Magisterarbeit, 2007
121 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Definition des Begriffes Jenseits
3. Die untersuchten Bevölkerungsgruppen
3.1. Mbowamb
3.1.1. Ursprung und Mythos
3.1.2. Besondere Energie
3.1.3. Tod und Jenseits
3.1.4. Fazit
3.2. Bukaua
3.2.1. Ursprung und Mythos
3.2.2. Besondere Energie
3.2.3. Tod und Jenseits
3.2.4. Fazit
3.3. Marind
3.3.1. Ursprung und Mythos
3.3.2. Besondere Energie
3.3.3. Tod und Jenseits
3.3.4. Fazit
3.4. Wampar
3.4.1. Ursprung und Mythos
3.4.2. Besondere Energie
3.4.3. Tod und Jenseits
3.4.4. Fazit
3.5. Jali
3.5.1. Ursprung und Mythos
3.5.2. Besondere Energie
3.5.3. Tod und Jenseits
3.5.4. Fazit
3.6. Dani
3.6.1. Ursprung und Mythos
3.6.2. Besondere Energie
3.6.3. Tod und Jenseits
3.6.4. Fazit
3.7. Somaip
3.7.1. Ursprung und Mythos
3.7.2. Besondere Energie
3.7.3. Tod und Jenseits
3.7.4. Fazit
3.8. Enga
3.8.1. Ursprung und Mythos
3.8.2. Besondere Energie
3.8.3. Tod und Jenseits
3.8.4. Fazit
3.9. Christliche Einflüsse und Cargo-Bewegungen
4. Zusammenfassende Beobachtungen und Schlussfolgerungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Jenseitsvorstellungen verschiedener Bevölkerungsgruppen in Neuguinea, um zu analysieren, wie diese Kulturen das Phänomen des Todes in ihr jeweiliges Welt- und Lebensbild integrieren und welche Erklärungsmodelle sie für eine Existenz nach dem Tod entwickeln.
1. Einleitung
„Der Mensch sieht nur, was er versteht“ (Goethe)
Wenn es um den Tod eines Menschen geht, liegen viele Dinge im Dunklen. Einzig gewiss ist die Tatsache, dass eines Tages auch unser eigenes Herz aufhören wird zu schlagen. Der Umgang mit diesem unausweichlichen Fakt hängt von der individuellen Lebensphilosophie und den persönlichen Erfahrungen eines jeden einzelnen mit dem Tod im Familien- und Freundeskreis ab. Vielfach bleiben Fragen offen: Warum musste sie oder er so früh sterben? Wo befindet er sich jetzt und geht es ihm, soweit er fühlen kann, auch wirklich gut? Dies sind oftmals bedrückende Fragen, worauf auch in Zeiten modernster Technik kein Wissenschaftler eine Antwort geben kann. So sind wir auf Vermutungen angewiesen.
Bereits im Gilgamesch-Epos zeigt sich, dass sich die Menschen immer schon gefragt haben, warum sie nicht unsterblich seien, ob der Tod das absolute Ende darstelle oder ob doch etwas danach folge. In westlichen Gesellschaften ist man sich zwar generell des Sterbens bewusst, jedoch wird diese unausweichliche Tatsache vielfach verdrängt oder stellt ein Tabuthema dar. Der Umgang mit Sterbenden ist oftmals ungewohnt, peinlich oder unschicklich. Kleine Kinder werden von Begräbnissen ferngehalten, Menschen sterben in Krankenhäusern oder Heimen und nicht zu Hause, da man sie meist schon frühzeitig „abgeschoben“ und abgesondert hat. Auch der Gedanke an das eigene Sterben ist vielen unangenehm oder häufig mit verdrängten Schuldphantasien verknüpft. Freud schrieb, dass generell niemand an seinen eigenen Tod glaube sowie jeder im Unbewussten von seiner Unsterblichkeit überzeugt sei. Dies ist aber in westlichen Gesellschaften mehr der Verdrängung zuzurechnen. Feldmann spricht diesbezüglich sogar von einem Kulturverfall. Gab es früher in den westlichen Gesellschaften meist ein generationsübergreifendes Bei und Miteinander, schon alleine aufgrund der oft engen Behausungen, so leben und sterben heute viele Menschen allein.
1. Einleitung: Beleuchtet die philosophische und psychologische Auseinandersetzung mit dem Tod in westlichen Gesellschaften sowie die universelle Suche nach Sinn in traditionellen Kulturen.
2. Definition des Begriffes Jenseits: Erarbeitet einen ethnologischen Definitionsansatz für das Jenseits als „anderen Bereich“ oder übernatürliche Sphäre, die eine Fortsetzung der menschlichen Existenz in Energieform impliziert.
3. Die untersuchten Bevölkerungsgruppen: Analysiert detailliert die Kosmogonien, das Verständnis von Lebenskraft ("besonderer Energie") und die Jenseitsvorstellungen spezifischer Gruppen (Mbowamb, Bukaua, Marind, Wampar, Jali, Dani, Somaip, Enga) unter Berücksichtigung kolonialer und missionarischer Einflüsse.
4. Zusammenfassende Beobachtungen und Schlussfolgerungen: Synthetisiert die Erkenntnisse und stellt fest, dass alle untersuchten Gruppen den Tod als Übergang in eine jenseitige Existenz begreifen, wobei das Jenseits oft im Diesseits verortet wird und eine dauerhafte, aber meist minderwertige schattenhafte Existenz darstellt.
Neuguinea, Ethnologie, Jenseitsvorstellungen, Tod, Lebenskraft, Mythos, Kosmogonie, Bestattungsrituale, Ahnengeister, Cargo-Bewegungen, Missionierung, Seele, soziale Ordnung, Transzendenz, Energieform.
Die Arbeit untersucht die Jenseitsvorstellungen verschiedener Bevölkerungsgruppen in Neuguinea. Sie analysiert, wie diese Kulturen das Phänomen Tod in ihr Weltbild integrieren, welche Vorstellungen von Seele oder Lebenskraft bestehen und wie diese mit dem sozialen Zusammenhalt der Gruppen verknüpft sind.
Zentrale Themen sind die religiöse Kosmologie (Mythen), die Auffassung von einer „besonderen Energie“ oder Lebenskraft, die Rolle der Verstorbenen für die Lebenden, die verschiedenen Bestattungsriten sowie die Auswirkungen von westlichem Einfluss und christlicher Missionierung.
Das Ziel ist es, die Erklärungsmodelle für das Jenseits in verschiedenen neuguineischen Gesellschaften darzustellen und aufzuzeigen, wie diese Modelle notwendig sind, um das Weltbild der jeweiligen Bevölkerungsgruppe logisch abzurunden und eine soziale Balance zwischen Lebenden und Toten zu halten.
Die Arbeit nutzt einen ethnologischen Ansatz, bei dem vorhandene ethnographische Aufzeichnungen, Berichte von Missionaren und Feldforschungsdaten (z.B. von Strauss, Fischer, Zöllner, Heider) ausgewertet und vergleichend gegenübergestellt werden, um die religiösen Strukturen der untersuchten Gruppen zu rekonstruieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der acht spezifischen Bevölkerungsgruppen (Mbowamb, Bukaua, Marind, Wampar, Jali, Dani, Somaip, Enga). Zu jeder Gruppe werden der Ursprung/Mythos, die Vorstellung von "besonderer Energie" und die spezifischen Konzepte von Tod und Jenseits untersucht.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Neuguinea, Ethnologie, Jenseitsvorstellungen, besondere Energie (als neutraler Begriff für Seele/Lebenskraft), Mythen, Bestattungsrituale und Cargo-Bewegungen charakterisiert.
Der Autor wählt den Begriff „besondere Energie“ als neutrales, übergeordnetes Konzept, um ethnologische Begriffe wie Seele, Lebenskraft oder Seelenstoff zu ersetzen. Dies vermeidet Fehlinterpretationen durch christlich oder westlich geprägte Vorstellungen von einer Seele.
Der Autor stellt fest, dass missionarischer Einfluss die ursprünglichen Weltbilder stark verändert und teilweise verdrängt hat, was die wissenschaftliche Rekonstruktion prä-missionarischer Vorstellungen heute erschwert, aber durch frühe Aufzeichnungen oft noch möglich macht.
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