Lizentiatsarbeit, 2007
90 Seiten, Note: 2
Einleitung – Nähe und Distanz
Hauptteil – Die Position der Ambivalenz
Theoretisches Präludium: Das Problem der Autorschaft
Praktisches Präludium: Autor und Kritik
Der Roman zwischen Spätmoderne und Postmoderne
Markus Werners Romane als spätmoderne Kritik der Postmoderne
Die Wirklichkeit – zwischen Gesellschaftskritik und Partikularisierung
Das Subjekt – zwischen Autonomie und Heteronomie
Das Erzählen – zwischen Sinnstiftung und Offenheit
Schlusswort – Am Rand der Postmoderne
Die Arbeit untersucht das literarische Werk von Markus Werner unter dem theoretischen Blickwinkel der Spätmoderne und Postmoderne, wobei sie insbesondere die kritische Distanz des Autors zu post-modernen Tendenzen wie der Indifferenz herausarbeitet. Im Zentrum stehen dabei die drei erzähltheoretisch und thematisch zentralen Achsen des literarischen Werks.
Praktisches Präludium: Autor und Kritik
Mit seinem späten Debüt Zündels Abgang (1984) hat der Schweizer Autor Markus Werner (*1944) Leser wie auch Kritiker erstmals auf sich aufmerksam gemacht. Es grassierte gar das 'Zündel-Fieber' und ein Leser soll unverzüglich nach der Lektüre, so die Anekdote, von Berlin in die Schweiz gefahren sein, um dem Autor sein Herz auszubreiten. In humoristischer Überzeichnung dieser allzu grossen Identifikationslust der Leser, schrieb ein Rezensent zum Zündel-Fieber: "Unbescholtene Bürger brachen auf und überschritten zu Fuss mitten in der Nacht den Brenner. In Umgebung des Bahnhofs von Genua suchten sie sämtliche verfügbaren Bars auf und kamen als andere Menschen wieder. Beim Betrachten von Salatblättern oder dem Putzen von Klodeckeln taten sich auf einmal existenzielle Abgründe auf." Das alltägliche "Gefühl existentieller Deplaziertheit" (ZA: 15) des Protagonisten Konrad Zündel, welches durch den vermeintlichen Betrug seiner Frau im geistigen und körperlichen Rundumschlag und im gesellschaftlichen Abgang gipfelt, traf den Nerv vieler Leser – vielleicht zu sehr, als dass die darin angelegte kritische Distanzierung noch wahrgenommen wurde.
Einleitung – Nähe und Distanz: Die Einleitung etabliert den theoretischen Rahmen der Untersuchung, indem sie das Spannungsfeld zwischen Autor, Werk und der literaturwissenschaftlichen Notwendigkeit zur Distanzierung thematisiert.
Hauptteil – Die Position der Ambivalenz: Dieses Kapitel bereitet die theoretische Basis vor, indem es die Position des Autors im Kontext der zeitgenössischen Debatte um Autorschaft und Diskurse der Spät- und Postmoderne verortet.
Theoretisches Präludium: Das Problem der Autorschaft: Hier wird die kritische Auseinandersetzung mit dem Autor-Begriff in der poststrukturalistischen Diskussion reflektiert und in den Bezug zu Werners Werk gesetzt.
Praktisches Präludium: Autor und Kritik: Dieses Kapitel widmet sich der Rezeption von Markus Werners Werk und beleuchtet das Verhältnis zwischen Autorrolle, Leseridentifikation und literarischer Kritik.
Der Roman zwischen Spätmoderne und Postmoderne: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung von Werners Romanen in die sozioliterarischen Kontexte der Spätmoderne und der Postmoderne.
Markus Werners Romane als spätmoderne Kritik der Postmoderne: In diesem Teil wird die zentrale These entfaltet, dass Werner die Postmoderne nicht einfach abgelöst, sondern als kritischer Beobachter ihre Indifferenz-Tendenzen thematisiert hat.
Die Wirklichkeit – zwischen Gesellschaftskritik und Partikularisierung: Die Untersuchung konzentriert sich hier auf die Darstellung von Wirklichkeit in den Romanen und deren Bezug zu gesellschaftskritischen Entwürfen.
Das Subjekt – zwischen Autonomie und Heteronomie: Kapitel, das die Konstruktion der Protagonisten als Subjekte im Spannungsfeld von gesellschaftlichem Druck und individueller Selbstbehauptung analysiert.
Das Erzählen – zwischen Sinnstiftung und Offenheit: Der abschließende Teil des Hauptteils analysiert die narrativen Formen und Strukturen, die eine Balance zwischen dem Bedürfnis nach Sinn und der post-modernen Offenheit halten.
Schlusswort – Am Rand der Postmoderne: Das Schlusswort resümiert die Ergebnisse und verortet das Werk des Autors als eine literarische Position, die am Rande der post-modernen Ästhetik verbleibt.
Markus Werner, Spätmoderne, Postmoderne, Erzähltheorie, Subjektkonstitution, Gesellschaftskritik, Literaturkritik, Indifferenz, Autorschaft, Zündels Abgang, Die kalte Schulter, Froschnacht, Bis bald, Festland, Ambivalenz.
Die Lizentiatsarbeit untersucht die Romane von Markus Werner als eine spätmoderne Auseinandersetzung mit den Tendenzen der Postmoderne, insbesondere im Hinblick auf Autorschaft, Subjektivität und Wirklichkeitsdarstellung.
Zentrale Themen sind die Rolle des Autors, die Konstruktion von Subjektivität in modernen Romanen, die Problematik der gesellschaftlichen Indifferenz und die narrativen Möglichkeiten der Sinnstiftung.
Ziel ist es, Markus Werners literarisches Werk als eine Form der Kritik an der post-modernen Indifferenz-Problematik nachzuweisen und dabei aufzuzeigen, wie er traditionelle Erzählweisen neu kontextualisiert.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Texten durch Rückgriffe auf die Kritische Theorie (insbesondere Zima, Adorno) und diskurstheoretische Ansätze einen theoretischen Kontext verleiht.
Der Hauptteil analysiert das Werk entlang der drei Achsen "Wirklichkeit", "Subjekt" und "Erzählen", wobei die Romane systematisch hinsichtlich ihrer poetologischen Ausrichtung und gesellschaftlichen Verankerung untersucht werden.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Ambivalenz, Indifferenz, Subjektkonstruktion, Erzählpoetik, Spätmoderne und die kritische Distanz zur post-modernen Beliebigkeit.
Markus Werner zeigt sich in Interviews und Reden betont zurückhaltend gegenüber dem klassischen Autor-Begriff, versucht jedoch, in seinen Texten eine spezifische, distanzierte Form der Autorschaft zu etablieren.
Die Indifferenz-Problematik dient als zentraler theoretischer Marker, um die Abgrenzung Werners gegenüber einer rein post-modernen Beliebigkeit oder dem reinen Partikularismus zu erklären.
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