte Symbole sowie leicht abgeänderte Symbole aus der linken Szene auf. Ebenso ist die Verwendung z.B. bunter Transparente oder die Verwendung der englischen Sprache in Parolen, zumindest bei den sog. `Autonomen Nationalisten´ (AN), kein Tabu mehr (z.B. `good night left side´ oder `Capitalism kills´).
In Verbindung mit diesem erneuerten Lifestyle wird von vielen Beobachtern der Szene vom sog. `Versteckspiel´ der Codes und Marken gesprochen; die Vielfältigkeit des Bekleidungssortiments und die Unbekanntheit mancher Marken, Symbole und (Zahlen-)Codes lassen eine, vor allem für Außenstehende, genaue Zuordnung zur rechten Szene durch einen nur oberflächlichen Blick auf das Äußere nicht mehr immer zu (Schedler, 2009, S.339-342; Müller, 2009, S.30; AsP, 2008, S.1-3; Ramelsberger, 2005, S.5).
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die aktuelle Aufmerksamkeit für Rechtsextremismus in Deutschland und betont die Notwendigkeit, das Problem in der Mitte der Gesellschaft statt nur am Rand zu suchen.
2 Grundlagen zum Rechtsextremismus: Das Kapitel definiert den Begriff Rechtsextremismus, analysiert zentrale Ideologieelemente und beleuchtet Ursachen sowie den politischen Sozialisationsprozess.
3 Verbreitungsgrad rechtsextremaffiner Einstellungen in Deutschland: Es werden repräsentative Studien wie die "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" (GMF) und die "Mitte-Studien" analysiert, um das Einstellungspotenzial in der Gesellschaft zu quantifizieren.
4 Der Rechtsextremismus als Erlebniswelt: Der Fokus liegt auf dem "Erlebnisweltcharakter" der rechten Szene, ihren modernen Rekrutierungsstrategien und der ästhetischen Tarnung von Ideologien.
5 Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus im Rahmen schulischer (politischer) Bildung: Dieses Kapitel diskutiert die Rolle der Schule bei der Prävention und evaluiert verschiedene didaktische Ansätze wie historisch-politische Bildung und soziales Lernen.
6 Planung einer Unterrichtsreihe im Fach Sozialwissenschaften: Es wird eine für die Oberstufe ausgearbeitete Unterrichtsreihe präsentiert, die auf Handlungsorientierung basiert und eine Analyse der rechten Erlebniswelt umfasst.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer nachhaltigen, gesamtgesellschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus.
Rechtsextremismus, Politische Bildung, Erlebniswelt, Antisemitismus, Rassismus, Präventionsarbeit, Jugendkultur, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Sozialisation, Demokratieerziehung, Ideologie, Schulunterricht, Mitte-Studien, Radikalisierung, Politische Kultur
Die Arbeit untersucht, wie rechtsextremes Gedankengut durch eine modernisierte "Erlebniswelt" speziell Jugendliche anspricht und wie Schulen präventiv darauf reagieren können.
Die Schwerpunkte liegen auf der Ideologie des Rechtsextremismus, der Verbreitung rechtsextremer Einstellungen in der Mitte der Gesellschaft und den Möglichkeiten politischer Bildungsarbeit.
Ziel ist es, ein realistisches Problembewusstsein für die aktuelle Lage des Rechtsextremismus zu schaffen und eine fachdidaktisch fundierte Unterrichtsreihe zur Prävention zu entwickeln.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung empirischer Studien (GMF, Mitte-Studien) und einer fachdidaktischen Konzeption.
Der Hauptteil gliedert sich in einen fachwissenschaftlichen Teil (Grundlagen, Verbreitung, Erlebniswelt) und einen fachdidaktischen Teil (Schulische Prävention, Unterrichtsplanung).
Die wichtigsten Schlagworte sind Rechtsextremismus, Erlebniswelt, Politische Bildung, Prävention und Einstellungspotenzial.
Weil die rechte Szene durch Lifestyle, Musik und Internet die Einstiegsschwelle senkt und Jugendliche dort abholt, wo sie sich in ihrem Alltag bewegen, oft ohne dass die Inhalte sofort als politisch extremistisch erkennbar sind.
Der Konsens definiert die Grenzen für Lehrkräfte in der politischen Bildung zwischen Indoktrinationsverbot und dem Auftrag, demokratische Werte gegen extremistische Positionen zu verteidigen.
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